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Das Netz eskaliert: „Seid ihr noch zu retten!?“

BR sorgt mit Blackfacing in Satiresendung für Mega-Skandal

BR
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Der Kabarettist Helmut Schleich als „Maxwell Strauß“.

Der Bayerische Rundfunk (BR) hat nach viel Kritik einen satirischen Beitrag mit einem fiktiven schwarz-geschminkten Kanzlerkandidaten verteidigt. In der Sendung „SchleichFernsehen“ am Donnerstagabend schlüpfte Kabarettist Helmut Schleich in die Rolle eines in Afrika lebenden Sohnes des früheren bayerischen Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß - und nutzte dafür das Mittel des „Blackfacings“.

München - Mit schwarz geschminktem Gesicht machte Schleich Witze über die aktuelle bayerische Politik. Im Internet bezeichneten Kommentatoren den Beitrag am Freitag als rassistisch.Von Blackfacing spricht man, wenn sich Weiße schminken, um Schwarze stereotyp darzustellen.

Der Journalist Malcolm Ohanwe schreibt auf Twitter, er sei „fassungslos“: „Bevor im Bayerischen Fernsehen ein Schwarzer Mann eine Sendung moderiert, malt sich die Redaktion lieber Schwarz an und verarscht afrikanische Staaten. Muss man das verstehen?“

Eine andere Userin ließ ihrer Wut ebenfalls freien Lauf: „Lieber @BR_Presse, ich glaube es hackt bei euch! Während andere aus ihren Fehlern lernen und für das Thema Rassismus sensibilisieren, macht ihr einen gestreckten Salto mit doppelter Schraube rückwärts!“

Der SPD-Politiker Liban Farah zeigte sich vom öffentlichen-rechtlichen Sender ebenfalls enttäuscht. „Es wäre schön, wenn ich einmal einen öff.-rechtlichen Sender wie den @br_online einschalten könnte, ohne Angst zu haben, dass meine Vorfahren und ich rassistisch beleidigt werden.“

Eine Sprecherin des BR teilte mit, die Diskussionen zum Thema Blackfacing und der damit verbundenen Problematik seien der Redaktion bewusst gewesen und im Vorfeld der Sendung intensiv mit Helmut Schleich diskutiert worden. „In einem Satireformat muss dem Künstler aber auch ein bestimmter Freiraum für satirische Überhöhungen zugebilligt werden. Die künstlerische Freiheit ist ein hohes Gut, lotet aber manchmal auch Grenzen aus.“

Weiter teilte der BR mit: Die Kunstfigur Maxwell Strauß sei ausdrücklich eine Karikatur von Franz Josef Strauß und sei als solche nicht losgelöst vom Text zu beurteilen: Inhalt des Beitrages sei das autoritäre Machtverständnis der Kunstfigur Maxwell Strauß.

Auf seiner Homepage schreibt der BR zur Sendung, Schleich scheue „auch vor den aberwitzigsten Kostümierungen nicht zurück“. Laut BR sagte Schleich zu dem Beitrag, als Kabarettist sei es seine Aufgabe, Dinge überspitzt darzustellen. „Gerade durch einen erfundenen Sohn Maxwell Strauß zeige ich den Import neokolonialer Strukturen aus dem globalen Norden nach Afrika auf.“

Gleich zweimal waren in den vergangenen Wochen Rassismusvorwürfe laut geworden. In der Talkshow „Die letzte Instanz“ diskutierte eine Runde ausschließlich weißer Medienschaffender darüber, ob man noch rassistisch geprägte Wörter wie „Zigeunerschnitzel“ benutzen dürfe.

Auch der Radiosender Bayern 3 musste einen „Shitstorm“ über sich ergehen lassen, nachdem Moderator Matthias Matuschik die südkoreanische Boyband BTS mit dem Coronavirus verglichen und die international erfolgreichen Musiker abfällig als „kleine Pisser“ bezeichnet hatte.

Gegen den Bayern 3-Moderator Matthias Matuschik hagelte es darauf im Internet Rassismusvorwürfe. Der Radiomoderator entschuldigte sich, ebenso wie sein Sender. Er sei sehr bestürzt über die Reaktionen, teilte Matuschik in München mit. „Es tut mir sehr leid und ich möchte mich aufrichtig entschuldigen.“

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