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„Dørfkind“ bittet zu Tisch

Künstlerin aus Höslwang entwirft Geschirr für Achental Resort

Das Geschirr für das Restaurant Essenz im Resort Achental.
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Das Geschirr für das Restaurant Essenz im Resort Achental.

Manuela Hollerbach hat ihre Werkstatt direkt in Höslwang. Zusammen mit dem Executive Chef Edip Sigl entwickelt Hollerbach für das neue Restaurant Essenz das Geschirr. Eine Aufgabe die viel Freude, aber auch Herausforderungen bringt.

Höslwang – Die Tür zu Manuela Hollerbachs Studio, direkt in der Höslwanger Dorfmitte, steht weit offen. Das Licht fällt in ihre helle Werkstatt, die gleichzeitig auch als Showroom dient. Auf einem langen Tisch präsentiert Hollerbach ihre Ware. Roséfarbene Teller stehen neben schwarzen schlanken Tassen. „In meiner Arbeit bin ich von den klaren Linien des nordischen und japanischen Designs inspiriert“, sagt die Frau über ihre Arbeit.

Ausbildung nach dem Abitur

Hollerbach begann nach dem Abitur ihre Ausbildung zur Keramikerin. „Das war die bodenständige Variante zum Kunststudium“, sagt Hollerbach mit einem Zwinkern in den Augen. Danach arbeitet die Künstlerin einige Zeit als Gesellin, dann studierte sie Innenarchitektur. Einen Beruf, den sie noch bis heute ausübt. Durch die Arbeit und die Kinder wurde das Anfertigen von Keramiken erst mal zurückgestellt. Bis es sie vor einigen Jahren gepackt hat. „Ich habe mehr Eigenkreativität gesucht“, sagt Hollerbach und so suchte sie sich eine Werkstatt.

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Werkstatt direkt in der Dorfmitte

Die ehemalige Garage in der Dorfmitte von Höslwang hat sie mit einen Blick für Details eingerichtet. Die unverputzten Wände scheinen die unterschiedlichen Oberflächen der Keramiken zu unterstreichen. „Ich habe die Werkstatt erst mal als Innenarchitektin renoviert ohne zu Wissen, ob ich überhaupt noch drehen kann“, sagt Hollerbach. Denn zu dem Zeitpunkt hatte Hollerbach seit 20 Jahren keine Keramik mehr gefertigt.

Hollerbach versprüht die Leidenschaft für ihr Handwerk. „Mir gefällt, dass die Keramik ein plastisches Material ist – die vielen unterschiedlichen Arbeitsschritte, die auch die Formgebung beeinflussen“, sinniert die Künstlerin „Ich arbeite mit jedem Element: mit Wasser, Feuer, Erde und Luft. Damit eine Keramik entsteht, müssen alle Elemente zusammenspielen und alles muss passen.“

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Durch ihre Arbeit als Innenarchitektin war Hollerbach in Sachen Trend immer am Zahn der Zeit. Ihre modernen Designs kommen an. So gut, dass Hollerbach Teile ihres Geschirrs für das neue Restaurant Essenz im Achental Resort in Grassau entworfen hat.

Ein Wunschprojekt ging in Erfüllung

Für Hollerbach ist mit der Gestaltung des Geschirrs ein Wunschprojekt in Erfüllung gegangen. „Einer meiner dänischen Lieblingskeramiker hat ebenfalls für ein berühmtes Restaurant Geschirr gestaltet“, so Hollerbach „und ich dachte mir: Das einmal zu machen wäre mein Traum“

Eine Vase und zwei Kännchen aus der grauen Kollektion in zwei Farben.

Und dass Hollerbach ihr Wunschprojekt umsetzen konnte, hat sie ein bisschen dem Zufall zu verdanken erzählt Edip Sigl, Executive Chef des neuen Restaurants Essenz. „Ich war bei einer Nachbarin beim Grillen. Sie hatte die schwarzen Teller von Manuela“. Ein Motto des Ressorts sei „Chiemgau pur“ und hier passe die Keramiken von „Dørfkind“, die regional gefertigt wurde, perfekt rein. „Wir haben uns dann zusammengesetzt und überlegt, was wir alles brauchen“, beschreibt Sigl den Designprozess.

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Ästhetische und pragmatische Aspekte müssen beachtet werden

Es sei nicht nur wichtig, wie sich ein Teller anfühlt, sondern auch „wie viel Platz auf einem Teller ist, wie er gewölbt ist“.Auch pragmatische Aspekte „wie die Teller gestapelt werden können“, mussten bei der Gestaltung berücksichtig werden. „Bei dem Geschirr sieht man, was ein Handwerk ist. Es erzählt eine Geschichte und nicht jeder Teller ist gleich“, betont Sigl.Rund 900 Teile, also 65 Prozent des Geschirrs des Restaurant Essenz sind von Hollerbach.

Eine Herausforderung, vor allem bei der Logistik. Innerhalb von zweieinhalb Monaten setzte Hollerbach den Auftrag um. „Es war wie Tetris spielen.“ Dabei mussten Form- Trocknungs- und Brennprozesse minutiös aufeinander abgestimmt werden. Natürlich waren auch ein paar Sachen dabei, die auch für Hollerbach Neuland waren. „Das ist dann eine Zitterpartie. Es hat aber alles wunderbar funktioniert.“

Das Geschirr passt zu den Speisen

Und das zeigt sich: Auf die Frage, welches Teil des Geschirrs Sigls Lieblingsstück ist, kommt er aus dem Aufzählen gar nicht mehr heraus. „Das Geschirr passt super zu meiner Küche.“ Denn, wie das Design von Dørfkind, dass sich vor allem auf die Form konzentriert, so konzentriert sich die Küche Sigls auf das Wesentliche. „Ich bin ein Freund von Klarheit. Es erfordert präzise Arbeit genau herauszuarbeiten, wie etwas schmeckt.“

Die letzte Ladung des Geschirrs lieferte Hollerbach Anfang der Woche an das Restaurant. Mit der Öffnung morgen Abend kommt es dann zum Einsatz. „Ich freue mich schon, das Geschirr mit den Speisen von Edip zu sehen“, sagt Hollerbach. Ein großes Durchatmen gibt es nicht, die Künstlerin arbeitet bereits an den nächsten Projekten.

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