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Ein Piks kann Leben retten

Kümmern sich um die Spender: (Von links) Denise, Jenny, Dr. Matthias Eberhardt und Diana vom Team des Blutspendezentrums.
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Kümmern sich um die Spender: (Von links) Denise, Jenny, Dr. Matthias Eberhardt und Diana vom Team des Blutspendezentrums.

Nicht nur Blut- und Plasma kann man im Kasseler Blutspendezentrum spenden. Wer in die Knochenmarkspenderdatei aufgenommen werden möchte, kann sich dort kostenlos typisieren lassen.

Manchmal kann ein kleiner Pieks ein Leben retten. Dann etwa, wenn man sein Blut oder Plasma spendet. Oder aber, wenn man sein Gewebe typisieren lässt. Denn vielen an Leukämie erkrankten Menschen kann nur eine Stammzellenspende helfen. „Wenn sie Glück haben, finden sie schnell einen passenden Spender aus ihrer Familie“, sagt Dr. Matthias Eberhardt. „Wenn nicht, hoffen wir helfen zu können.“

Eberhardt ist Geschäftsführer und ärztlicher Leiter des Kasseler Blut- und Plasmaspendezentrums. Seit 2005 können Spendenwillige bei ihm und seinem Team am Holländischen Platz Blut und Plasma spenden. Eine Möglichkeit, die jeden Tag etwa 250 Personen nutzen, um kranken Menschen zu helfen – viele von ihnen regelmäßig.

In dem Zentrum können Spender aber nicht nur Blut und Plasma geben. Auch die Gewebetypisierung für eine mögliche Stammzellenspende ist möglich. Damit diese Daten in eine Knochenmarkspenderdatei aufgenommen werden, muss der Spender normalerweise 50 Euro zahlen. „Wir halten das aber für nicht tragbar“, sagt Eberhardt. Es könne nicht sein, dass derjenige, der helfen wolle, dafür Geld zahlen müsse. Vor allem, weil es manchmal schnell gehen müsse, da Patienten meist dringend einen geeigneten Spender brauchen. „Daher bieten wir unseren Spendern an, sich kostenlos typisieren zu lassen.“ Getragen werden die Kosten vom Blutspendezentrum selbst – ein Modell, das alles andere als alltäglich ist. „Soweit bekannt sind wir bundesweit die Einzigen“, sagt Eberhardt.

Dabei ist diese Typisierung unheimlich wichtig. „Jedes Jahr ist für über mehrere tausend Menschen eine Stammzellenspende die einzige Überlebenschance“, erklärt Dr. Udo Vögeler, Leiter des Typisierungslabors im Blutspendezentrum. Sie sei abhängig von der Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger. Daher könne sich die Suche nach einem geeigneten Spender lange hinziehen. Derzeit, so Vögeler, liegt die Chance, einen Spender zu finden, bei etwa 85 Prozent. Damit das so bleibt oder sogar noch verbessert wird, will das Team vom Blutspendezentrum helfen. Jeder Blut- und Plasmaspender am Holländischen Platz wird daher gefragt, ob er sich auch typisieren lassen will – kostenlos. Viele sagen zu, sagt Eberhardt und ergänzt: „Darauf sind wir natürlich stolz.“

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