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Familie und Beruf

Euer Kind ist krank? So meldet Ihr es Eurem Arbeitgeber und das steht Euch zu

Kinderarzt
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Auch wenn das eigene Kind krank ist hat man selbst Anspruch auf Freistellung und Kinderkrankengeld.

Ist das Kind krank, heißt das für Eltern: zuhause bleiben und den Nachwuchs pflegen. Was Ihr nun beachten müsst, um keinen Ärger mit dem Chef zu riskieren.

Gerade Alleinerziehende haben es besonders schwer: Wird ihr Kind krank, sind sie oft die einzige Person, die sich um den Nachwuchs kümmern kann. Aber auch wenn beide Eltern berufstätig sind, muss ein Partner zuhause bleiben. Doch ist das so einfach möglich? Was sagt der Arbeitgeber dazu?

Kind krank: Eltern haben gesetzlichen Anspruch auf Pflegezeit

Mütter und Väter müssen sich keine Sorgen um ihren Job machen, wenn sie wegen ihres kranken Nachwuchses zu Hause bleiben. Darauf haben Eltern nämlich einen gesetzlichen Anspruch

Im Fünften Sozial­ge­setzbuch (SGB V) ist geregelt, dass sich jeder Arbeitnehmer pro Kalenderjahr und Kind bis zu zehn Arbeitstage freistellen lassen darf - unbezahlt. Beide Elternteile haben zusammen also 20 Tage, die sie ihrem kranken Kind widmen können. Alleinerziehenden stehen ebenfalls 20 Tage zu - schließlich sollen sie keinen Nachteil gegenüber Paaren haben. 

Ausnahmeregel durch Corona

Wie das Bundesministerium mitteilt wurden diese freizustellenden Arbeitstage dieses Jahr, aufgrund der allgemein herrschenden Situation, verdoppelt. Das bedeutet pro Elternteil 20 Tage und für Alleinerziehende 40 Tage.

Laut eines Urteils des Bundesarbeitsgericht können Eltern jedoch nur maximal fünf Tage hintereinander der Arbeit fern bleiben.

Anspruch auf Freistellung nur unter bestimmten Voraussetzungen

Der Anspruch zur Freistellung gilt nur für Kinder unter zwölf Jahren - und auch dann nur, wenn keine andere Person, die im Haushalt lebt, sich um das Kind kümmern kann. Lebt zum Beispiel die Oma des Kindes noch mit im Haus und kann auf den Enkel aufpassen, entfällt der Anspruch. 

Ist das Kind bereits zwölf Jahre oder älter, könnt Ihr in der Regel jedoch auch zur Pflege zuhause bleiben, solange Ihr keine andere Möglichkeit habt, Euer Kind zu versorgen. 

Anruf von Schule oder Kita: Kann ich einfach gehen? 

Müsst Ihr Euer Kind während der Arbeitszeit von Schule oder Kita abholen, weil es erkrankt ist, könnt Ihr dies nach §616 BGB problemlos tun. Das Gesetz erlaubt Euch, dass Ihr Euch kurzzeitig vom Arbeitsplatz entfernt, wenn dies für Euch unvermeidbar und unverschuldet ist. Dazu zählt auch die Betreuung Eures kranken Kindes. Der Lohn wird in diesem Fall weiter gezahlt.

Kind krank: Wie melde ich es meinem Arbeitgeber? 

Wenn Euer Kind krank ist und Ihr deshalb nicht zur Arbeit erscheinen könnt, müsst Ihr dies dem Arbeitgeber so schnell wie möglich melden - wie wenn Ihr selbst krank wärt. Außerdem braucht Ihr unbedingt ein Attest, das bestätigt, das Euer Kind krank ist. Dieses müsst Ihr jedoch - im Gegensatz zur eigenen Krankmeldung - schon am ersten Tag vorlegen, an dem Ihr nicht arbeitet.

Erkrankt Euer Sohn oder Eure Tochter erst im Laufe des Arbeitstages, müsst Ihr ebenfalls Eurem Arbeitgeber mitteilen, dass Ihr nicht weiter arbeiten könnt.

Bekomme ich Krankengeld, wenn mein Kind krank ist? 

Euer Arbeitgeber zahlt Euch für die freigestellten Pflegetage keinen Lohn. Dafür springt die Krankenkasse bei gesetzlich versicherten Arbeitnehmern mit dem Krankengeld ein. Das Krankengeld beträgt normalerweise 70 Prozent vom Bruttolohn, jedoch nicht mehr als 90 Prozent vom Nettolohn.

Je nach Arbeitsvertrag zahlen manche Arbeitgeber trotzdem - zumindest für einige Tage - den vollen Lohn. In diesem Fall zahlt die Krankenkasse kein Krankengeld. Im Arbeitsvertrag kann jedoch die volle Lohnfortzahlung explizit ausgeschlossen werden. 

ID/red

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