Diese Themen bewegen die Babenshamer Bürger 

Ein "Kreisel auf dem Kreisverkehr" kam nicht so gut an 

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Dieses rostige Kunstwerk hätte möglicherweise bald den Babenshamer Kreisverkehr zieren können. Doch das Straßenbauamt setzte den Plänen ein schnelles Ende. 
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Babensham - Rund zwei Stunden nahm sich Bürgermeister Josef Huber Zeit für die Babenshamer. Von der Neugründung einer Dirndlschaft über die Zukunft des Irlhamer Flohmarkts bis hin zu einem ganz besonderen Kunstwerk auf dem Kreisverkehr wurde kein Thema ausgelassen. 

Rund zweieinhalb Stunden stand Josef Huber Rede und Antwort zu Belangen und Wünschen rund um seine Gemeinde. Etwa 140 Babenshamer besuchten die Bürgerversammlung am 23. Januar im Gasthaus Brunnlechner. Neben allgemein gehaltenen Themen wie dem Breitbandausbau oder Sanierungen diverser Straßen, die wohl jede Gemeinde beschäftigen, gab es weitere interessante Inhalte:

"Wenn die jungen Leute wegziehen, ist der Ofen aus"  

Das Bauland für junge Bürger schrumpft, stellte Josef Huber trocken fest. Momentan sei die Situation so, dass es 24 Bauwerber gebe, jedoch keine Grundstücke. Das liege zum einen daran, dass wegen der hohen steuerlichen Belastung bei Verkäufern und der allgemeinen Flächenknappheit die Verkaufsbereitschaft der in Frage kommenden Flächen gering sei. Zum anderen sei es schwierig, außerhalb von bereits bestehenden Siedlungsschwerpunkten neue Gebiete zu schaffen. Josef Huber versprach, sich um eine baldige Lösung des Problems zu kümmern, "denn wenn die jungen Leute wegziehen, ist der Ofen aus". 

"Weg mit der Strabs!"

"Unsere Gemeinde gehört zu den 25 Prozent im Landkreis, die bislang keine Straßenausbaubeitragssatzung haben", erklärte Huber. Seit Jahren schon werde Babensham jedoch im Rahmen der Haushaltsgenehmigung vom Landratsamt dazu aufgefordert eine solche Satzung zu erlassen. "Es hat sich gelohnt, dass wir uns gewehrt und lange gezögert haben, denn nun soll sie abgeschafft werden. Weg mit der Strabs". 

Erörterungstermin zur geplanten Deponie: 

Der Erörterungstermin in Bezug auf den Antrag der Firma Zosseder zur Errichtung einer DK1-Deponie wurde von der Regierung von Oberbayern auf den 20. und 21. Februar festgesetzt. Als Erörterungs-Ort wurde die Badria-Halle in Wasserburg bestimmt. Huber dazu: "Dann kommts auf, ob die von mir immer wieder erwähnte Taube auf dem Dach schon im Käfig sitzt oder nicht." 

Feuerwehren und neue Investitionen: 

Babenshams Bürgermeister Josef Huber stand bei der Bürgerversammlung 2018 Rede und Antwort. 

Fünf Wehren sind im Gemeindegebiet von Babensham ansässig, für eine einwohnermäßig kleine Gemeinde ein finanzieller Kraftakt, wie es Huber betonte. 2018 stehen dennoch einige Sanierungen an: Unter anderem bekommt das Feuerwehrgerätehaus in Babensham einen weiteren Stellplatz und Schambach ein neues Löschfahrzeug. Das alte Feuerwehrauto aus Schambach wurde für künftige Fahrten der Bauhofmitarbeiter umgebaut. 

Neue Küche für das Essen der Kleinen:

Krippe und Kindergarten wurden bis dato von der hauseigenen Bistroküche mit Essen versorgt. Nachdem es mehr Kinder wurde, gehen nun bis zu 100 Essen täglich über den Tisch - und hier sei laut Huber nun der Hund begraben: "Das Gesundheitsamt schreibt uns nun eine Gastro-Küche aus Edelstahl zur Zubereitung vor. Wand- und Deckenverkleidungen, der Boden und die Lüftungsanlage müssten ausgetauscht werden. Gesamtkosten: 120.000 Euro." Hier müsse der Gemeinderat noch einmal neu beraten, um eine zeitnahe Lösung zu finden.

