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Raublinger auf der „Sick Line“ seines Lebens

Aus Krankenpfleger wird Extremsportler: Kajakprofi Olaf Obsommer liebt Herausforderungen

Olaf ObsommerExtremkajakfahrer
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Olaf Obsommer Extremkajakfahrer

Egal, ob reißende Stromschnellen des Indus in Pakistan, die eiskalten Fjorde in Skandinavien oder die Kaskaden des Agua Azul in Mexiko: Olaf Obsommer hat in seinem Leben „gefühlt schon alle Wildwasserströme der Welt abgearbeitet“. Jetzt begibt er sich auf neue Wege.

Raubling – Ausgebremst von diversen Reisebeschränkungen setzte sich der 51-Jährige an ein Buch, in dem er seinen ungewöhnlichen Weg zum professionellen Kajakfahrer beschreibt. Vor der Veröffentlichung im Herbst 2022 berichtet Obsommer den OVB-Heimatzeitungen über seinen Bezug zum Kajaksport, seinen Weg in den Rosenheimer Landkreis und dem wohl bedeutendsten Augenblick in seinem Leben.

Die „Sick Line“ seines Lebens

Es war ein einzelner Moment, der unter Kajakfahrern als „Sick Line“ bezeichnet wird, der für Olaf Obsommer den Ausschlag gab, vor rund 25 Jahren sein Hobby zum Beruf zu machen. „Eigentlich ist es ein Begriff für eine Fahrlinie durch schwere Flusspassagen, die die größte Herausforderung und gleichzeitig den meisten Spaß verspricht,“ erklärt der 51-Jährige.

Die „Sick Line“ im Leben von Obsommer fand jedoch erstaunlicherweise auf dem Trockenen statt. Und zwar zu seiner Zeit als Krankenpfleger, als er sich um einen frisch in die Rente eingetretenen Mann mit einem Herzinfarkt kümmern sollte. „Dieser sagte zu mir, dass er dachte, dass nach so vielen Jahren Arbeit sein Leben jetzt erst richtig losgehen würde. Stattdessen kam er aus dem Krankenhaus nie wieder raus.“ Diese Erfahrung brachte den Raublinger dazu seinen Job aufzugeben und all seine Zeit und Energie dafür zu investieren, seinen Traum zu Leben. „Ich wollte schon immer professioneller Kajaksportler werden.“

Die Strömung auf dem Indus in Pakistan kostet den Kajakfahrern wie Olaf Obsommer viel Kraft und nimmt ihnen die Sicht.

Vorträge in ganz Deutschland

Seit 1995 ist der Wildwasserfahrer mit seiner Kamera auf den Flüssen dieser Welt unterwegs. Auf unzähligen Reisen sammelt Obsommer einzigartige Erfahrungen und hält sie in seinen Dokumentationen fest. In seinen Vorträgen berichtet er anschließend von dem eisigen Tanz am Götterfall in Island, bei dem er und sein Team bei der Erstbefahrung eines vierzehn Meter tiefen Wasserfalls zum „lebendigen Eiszapfen“ wurden. Oder von den gewaltigen Wassermassen der Rondu-Schlucht des Indus in Pakistan, einen der am schwersten zu bewältigenden Flüsse der Welt.

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„Ich möchte die Menschen mit dem, was ich tue inspirieren und sie ermutigen das zu machen, was auch immer sie wollen,“ sagt Obsommer.

Ein wichtiger Aspekt für den mittlerweile routinierten Filmemacher ist der Faktor Umwelt. Mit seiner „Bike2Boat-Tour“ durch Tirol startete er daher im Jahr 2020 zu seinem bisher letzten Abenteuer direkt aus der Region und packte sein 25 Kilogramm schweres Kajak dafür auf einen Radanhänger (wir berichteten).

In der Abfahrt: Bei seiner „Bike2Boat-Tour“ Tirol bewältige Obsommer 800 Kilometer und 8000 Höhenmeter, um zu den Wildwasserflüssen zu kommen.

Livestream über seine Homepage

Ohnehin ist der am Rhein aufgewachsene Raublinger mittlerweile fest mit der Region verbunden. Nachdem er zehn Jahre lang in einer „Kajak-WG“ mit zehn Mitbewohnern in Nußdorf lebte, zog es ihn von Kiefersfelden über Flintsbach und Neubeuern bis nach Raubling. „Wenn ich also ein zweites Buch schreiben würde, wäre es wahrscheinlich ein Reiseführer über gute Wohnmöglichkeiten im Inntal“, scherzt der Extremsportler.

Zunächst aber freut sich Olaf Obsommer auf sein erstes Buch, das im September erscheinen soll. Bis dahin hofft der 51-Jährige, dass er auch wieder deutschlandweit Vorträge halten kann, die nicht nur auf digitalen Plattformen stattfinden. „Ansonsten laufen aber auch die Livestreams nicht schlecht“, gibt sich Obsommer optimistisch. Einen ersten Vorgeschmack auf die Erzählungen in seinem Buch gibt es bereits, am 1. Februar um 20.30 Uhr auf seiner Webseite www.obsommer.de kostenlos zu sehen. Anschließend ist der Livestream auf der Homepage oder auf seinem Youtube-Kanal verfügbar.

Weitere Projekte bereits geplant

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Auch wenn Obsommer bereits nahezu jeden Fluss der Welt befuhr, hat er dennoch Pläne für weitere Projekte. So soll es, nach ein paar kleineren Touren mit Start im Landkreis, wenn möglich im Jahr 2023 für ein größeres Filmprojekt zurück nach Pakistan gehen. „Das Wildwasserfahren ist zwar im Grundprinzip überall dasselbe“, meint Obsommer. „Für eine Zeit lang in eine andere Kultur einzutauchen und diese kennenzulernen, macht für mich jedoch immer wieder einen besonderen Reiz aus“. Zusammen mit anderen Kajakfahrern, die teilweise knapp 30 Jahre jünger sind, wird der Raublinger also auch in Zukunft nach den besonderen „Sick Lines“ in seinem Leben suchen.

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