Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schulen

Recht auf Ganztagsbetreuung für Grundschüler beschlossen

Ganztagsschule
+
Schüler einer Ganztagsschule essen zusammen in der Mensa.

Der Anspruch auf eine Ganztagsbetreuung für Grundschüler kostet den Staat eine ganze Menge Geld, dürfte sich langfristig aber lohnen. Die Länder wollen aber noch mehr Hilfe vom Bund.

Berlin (dpa) - Kinder, die ab dem Sommer 2026 eingeschult werden, sollen in den ersten vier Schuljahren einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung bekommen. Der Bundestag hat das entsprechende „Ganztagsförderungsgesetz“ der großen Koalition beschlossen.

Der Rechtsanspruch kommt ein Jahr später als geplant. Der Bund war damit den Ländern entgegengekommen. Diese hatten mehr Zeit wegen der hohen Kosten und auch wegen der praktischen Umsetzung gefordert: Um überall Ganztagsplätze für Grundschüler zu garantieren, sind in einigen Bundesländern noch milliardenschwere Investitionen in Räume und Ausstattung nötig, und es müssen genügend Erzieherinnen und Erzieher gefunden werden. In manchen Ländern, vor allem im Osten Deutschlands, gibt es schon eine flächendeckende Betreuung.

Nach Angaben der Bundesregierung geht es um rund 800.000 noch zu schaffende Ganztagsplätze. Der Ausbau wird Schätzungen zufolge fünf bis sieben Milliarden Euro kosten. Dazu kommen prognostizierte laufende Betriebskosten pro Jahr von bis zu vier Milliarden Euro. Der Bund stellt den Bundesländern Investitionshilfen in Höhe von 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung und will sich langfristig mit knapp einer Milliarde Euro pro Jahr an den laufenden Betriebskosten beteiligen. Das Vorhaben bedarf noch der Zustimmung der Länder im Bundesrat.

Dort könnte es nach „Spiegel“-Informationen noch knirschen. Eine Anrufung des Vermittlungsausschusses gelte als wahrscheinlich. Widerstand gebe es vor allem aus Hessen, Baden-Württemberg und Niedersachsen. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sagte dem Nachrichtenmagazin, der Bund müsse seinen Anteil an der Finanzierung wesentlich erhöhen. Auch Hessen verlangt demnach mehr Geld vom Bund.

Der Ausbau der Grundschulen zu Ganztagsschulen wird nach Einschätzung von Axel Plünnecke vom Institut der Deutschen Wirtschaft dazu führen, dass vor allem Mütter mehr arbeiten. „Mittelfristig“ summierten sich die Effekte auf 50.000 bis 100.000 Vollzeitkräfte, sagte er dem „Handelsblatt“. Die zusätzlichen Ausgaben für den Ganztag seien gut angelegt, denn sie refinanzierten sich durch zusätzliche Steuern und Einnahmen der Sozialversicherungen der zusätzlich Beschäftigten.

Das Deutsche Kinderhilfswerk forderte, kurzfristig die Ausbildungskapazitäten für Erzieherinnen und Erzieher zu erhöhen. Es müsse sichergestellt werden, dass die Ganztagsbetreuung nicht in „mittelmäßigen Verwahranstalten am Nachmittag endet“.

© dpa-infocom, dpa:210611-99-956107/5

Gesetzentwurf

Kommentare