Kunstwerk auf dem Kreisverkehr:

Immer wieder gibt es Anregungen, ob denn ein Kunstwerk den Kreisverkehr nicht verschönern könnte. Ganz konkret kam vor Kurzem der Vorschlag einen "Kreisel auf dem Kreisel" aufzubauen. Die Wasserburger Künstlerin Ute Lechner hatte dem Bürgermeister ein Verkaufsangebot ihres rund acht Tonnen schweren Kunstobjekts von 20.000 Euro gemacht, die die Gemeinde in 20 Raten abstottern könnte. Das sorgte für Lacher und Kopfschütteln bei den Babenshamern. "So a Schmarrn", tönte es aus den hinteren Reihen. 

Bevor die Belustigung im Saal in Unmut umschwenken konnte, löste Huber die Situation auf: "Das Straßenbauamt hat uns sogleich einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auf freier Strecke werden sie keine Zustimmung für Hindernisse auf einer Mittelinsel geben, da die Verkehrssicherheit dadurch erheblich gefährdet sei." Damit war die Idee so schnell gestorben, wie sie geboren wurde. 

Wackelige Zukunft für den Flohmarkt in Irlham: 

140 Babenshamer besuchten die Bürgerversammlung 2018. 

Der weit über Grenzen hinaus bekannte Flohmarkt hat ein verkehrsrechtliches Problem. "Um den Flohmarkt weiter führen zu können müsste eine Vollsperrung von Irlham mit weitläufiger Umleitung erfolgen oder alternativ ein Standort ab von der Staatsstraße gestellt werden", schildert der Bürgermeister. "Wenn beides nicht möglich ist wird es in Irlham keinen Flohmarkt mehr geben." Der Betreiber sei gefordert eine Lösung anzubieten. Von Seiten der Gemeinde gebe es keine Möglichkeiten.

Sanierung des Wertstoffhofes:

Im Wertstoffhof ist für 2018 eine größere Sanierungsmaßnahme vorgesehen. Dafür müsse man von einer mehrwöchigen Schließung ausgehen. Geplant ist die Neuasphaltierung der Freifläche. Der Grüngutsammelplatz wird als Wanne ausgebildet mit Ableitung in den Abwasserkanal. Auf Wunsch der Wertstoffhofmitarbeiter wird ein WC-Container aufgestellt. Die Gesamtkosten betragen rund 240.000 Euro. Die Gemeinde beauftragt, baut und zahlt auch aus. Der Landkreis erstattet den Betrag.

Erste Babenshamer Dirndlschaft: 

Am 11. Januar 2018 wurde in Schambach die "Dirndlschaft Babensham e.V." gegründet. Huber zeigte sich stolz: "Sie werden sicher das Gemeindeleben bereichern und wollen sich in möglichst vielen Bereichen einbringen. Im August bereits werden sie einen Tag beim Burschenfest gestalten." 

Abschließende Zahlen und Fakten:

  • Die Gemeinde zählt 3.275 Einwohner
  • Es gab 2017 34 Geburten und 20 Sterbefälle und 19 Eheschließungen
  • Die Grundschule zählt 134 Kinder, was laut Huber einer stabilen Klassenzahl entspreche.
  • 54 Asylbewerber sind derzeit in zwei Containern am Leitenfeld untergebracht. 
  • Wasserversorgung: Die gesamte Netzeinspeisung betrug 2017 insgesamt 361.333 Kubikmeter.
  • Babensham sei eine laut Huber "schöne, aber arme Gemeinde", nur von der Schönheit allein könne man nicht leben. Die Pro-Kopf-Verschuldung liege zwar noch unter dem Landesdurchschnitt, der Schuldenstand insgesamt beträgt 1.407.548 Euro. Der Vermögenshaushalt beläuft sich auf 899.000 Euro und der Verwaltungshaushalt auf 561.000 Euro.  

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mb

Quelle: wasserburg24.de

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