Auch Nudeln waren tabu

Frau ernährt sich 40 Tage ohne Zucker - das hat schwerwiegende Folgen

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Schokolade war für "Focus Online"-Redakteurin Hanna Klein nicht mehr drin, als sie ihre Zuckerfrei-Challenge startete. (Symbolbild)
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Fast sechs Wochen ohne jeglichen Zucker, wie wirkt sich das auf den Körper aus? Eine Frau wagte den Selbstversuch - und kämpfte danach mit negativen Folgen.

Zucker ist heutzutage in vielen Lebensmitteln versteckt, sei es in Suppen, Soßen oder Brot. So nehmen wir jede Menge Zucker zu uns, den wir gar nicht bemerken. Wer dann noch gerne Schokolade, Gummibärchen und Co. nascht, strapaziert sein Zuckerkonto gerne über. Doch zu viel Zucker sorgt nicht nur für Übergewicht, es droht auch Diabetes. Außerdem soll ein Übermaß der süßen Versuchung sogar Herz und Gehirn schädigen. 

Zuckerfrei-Challenge: Münchnerin muss viele Hürden meistern

Dieser schädlichen Zuckersucht wollte Hanna Klein entfliehen - und startetet einen Selbstversuch: 40 Tage ohne Zucker. Und das, obwohl die Online-Redakteurin aus München durchaus Schokolade liebte. Doch bei der Zuckerfrei-Challenge, die in den letzten beiden Jahren einen waren Hype in den sozialen Medien erfahren hat, geht es um mehr als auf Süßigkeiten und versteckten Zucker zu verzichten. In der ersten Zeit war für Hanna auch Stärke aus Nudeln, Getreide und Kartoffeln tabu, um ihren Körper zu entwöhnen. 

Also befasste sie sich mit Lebensmitteln, die sie essen durfte. Und schon bald tauchten die ersten Hindernisse auf: Viele dieser zuckerfreien Lebensmittel gab es in gewöhnlichen Supermärkten nicht (obwohl die inzwischen versuchen, ein wenig gegenzusteuern). Ihre Einkaufstour verlagerte sich immer mehr in Bio-Supermärkte und Asia-Läden, wo sie etwa Buchweizen und Glasnudeln aus Mungobohnen einkaufte. Dieser Spießrutenlauf fraß ziemlich viel Zeit. Genauso wie die ständige Suche nach geeigneten Rezepten sowie das Kochen und Vorbereiten dreier Mahlzeiten. 

Ergebnis nach 40 Tagen zuckerfrei: weniger müde, zwei Kilo weg

Doch der Aufwand hatte sich schon bald gelohnt. „Schon nach dem ersten Drittel meiner 40-Tage-Challenge stellte ich fest: Mein Verlangen nach Süßkram war quasi weg“, schrieb die junge Frau in ihrem Erfahrungsbericht auf Focus Online. Und das selbst, wenn Leute neben ihr Süßigkeiten naschten. „Ich fühlte mich stark, weil der Zucker mir scheinbar nichts mehr anhaben kann.“ Auch die berühmte Mittagsmüdigkeit, die gerne nach einem Teller Pasta einsetzt, blieb bei ihr völlig aus. Außerdem entdeckte sie viele leckere Rezepte, wie Buchweizenrisotto und selbstgemachtes Granola, Blumenkohlpizza und frisch angerührtes Bananeneis. Ein netter Nebeneffekt: Nach 40 Tagen saßen die Hosen wesentlich lockerer, zwei Kilo dürften ihrer Schätzung nach geschmolzen sein.

„Trotzdem gab es viele Momente, in denen ich am liebsten alles hingeschmissen hätte“, schreibt sie weiter. „Wenn nach einem Arbeitstag mit vielen Überstunden die Supermärkte in München schon zu hatten und ich erst gegen 21 Uhr nach Hause kam. Lust zum Kochen und Vorbereiten hatte ich dann keine mehr. Also gab es zum Abendessen einfach Käse, Möhren und Oliven. Und am nächsten Tag in der Kantine dann nur etwas Salat mit Öl und Salz – alles andere war voller Zucker.“

Mehr zum Thema: Zweijährige hat noch nie Zucker gegessen - Folgen sind erstaunlich.

Die verheerenden Folgen: "Zucker ist das Böse"

Doch der dicke Haken kommt zum Schluss - mit einer Sache, mit der sie wohl selbst nicht gerechnet hatte: Nach der Zuckerfrei-Challenge hatte sich ihr Körper so vom Zucker entwöhnt, dass sie einige Sachen nicht mehr essen konnte. Ihr sei regelrecht schlecht geworden. „Zum Beispiel von Nacho-Chips mit Dip. Die versteckten Zusatz-Zucker bei verarbeiteten Lebensmitteln war ich gar nicht mehr gewöhnt“, berichtet sie bei der Huffington Post

„Mit der Zeit wurde es ein bisschen besser. Aber ich kann immer noch kaum Süßigkeiten essen.“ Selbst ein normaler Teller Pasta sei für die Münchnerin lange nicht mehr drin gewesen. „Alles, was Weißmehl und Fertigsoßen enthält, bedeutet unangenehmes Magengrummeln.“ So sei ein Abend bei Freunden oder ein schneller Snack unterwegs ziemlich schwierig geworden.

Aber nicht nur ihr Körper, auch ihre Denkmuster hätten sich nach der Zuckerfrei-Challenge verändert. „Unbeschwertes Essen gibt es für mich seit meinem Zucker-Experiment fast nicht mehr. Ich denke jetzt immer: Oh Gott, Zucker ist das Böse.“ Die Lust am Essen ist ihr bei diesem Experiment offenbar vergangen. 

Lesen Sie auch: Bloggerin isst ein Jahr keinen Zucker - so erging es ihr.

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as

Vor versteckten Zuckerbomben in Acht nehmen

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