"Aschbach strahlt" will Mast verhindern

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Hier soll der Mast stehen.

Feldkirchen-Westerham - Kann ein in Aschbach geplanter, 30 bis 40 Meter hoher Sendemast für die digitale anstelle der analogen Funkübertragung verhindert werden?

Um darüber informiert zu werden, hat das Bürgerforum „Aschbach strahlt“ in den Landgasthof am Golfplatz in Oed bei Percha eingeladen. Das Interesse war überraschend groß: Rund 150 Personen waren gekommen, der Stimmung zufolge überwiegend Gegner dieser von der Regierung initiierten Maßnahme.


Theo Schneider, ein Sprecher des Bürgerforums, stellte das Pro und Contra für diese neue Mobilfunktechnik gegenüber. Fazit seiner Einschätzung: Für Polizei und Rettungskräfte seien eine gut funktionierende Kommunikation unerlässlich und lebenswichtig.

Aber: Das von der Regierung mit einem Aufwand von angeblich zehn Milliarden Euro auf den Weg gebrachte System Tetra sei technisch restlos veraltet, es entspreche lediglich der Datenübertragungsrate eines Faxgeräts aus den frühen 90er-Jahren. In Handzetteln, die an die Besucher verteilt wurden, steht: "Wissenschaftlich fundierte Analysen weisen massive gesundheitliche Risiken für Nutzer und Bürger nach. Keine der Hauptaussagen konnte bislang von Medizin oder Wissenschaft entkräftet werden".


Unterstützt wurde diese Einschätzung von Dr. Hans Christof Scheiner, eigenen Angaben zufolge langjähriger Umweltmediziner und Buchautor. In einem anderthalbstündigem, mit Grafiken, Daten, Tabellen und Analysen angereichertem Vortrag verurteilte er die digitale Funkübertragung in Bausch und Bogen.

"Erkrankungen wie Demenz oder Alzheimer würden begünstigt, eigentlich das gesamte Gesundheitssystem hochgradig gefährdet" so Scheiner. "Diese Technik hätte gar nicht aus dem Ei schlüpfen dürfen, eine Krankheit auf Rädern", so sein Urteil.

"Diese durch die ständige Bestrahlung vorhersehbare Gesundheitsgefährdung kann nur vermieden werden, wenn ein anderes Funksystem entwickelt wird, das diesen neuen, 30 bis 40 Meter hohen Masten überflüssig macht", so Schneider. Er betonte, dass dieser Mast auch "nicht in Sterneck oder woanders aufgestellt, sondern auf ihn völlig verzichtet werden sollte".

Für die vordergründige Kernfrage, wie die Alarmierung der Polizei und der Rettungskräfte wie Feuerwehr, Rotes Kreuz oder First Responder verbessert werden könnte, gibt es laut Schneider nur eine Alternative: Ein neues Funksystem, mit dem auf den geplanten Funkmast verzichtet werden kann.

"Pro Bürger"-Gemeinderat Franz Bergmüller sah diese Aussage von Theo Schneider als riskant an, sie führe auf den falschen Weg. "Wir sollten bei unserem Beschluss bleiben, der besagt, nach einem anderen Grundstück zu suchen, ansonsten haben wir die weitaus schlechteren Karten", warnte Bergmüller. "Der Freistaat Bayern hat unmittelbar neben der Einfahrt zum Berggasthof Aschbach ein Grundstück, da könnte er den Sendemast aufstellen und bräuchte uns gar nicht zu fragen", so Bergmüller. Diese Einschätzung wurde offenbar nicht ernst genommen und von einigen Anwesenden als "haltlose Drohgebärde" bewertet.

Auf Nachfrage bestätige Bürgermeister Bernhard Schweiger die Aussage von Bergmüller: "Wir stehen in Verhandlungen mit Grundstücksbesitzern, können aber noch keinen Vollzug melden". Durchblicken ließ der Rathaus-Chef, dass die Gespräche schwierig seien, weil die infrage kommenden Personen persönliche Anfeindungen befürchten würden.

Der Chef der Polizeiinspektion Bad Aibling, Markus Reiter, hatte mehrmals darauf hingewiesen, dass für analoge Funksysteme kaum mehr Ersatzteile zu bekommen seien, der Weg zur digitalen Funkübertragung nicht mehr verlassen werden dürfe.

Diese Ansicht vertritt auch der ärztliche Leiter der Feldkirchen-Westerhamer First-Responder-Gruppe, Dr. Michael Jakob. Er berichtete, dass oft wegen so Funklöchern die Piepser ausfallen. "Unsere in der Regel schnellen Einsätze können dadurch gefährdet sein", sagte Jakob.

Das Bürgerforum hat die Hoffnung, dass der Gemeinderat die Forderung nach einem völligen Verzicht auf den Funkmasten unterstützt. "Am besten wäre es, wenn sich deutschlandweit viele Kommunen gegen die neue Funkübertragung aussprechen", so Schneider.

me/Mangfall-Bote

Quelle: rosenheim24.de

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