Entspannung und Versöhnungsbier

Schwarz-Rot feiert beim Bundespresseball

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Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt beim Bundespresseball.

Berlin - Politische Fragen wollte Bundespräsident Gauck auf dem Bundespresseball nicht beantworten. Er hatte andere Sorgen. Ebenso wie manche Spitzenpolitiker von CDU und SPD, die ganz vertraut auftraten.

Manchmal ist die zweite Vorstellung schwieriger als die Premiere. „Ich war komischerweise viel aufgeregter als beim ersten Mal“, gestand Bundespräsident Joachim Gauck nach seinem Eröffnungswalzer vor hunderten Gästen beim 62. Bundespresseball. „Diesmal dachte ich, jetzt werden sie genau hinsehen, und dann war ich etwas wuschig.“ Die Sorgen waren unnötig. Gaucks zweiter Tanzauftritt als Bundespräsident wurde allgemein als fehlerfrei gewertet.


Nur eine kritische Besucherin flüsterte angesichts der Tanzschritte des Bundespräsidenten mit der Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Sonja Mayntz: „Das ist doch kein Walzer.“ Später führte Gauck seine Lebenspartnerin Daniela Schadt auf die Tanzfläche - sie trug eine festliche, golden-beige glänzende Robe.

Über Gaucks langer Tafel und den anderen Tischen im Ballsaal des Berliner Hotels Intercontinental schwebten große weiße Ballons. Auf den Tischen leuchteten Menükarten in weiß und neongelb. Keine Farben für politische Anspielungen beim ersten Bundespresseball, bei dem es nur ein geschäftsführendes Kabinett gibt, und eine neue Regierung noch nicht im Amt ist.


Überhaupt war eine Art Erleichterung vieler Akteure der künftigen großen Koalition zu spüren. Nach Abschluss der langwierigen Verhandlungen wollten viele das Politische kurz hinter sich lassen. Die aktuellen „Visionen“, so das diesjährige Motto, waren auf Tanzen, Plaudern und den mitternächtlichen Auftritt der italienischen Rocksängerin Gianna Nannini gerichtet.

Arbeitsministerin Ursula von der Leyen, im dunkelblauen, schulterfreien Kleid, meinte bei ihrer Ankunft: „Der Ball liegt doch ideal in diesem Jahr. Stellen Sie sich vor, wir hätten jetzt noch Koalitionsverhandlungen. So ist es doch perfekt.“

CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe begrüßte auf dem - in diesem Fall schwarzen - Teppich den SPD-Fraktionsvorsitzenden Frank-Walter Steinmeier, der mit roter Fliege aus der Schar der schwarz-weiß gekleideten Männer hervorstach. „Ich hätte gar nichts dagegen, wenn es heute Abend auch andere Gespräche gibt als zuletzt in den Nächten“, sagte Steinmeier und grinste. „Nun ist es nach harten Verhandlungen auch mal Zeit für ein Versöhnungsbier.“

Dafür bot sich ausreichend Platz zwischen diversen Bars, offenen Show-Küchen und -Grills, der mit Zitronen dekorierten Austernbar, einem arabisch-israelischen Buffet und der dezenten Zigarren-Lounge.

Politiker feiern entspannt beim Bundespresseball

Die italienische Sängerin Gianna Nannini ist beim Bundespresseball aufgetreten. © dpa
Unter dem Motto "Visionen" haben dieses Jahr rund 2000 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Medien im Hotel Intercontinental den traditionellen Ball der Bundespressekonferenz gefeiert. © dpa
Es wurde mal nicht über politische Koalitionen verhandelt, sondern einfach nur gefeiert. © dpa
Bundespräsident Joachim Gauck (2vr) und die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz, Sonja Mayntz (r), sowie die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten Daniela Schadt (2vl) und der Vorsitzende der Bundespressekonferenz Gregor Mayntz (l) prosten sich zu. © dpa
Der stellvertretende Bundestagspräsidentin Claudia Roth (Bündnis 90/Die Grünen) und Konstantin von Notz (Bündnis 90/Die Grünen). © dpa
Die italienische Schauspielerin Ornella Muti. © dpa
Olaf Scholz (SPD) und seine Frau Britta Ernst. © dpa
Die amtierende Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihr Mann Heiko. © dpa
Die amtierende Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (3vr, CDU) und ihr Mann Heiko (l), der Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, John B. Emerson (2vl) und seine Frau Kimberley Marteau Emerson (3vl), mit Tochter Jackie (M) stehen mit Olaf Scholz (r, SPD) und seiner Frau Britta Ernst (2vr). © dpa
Christian Lindner, Vorsitzender des FDP-Landesverbandes Nordrhein-Westfalen, und seine Frau Dagmar Rosenfeld. © dpa
Der amtierende Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) und seine Frau Judy. © dpa
Hans-Olaf Henkel und Bettina Hannover. © dpa
Hubertus Heil, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und seine Ehefrau Solveig Orlowski. © dpa
Die Vorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Simone Peter, und ihr Mann Andreas. © dpa
Bundespräsident Joachim Gauck und Sonja Mayntz, die Frau des Vorsitzenden der Bundespressekonferenz. © dpa
Der Mann der amtierenden Bundesarbeitsministerin, Heiko von der Leyen, schaut mit der Frau des US-Botschafters, Kimberley Marteau Emerson (M), und ihrer Tochter Jackie (r) zusammen auf ein Smartphone. © dpa
Manuela Schwesig (2.v.l), Ministerin für Arbeit, Gleichstellung und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern, und ihr Ehemann Stefan (l) und SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier (r) mit Frau Elke Büdenbender. © dpa
Der Botschafter der Vereinigten Staaten in Deutschland, John B. Emerson, und seine Frau Kimberley Marteau Emerson (r) kommen mit Tochter Jackie zum Bundespresseball. © dpa
Die italienische Schauspielerin Ornella Muti (l) wird  Bundespräsident Joachim Gauck und seiner Lebensgefährtin Daniela Schadt (M) begrüßt. © dpa
Die Lebensgefährtin des Bundespräsidenten, Daniela Schadt, und der Vorsitzende der Bundespressekonferenz, Gregor Mayntz, tanzen am beim Bundespresseball den ersten Walzer. © dpa
CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe und seine Frau Heidi. © dpa
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und ihr Mann Heiko. © dpa
Die italienische Schauspielerin Ornella Muti und der SPD-Fraktionsvorsitzender Frank-Walter Steinmeier. © dpa
Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt. © dpa

Entspannung breitet sich selbst zwischen weit entfernt liegenden politischen Lagern aus. Die Linke-Vorsitzende Katja Kipping plauderte, lachte und tanzte vor dem Menü im Saal mit Noch-Innenminister Hans-Peter Friedrich (CDU). Begleitet wurde Kipping von ihrer Stellvertreterin Caren Lay.

Zu den prominenten Besuchern unter den mehr als 2000 Ballgästen aus Medien, Politik und Wirtschaft zählte auch die italienische Schauspielerin Ornella Muti, in schwarz-blau mit viel Spitze. Ganz in schwarz erschien die neue Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth, ebenso Manuela Schwesig, die als künftige SPD-Bundesministerin gehandelt wird.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte wie üblich abgesagt. Dafür nahmen die FDP-Minister Daniel Bahr und Dirk Niebel Abschied, zumindest als Gäste im Ministerrang. „Das ist diesmal das Besondere für mich, dass ich das letzte Mal als Bundesminister hier bin“, sagte Niebel mit etwas Wehmut. Die Wahl sei aber nun lang genug her. Und überhaupt: „Alles wird gut.“

dpa

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