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„Klar totalitäre Anklänge“

Jörg Meuthen verlässt die AfD – Alice Weidel wirft ihm Charakterlosigkeit vor

Jörg Meuthen verlässt die AfD. Bei seinem Austritt aus der Partei findet er deutliche Worte. Alice Weidel reagiert mit einem Vorwurf.

Update vom Freitag, 28.01.2022, 15.44 Uhr: Nach Jörg Meuthens Austritt aus der AfD warf Co-Vorsitzende Alice Weidel dem ehemaligen Bundessprecher Charakterlosigkeit vor. Dass Meuthen „die Partei, der er lange vorgestanden ist, mit Schmutz bewirft, spricht nicht von Charakter“, sagte Weidel am Freitag (28.01.2022) den Stuttgarter Nachrichten und der Stuttgarter Zeitung. Sie vermute einen Zusammenhang zwischen Meuthens Austritt und der geplanten Aufhebung seiner Immunität als Europaabgeordneter.

Am Donnerstag hatte der Rechtsausschuss des Europäischen Parlament für den Immunitätsentzug Meuthens gestimmt, womit die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens durch die Berliner Staatsanwaltschaft in der Affäre um illegale Parteispenden gegen ihn wahrscheinlicher wird.

Wenden sich voneinander ab: Bereits vor seinem Austritt aus der AfD gab es interne Streitereien zwischen Jörg Meuthen (l.) und den Fraktionsvorsitzenden Tino Chrupalla (m.) und Alice Weidel. (Archivfoto)

Der AfD-Bundesvorstand reagierte schmallippig auf Meuthens Ankündigung. Der Austritt werde „zur Kenntnis“ genommen. Der Vorstand dankte Meuthen „für die Weiterentwicklung der AfD als einzige Oppositionspartei in Deutschland“.

Jörg Meuthen verlässt die AfD: „Klar totalitäre Anklänge“

Erstmeldung vom Freitag, 28.01.2022, 14.07 Uhr: Frankfurt – AfD-Bundessprecher* Jörg Meuthen legt sein Amt im Bundesvorstand nieder und ist aus der Partei ausgetreten. Das berichtet Tagesschau.de. Er soll demnach von einer Niederlage im Machtkampf mit dem formal aufgelösten Flügel um die Ausrichtung der Partei gesprochen haben. „Das Herz der Partei schlägt heute sehr weit rechts“, kritisierte Meuthen die AfD gegenüber WDR, NDR und ARD-Hauptstadtstudio.

Er sei als Parteichef mit seinem Einsatz für einen anderen Weg gescheitert, erklärte Jörg Meuthen gegenüber den ARD-Rundfunkanstalten*. Seiner Ansicht nach stünden Teile der Partei „nicht auf dem Boden der freiheitlich demokratischen Grundordnung“, so der Abgeordnete des Europäischen Parlaments. „Ich sehe da ganz klar totalitäre Anklänge.“ In der Corona-Politik* habe die AfD etwas Sektenartiges entwickelt. Eine Zukunft für die AfD sehe Jörg Meuthen nur als ostdeutsche Regionalpartei, berichtet Tagesschau.de.

Jörg Meuthen* will sein Mandat als Abgeordneter des Europäischen Parlaments in der rechtspopulistischen Fraktion „Identität und Demokratie“ dagegen behalten und sich auch in Zukunft politisch betätigen.

Jörg Meuten tritt aus der AfD aus. (Archivfoto)

Bereits im Oktober 2021 hatte Meuthen seinen Rückzug aus dem Bundesvorstand der AfD angekündigt. Beobachterinnen und Beobachter der rechtsradikalen Partei werteten dies als Niederlage im parteiinternen Machtkampf. Besonders mit Parteivize Alice Weidel und dem Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla stand Meuthen im Konflikt.

NameJörg Hubert Meuthen
Geburtsdatum29. Juni 1961 (60 Jahre)
GeburtsortEssen
Ehemalige ParteiAfD
AmtMitglied des Europäischen Parlaments

AfD-Austritt: Jörg Meuthen sieht „nationalsozialistische Anleihen“ bei Höcke

Im Gespräch mit der ARD nannte Meuthen zahlreiche Kontrahentinnen und Kontrahenten. „Chrupalla, Weidel, Gauland, Höcke, Brandner nicht zu vergessen, die werden sich richtig freuen, dass der Meuthen nun endlich weg ist. Haben sie lange dran gearbeitet“, sagte Meuthen dem WDR, NDR und ARD-Hauptstadtstudio. Bei Björn Höcke, Vorsitzender der AfD in Thüringen, sehe Meuthen ganz klar wiederholte „nationalsozialistische Anleihen“.

Jörg Meuthen war seit 2013 in der AfD. Nach dem Abgang des Parteimitgründers Bernd Lucke 2015 war er Bundessprecher geworden und übte dieses Amt erst gemeinsam mit Frauke Petry, Alexander Gauland und Tino Chrupalla aus. (ms mit AFP) fr.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka/dpa

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