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Wortfindungsstörungen & schlechteres Denkvermögen

10 IQ-Punkte weniger nach Corona: Studie zeigt vorzeitige Alterung des Gehirns – vor allem in einer Gruppe

Jeder hat mal eine Wortfindungsstörung. Doch tritt diese häufiger auf und in Verbindung mit anderen kognitiven Problemen, kann es sich um eine Post-Covid-Folge handeln.

Nicht alle überstehen eine Corona-Infektion ohne Folgen. Wenn der Körper auch noch Wochen nach Covid-19 Symptome zeigt, sprechen Mediziner von Long Covid. Sehr selten ist dieses Phänomen nicht. Rund zehn Prozent der ungeimpften Menschen, die von Covid-19 genesen sind, entwickeln Long Covid, so Dr. Jördis Frommhold, Chefärztin der Abteilung für Atemwegserkrankungen und Allergien an der Median Klinik in Heiligendamm. Manche Untersuchungen würden Frommhold zufolge sogar ergeben, dass es ganze 40 Prozent der Ungeimpften sind, die Long Covid entwickeln. Die Geimpften würden einen besseren Long Covid-Schutz genießen. Hier sind es Frommhold zufolge unter den Genesenen fünf Prozent, die Corona-Langzeitfolgen entwickeln. Daher rät Frommhold eindringlich zur Coronaschutzimpfung.

Long Covid kann zwar viele Organsysteme wie etwa das Herz-Kreislauf-System betreffen, doch besonders ausgeprägt und häufig scheinen neuropsychiatrische Spätfolgen zu sein. Das geht aus einem Bericht von Springer Mediziner hervor, der auf dem Fachportal National Library of Medicine veröffentlicht wurde. Nach einer Auswertung der Post-Covid-Ambulanz an der neurologischen Klinik der Yale-Universität nannten 60 Prozent von 63 Patienten als Hauptbeschwerden kognitive Beeinträchtigungen wie Gedächtnisprobleme und Sprechschwierigkeiten, rund die Hälfte hatte neuromuskuläre Beschwerden, ein Drittel litt unter starken Kopfschmerzen, etwa 15 Prozent unter Ängsten und Depressionen, heißt es hier.

Sogar dümmer soll eine schwere Corona-Infektion machen, wie eine aktuelle britische Studie annehmen lässt.

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Sie sind vergesslich und müssen sich mit Notizzetteln behelfen? Nach einer schweren Corona-Infektion kann Vergesslichkeit zunehmen.

Corona-Folgen gleichzusetzen mit dem Hirn-Abbauprozess zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr

Adam Hampshire vom Department of Brain Sciences am Imperial College London und sein Team aus britischen Forschenden hatten herausgefunden, dass Corona-Patienten, die auf einer Intensivstation behandelt wurden, noch sechs Monate später unter schweren kognitiven Beeinträchtigungen litten. Wie die britischen Wissenschaftler in ihrer im Fachjournal eClinicalMedicine veröffentlichten Studie informieren, können die Corona-Folgen mit dem natürlichen Abbauprozess des Gehirns im Alter zwischen 50 und 70 Jahren verglichen werden. Wie das Ärzteblatt weiter berichtet, entspricht das in etwa einem Verlust von zehn IQ-Punkten.

Die Forscher analysierten die Daten von 46 Personen, die von März bis Juli 2020 im Addenbrooke‘s Hospital wegen Covid-19 auf der Intensivstation behandelt wurden. 16 Patienten mussten mechanisch beatmet werden. Alle unterzogen sich einer computergestützten kognitiven Bewertung bei einer durchschnittlichen Nachbeobachtung von rund sechs Monaten nach der akuten Erkrankung. Die Tests ähnelten dem Ärzteblatt zufolge denjenigen, die auch in Intelligenztests zum Einsatz kommen. Getestet wurde unter anderem die Reaktionsgeschwindigkeit und auch Aufgaben mussten von den Probanden gelöst werden. Das Ergebnis: Im Vergleich zu gesunden Kontrollgruppen ohne Post-Covid erzielten die 46 Probanden schlechtere Ergebnisse. Sie „waren in ihren Antworten weniger genau und langsamer“, so die Forschenden in ihrer Studie. Besonders schlecht schnitten die Patienten ab, die maschinell beatmet worden waren. In Hinblick auf kognitive Leistungen und Verarbeitungsgeschwindigkeit konnten die Wissenschaftler feststellen, dass sich beides „qualitativ von den Profilen des normalen Alterns unterschied und in der Größenordnung mit den Auswirkungen des Alterns zwischen 50 und 70 Jahren vergleichbar war“.

Mehr Informationen zur Studie „Multivariate profile and acute-phase correlates of cognitive deficits in a COVID-19 hospitalised cohort“

Veröffentlichungsdatum: 1. Mai 2022

Untersuchungszeitraum: 10. März bis 31. Juli 2020 und Nachuntersuchungen im Mittel sechs Monate nach der akuten Erkrankung

Veröffentlicht im Fachjournal eClinicalMedicine (Teil der Fachzeitschrift The Lancet)

Umfang: 46 Studienteilnehmer

Studienautoren: Britisches Forscherteam um Adam Hampshire vom Department of Brain Sciences am Imperial College London

(jg)

Rubriklistenbild: © Imago

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