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Gefälschte Umfragen in Österreich

Korruptionsaffäre um Sebastian Kurz: Mitbeschuldigte wird wohl Kronzeugin und packt über Ex-Kanzler aus

Der Meinungsforscherin Sabine Beinschab wird vorgeworfen, Umfragen für Sebastian Kurz gefälscht zu haben. Jetzt soll sie Kronzeugin in dessen Korruptionsprozess werden.

München - Die Korruptionsaffäre um den ehemaligen österreichischen Bundeskanzler Sebastian Kurz* und dessen Regierungspartei ÖVP zieht weitere Kreise. Wie der Spiegel unter Berufung auf einen vorliegenden Anlassbericht des Bundesamtes für Korruptionsbekämpfung berichtet, kooperiert die Justiz mit der mitbeschuldigten Meinungsforscherin Sabine Beinschab. Auch das Ö1-Morgenjournal und der Standard berichteten.

Beinschab soll laut den Dokumenten schon Mitte Oktober erklärt haben, gegen Kurz und die ÖVP aussagen zu wollen. Zuvor verbrachte die 37-Jährige eine Nacht in Gewahrsam aufgrund des Verdachts der Verdunkelungsgefahr. Ermittler der Wirtschafts- und Korruptionsanstalt (WKStA) hätten zuvor herausgefunden, dass Beinschab Chatverläufe mit weiteren Beschuldigten gelöscht hat - Stunden vor den Hausdurchsuchungen im Umfeld von Sebastian Kurz.

Affäre um Sebastian Kurz: Beinschab neue Kronzeugin

Erst nach dem Versprechen, nun auf der Seite des Gesetzes zu stehen und den Kontakt zu weiteren Beschuldigten zu vermeiden, wurde sie wieder freigelassen. Darüber hinaus wurde sie offenbar über die Kronzeugenregelung informiert. Dafür muss sie vollständig mit den Behörden kooperieren und relevantes Wissen zum Besten geben, das Ermittler zum jeweiligen Zeitpunkt noch nicht anderweitig erfahren haben. Nur eine Person kann diese Option pro Verfahren nutzen.

Beinschab wird sich als Kronzeugin Strafminderung erhoffen, die Anschuldigungen gegen sie sind schwerwiegend. So soll sie Ende 2016 Umfragen auf eine Weise verfälscht haben, dass Sebastian Kurz und sein Umfeld davon profitieren konnten. Außerdem soll sie Scheinrechnungen gestellt haben, die vom gleichen Umfeld aus dem Regierungsapparat - also von Steuergeldern, bezahlt worden waren.

Affäre um Sebastian Kurz: Ermittlern lagen Kalendereinträge und Chats vor

Den Behörden um WKStA-Oberstaatsanwalt Gregor Adamovic liegen laut der Berichte unter anderem Dokumente vor, die knapp gehaltene Kalendereinträge aus dem Jahr 2017 sowie einen Chat aus dem Jahr 2018 beinhalten. Diese werden wohl auch zur Überführung und Bekehrung Beinschabs beigetragen haben. Dabei scheint sie sich mit Gerald Fleischmann, einem Vertrauten und ersten Medienbeauftragten von Kurz, über Umfragezahlen ausgetauscht zu haben.

Was für Informationen und Daten Beinschab außerdem besitzt, werden die weiteren Ermittlungen mit ihrer Unterstützung zeigen. Das Kurz-Umfeld wird diese Entwicklung jedenfalls nicht gutheißen. Zuletzt sorgte Kurz-Nachfolger Alexander Schallenberg* für einen Fauxpas. (ta) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © photonews.at/Georges Schneider via imago images

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