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Darüber sprechen Männer nicht

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Dr. Dr. Stefan Buntrock

Prostatakrebs ist in den vergangenen Jahren zur Krebserkrankung Nummer eins unter den Männern westlicher Industrienationen aufgestiegen. „Immer mehr Männer nehmen die Angebote zur Vorsorge wahr, wodurch man die Krankheit oft in einem frühen Stadium entdeckt“, sagt Dr. Dr. Stefan Buntrock, Chefarzt der Klinik am Kurpark in Bad Wildungen.

Nach der Diagnose schließt sich für viele eine so genannte Radikalbehandlung an, bei der man die Prostata operativ entfernt. Aber der Eingriff hat seinen Preis: Typische Begleiterscheinungen sind Inkontinenz und Impotenz. Trotz moderner Operationstechnik lassen sich diese Probleme nicht immer umgehen. „Doch über solche pikanten Sachen spricht man nicht. Außer im Fernsehen. Vor der Mattscheibe endet die tabufreie Zone. Dabei sollten gerade Probleme des Unterleibs aktiv angegangen werden, denn sie können die individuelle Lebensqualität nachhaltig schmälern“, unterstreicht Stefan Buntrock.

Eine Entfernung der Prostata bewirkt fast immer, dass die Potenz zeitweilig verschwindet, auch wenn die Operation „nervschonend“ ausgeführt wurde. Es könne mehrere Monate bis über ein Jahr dauern, bis sie wiederkehre, erklärt der Chefarzt. Um diesen Prozess zu fördern, wird in der Frühphase gerne ein Medikament verordnet, das die Durchblutung des Gliedes steigert. Dieses soll verhindern, dass die Schwellkörper an Funktion verlieren. An Erektion zum Zwecke der Sexualität wird zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht gedacht. Es geht lediglich darum, den Status quo zu wahren. Denn werden Schwellkörperzellen nicht ausreichend mit Blut versorgt, können sie absterben. Eine Erektion auf natürlichem Wege kann dadurch später unmöglich werden, selbst wenn sich die Nerven wieder vollständig erholen. Neben Tabletten und Injektionen kann auch eine Vakuumpumpe sehr effektiv sein.

Auch gegen Inkontinenz nach Prostataoperationen lässt sich gezielt etwas tun. „Beckenboden und Schließmuskel sich selbst zu überlassen, ist nicht die beste Lösung“, warnt Stefan Buntrock. „Systematisches Training hilft, frühzeitig wieder die Kontrolle über die eigene Blase zu erlangen, was wissenschaftliche Studien belegen.“ Den eigenen Schließmuskel zu finden, ist anfangs nicht so einfach wie es klingt. Übung macht den Meister, doch ohne fachkundige Trainer geht es meist nicht. Eine urologische Rehabilitation im Anschluss an den Krankenhausaufenthalt kann daher sinnvoll sein. „Ein Team aus verschiedenen Spezialisten kümmert sich hier nicht nur um die oben geschilderten Probleme, sondern bietet auch Hilfestellung, das Geschehene seelisch zu verarbeiten. Die bundesweit größten Einrichtungen dieser Art gibt es in Bad Wildungen“, sagt Dr. Buntrock. (rdm)

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