Service am Auto. Wann ist was fällig?

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Ein geringer Stand der Bremsflüssigkeit, Kratzen und Kreischen im Bereich der Bremsen zeigen an: Jetzt müssen Bremsbeläge und/oder Scheiben gewechselt werden.

Unzählig viele Autos schieben sich tagein, tagaus über die bayerischen Autobahnen, passieren die Großstädte und Industriegebiete und bringen zahlreiche Menschen von A nach B.

Wer kein passionierter Autofan ist, sondern das Fahrzeug lediglich als Gebrauchsgegenstand ansieht, der kümmert sich (abgesehen vom regelmäßigen Tanken) vor allem zweimal im Jahr ums eigene Gefährt: Einmal, wenn es darum geht, das Auto winterfit zu machen, und ein zweites Mal, wenn der Winterballast gegen die luftige Frühlingsausstattung gewechselt wird. Den Rest des Jahres bleibt das Auto bei vielen ungepflegt – außer einer Fahrzeugwäsche ab und an, oder es meldet sich selbstständig „zu Wort“ und erklärt, dass ein Service am Auto nötig ist. Doch welcher Service steht eigentlich wann an?

Diese Anzeichen zeigen an: Jetzt sind Bremsbeläge und Scheiben zu wechseln

In neuen, modernen Autos sind die meisten Funktionen mit einer technischen Warnmeldung verbunden, was bedeutet: Wenn es Zeit ist, die Bremsbeläge oder Bremsscheiben zu erneuern, blinkt ein entsprechendes Warnsymbol im Display auf. Ohne diesen technischen Helfer gibt es zwei Zeitpunkte, zu denen es sinnvoll ist, die Bremsen zu überprüfen: Entweder wenn der Fahrzeughalter selbst die Reifen wechselt oder wenn die Werkstatt dies übernimmt.

Als Faustformel gilt: Bremsklötze mit weniger als einem Millimeter Stärke sind zu wechseln; die Bremsbacken der Trommelbremse müssen mit einer Reststärke von einem Millimeter getauscht werden. Zudem haben Autohersteller von Mobilen mit Scheibenbremsen eine mechanische Bremsenverschleißerkennung eingebaut, die sich so äußert: Rückt der notwendige Wechsel näher, schleift ein Metallstift an der Bremsscheibe. Das kratzende Kreischgeräusch signalisiert, dass es nun höchste Zeit für einen Bremsenwechsel ist. Auch ein geringer werdender Stand der Bremsflüssigkeit kann ein Indiz dafür sein, dass der Bremsenwechsel ansteht. Die Bremsflüssigkeit aufzufüllen, ist nicht empfehlenswert. Das übernimmt die Fachwerkstatt dann, wenn sie die Bremsen tauscht.

Wer Anzeichen wahrnimmt, dass die Bremsen zu wechseln sind, muss für den Tausch von Belägen 20 bis 30 Minuten pro Rad rechnen, für den Tausch von Scheiben kommen noch einmal 15 Minuten pro Rad on top. Die Klötze zu tauschen, ist die günstigere Angelegenheit als die Scheiben zu tauschen. Je nach Art bzw. Größe des Fahrzeugs fallen Kosten zwischen 80 und 300 Euro beim Bremsentausch an. Tipp: Fahrzeughalter, die sich nicht selbst an den Bremsenwechsel wagen möchten, sollten einen Festpreis mit der Werkstatt vereinbaren. Nur so bleibt der Preis transparent und klettert auch nicht in utopische Höhen, wenn die Bremse sich nur schwer lösen lässt.

Luftfilter, Innenraumfilter und Ölfilter sind regelmäßig zu tauschen

Der Luftfilter ist das kleine Teil im Auto, das sich vorne im Motorraum befindet. Er sorgt dafür, dass der Schmutz der Umgebungsluft nicht in den Motor gelangt – und schont so den Motor. Wer den Luftfilter regelmäßig wechselt, sorgt also dafür, dass dieser den Motor effektiv schützen kann. Mit der Zeit nimmt der Luftfilter so viel Schmutz auf, dass er zu verstopfen droht, wenn er nicht getauscht wird. Bereits in der Phase, in der sich der Luftfilter füllt und füllt, ist die Verbrennung des Motors nur noch suboptimal. Die Folgen: Der Kraftstoffverbrauch steigt. Die Leistung verringert sich.

Als Faustformel gilt: Ein Luftfilter-Wechselintervall von 30.000 Kilometern wird von den meisten Autoherstellern pauschal empfohlen. Dabei können sie natürlich keine Rücksicht auf die individuelle Nutzung nehmen. Wer also viel auf unbefestigten Fahrbahnen unterwegs ist und das Fahrzeug damit viel Staub aussetzt, tut gut daran, den Luftfilter nach 10.000 gefahrenen Kilometern zu wechseln. Der Luftfilterwechsel kostet in der Regel zwischen 30 und 85 Euro – je nach Fahrzeug.

Auch der Ölfilter sorgt seinerseits für ein langes Leben des Motors und für eine optimale Leistung. Der Ölfilterwechsel sollte nach den Angaben des Herstellers erfolgen. Wichtig ist der regelmäßige Filterwechsel vor allem deswegen, weil ein voller Ölfilter das Motoröl nicht mehr reinigen kann. Die Folge: Der Motorverschleiß steigt.

Als Faustformel gilt: Je nach Hersteller kann ein Ölfilter 15.000 bis 30.000 Kilometer halten. Hier lässt sich eine eindeutige Steigerung wahrnehmen, denn alte Modelle wie etwa Oldtimer müssen bereits nach 5.000 Fahrkilometern zum Ölfilterwechsel. Die Kosten, die zwischen 70 und 115 Euro liegen, fallen meist nicht für den Filter selbst an, sondern für das Motorenöl. Bei einem Ölwechsel muss das Öl getauscht werden. Dabei handelt es sich – je nach Fahrzeug – um drei bis sieben Liter Öl im Schnitt.

Der Innenraumfilter ist hingegen ein Filter im Auto, der nichts mit dem Motor zu tun hat, sondern mit dem Fahrkomfort für die Insassen. Der Innenraumfilter filtert Staub, Pollen und andere Schmutzpartikel aus der Luft, so dass der Fahrer und die Beifahrer im Innenraum ein gutes Raumklima erwartet. Steht ein Wechsel des Innenraumfilters an, ist meist der Vorfilter dicht, denn dieser bekommt die größte Menge an Staub und Schmutz ab.

In der Regel steht der Wechsel des Innenraumfilters zur regulären Inspektion an. Wer regelmäßig seinen Innenraumfilter wechselt (das sollte mit Blick auf die Herstellerangaben und die Nutzung des Fahrzeugs erfolgen), verringert den Motoraufwand, den dieser für das Abkühlen oder Erwärmen des Innenraums benötigt. Der Wechsel des Innenraumfilters liegt zwischen 40 und 90 Euro – je nach Fahrzeug.

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