Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Militärputsch

UN fordern Wiedereinsetzung der Regierung im Sudan

Abdel Fattah al-Burhan
+
General Abdel Fattah al-Burhan, höchster Militärvertreter im Sudan, spricht während einer Pressekonferenz im Generalkommando der Streitkräfte in Khartum.

Einfach war es nicht. Aber nun stellt sich auch der Sicherheitsrat deutlich hinter die entmachtete Regierung im Sudan. Der deutsche UN-Chefdiplomat in Khartum versucht zu vermitteln.

New York/Khartum - Nach tagelangen Verhandlungen hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen seine Unterstützung für die entmachtete Regierung im Sudan deutlich gemacht.

Man verlange die sofortige Wiedereinsetzung der zivil geführten Regierung, teilte das mächtigste Gremium der Vereinten Nationen in einer Stellungnahme am Donnerstag mit. Zuvor hatte der UN-Sondergesandte im Sudan, Volker Perthes, bestätigt, sowohl den Putschistenführer General Abdel Fattah al-Burhan wie auch den entmachteten Regierungschef Abdullah Hamduk persönlich getroffen zu haben.

Der Sicherheitsrat forderte die Freilassung aller festgesetzten Regierungsmitglieder und einen Gewaltverzicht. Wegen der „militärischen Übernahme“ machen sich die 15 Ratsmitglieder demnach ernsthafte Sorgen. Jeder Versuch, den demokratischen Prozess im Sudan zu untergraben, gefährde die Sicherheit, Stabilität und Entwicklung des ostafrikanischen Landes. Auch Perthes habe in einem persönlichen Gespräch Al-Burhan nahegelegt, alle politischen Gefangenen sofort freizulassen, und Zugang zu den Inhaftierten verlangt, hieß es aus Khartum.

Das Militär hatte am Montag in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern die Macht übernommen. General Al-Burhan, der bisher gemeinsam mit Regierungschef Hamduk an der Spitze einer Übergangsregierung gestanden hatte, verkündete die Entmachtung der zivilen Regierungsmitglieder und verhängte einen Ausnahmezustand. Deutschland, die EU, die USA und andere Länder erkennen jedoch Hamduk weiterhin als Regierungschef an.

Seither ist das Internet im Land weitgehend blockiert. Gegner des Putsches haben in der Hauptstadt Straßensperren errichtet. Nach UN-Angaben soll es bisher sieben Tote und 170 Verletzte gegeben haben. Der nach dem Putsch geschlossene Flughafen der Hauptstadt Khartum ist wieder in Betrieb. Zuvor hatte das Militär nach Angaben des Staatsfernsehen die Führungsspitze der Luftfahrtbehörde ausgetauscht.

Am Samstag werden landesweite Proteste beim „Tag des Widerstands“ gegen die Militärmachthaber erwartet. Nach dem Putsch haben sich unter anderem Ärzte, Beamte und Angestellte des Ölsektors der zivilen Widerstandsbewegung angeschlossen. dpa

Kommentare