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Schwerer Verlauf bei Covid-19

Ecmo nach Corona-Infektion: Mehr als die Hälfte stirbt trotz künstlicher Beatmung

Corona-Patienten mit schwerem Verlauf müssen häufig künstlich beatmet werden. In Deutschland sterben dennoch 77 Prozent der Intensivpatienten, laut Studie.

Frankfurt – Insbesondere zu Beginn der Pandemie mit den Alpha- und Delta-Varianten verzeichneten Kliniken in Deutschland eine hohe Auslastung auf den Intensivstationen. Ärzte und Pfleger arbeiteten am Anschlag, um die bis dato noch ungeimpften oder nicht vollständig geimpften Corona-Patienten zu versorgen. Im Februar 2022 verzeichneten die Krankenhäuser trotz sinkender Fallzahlen wieder mehr Corona-Patienten (2349) auf den Intensivstationen. Zum Vergleich: Im Winter 2020/2021 waren es mit 5800 Intensivpatienten über doppelt so viele.

Ecmo nach Corona-Infektion: Mehr als die Hälfte stirbt trotz künstlicher Beatmung

Eine Infektion mit dem Coronavirus kann die Lunge schädigen und Lungengewebe zerstören. In der Regel kommt es dazu eher bei schweren Verläufen von Covid-19, weniger bei leichten*. Bei vielen der schwer Covid-19-Betroffenen muss die Lungenfunktion künstlich unterstützt bzw. übernommen werden. Dies passiert mittels sogenanntem Ecmo-Verfahren. Bei der sogenannten extrakorporalen Membranoxygenierung (Ecmo) wird der Patient an ein Gerät angeschlossen, dass wie eine künstliche Lunge funktioniert und zeitweise sogar die Atemfunktion des Intensivpatienten komplett übernimmt.

Beim Ecmo-Verfahren führt geschultes Intensivpersonal zwei Kanülen in die größten Venen des Körpers ein. Über die eine Kanüle wird Blut des Patienten nach außen geführt, um im Ecmo-Gerät den Gasaustausch künstlich zu ermöglichen. Dabei wird das Blut mit Sauerstoff angereichert, gleichzeitig wird Kohlendioxid abgegeben. Mittels zweiter Kanüle wird das sauerstoffreiche Blut wieder zurück in den Körper des Intensivpatienten geleitet.

Ecmo nach Corona-Infektion: Rund drei Viertel der über 60-Jährigen überleben nicht

Mehr als die Hälfte der Intensivpatienten in Deutschland stirbt trotz künstlicher Beatmung. (Symbolbild)

Im internationalen Vergleich sind in Deutschland wesentlich mehr ältere Menschen nach einer Ecmo-Behandlung verstorben. Das geht aus einer Studie hervor, die im Februar 2022 im „European Journal of Anaesthesiology“ erschienen ist. Mit Hilfe der von einem Forscherteam der Universitätsklinik Frankfurt erstellten Studie wurden die Daten deutscher Krankenhäuser zwischen Januar 2020 und Ende September 2021 ausgewertet. Die Forschenden um Benjamin Friedrichson, Intensiv- und Notfallmediziner am Klinikum Frankfurt, untersuchten dabei die 4279 Ecmo-Behandlungen aller betroffenen Covid-19-Patienten.

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Ecmo-Behandlung für schwere Corona-Verläufe erfordere mehr Erfahrung

Der Studie zufolge starben rund 77 Prozent der über 60-Jährigen nach der Ecmo-Behandlung. „Die Ärzte hierzulande machen keine schlechte Medizin, und die Ecmo ist eine wunderbare Therapie, die wir nicht missen wollen“, sagte Friedrichson der Nachrichtenagentur dpa zufolge. Dennoch seien die Zahlen inakzeptabel und lassen die Fachleute aufschrecken. Generell brauche es sehr viel Erfahrung und Expertise, um die Sterblichkeitsrate der Ecmo-Patienten deutlich zu minimieren. Denn auch aktuell müssen immer wieder Patienten mit Booster-Impung intensiv behandelt* werden. Die Experten gehen aber auch davon aus, dass die restlichen 23 Prozent der älteren Corona-Patienten ohne die Ecmo-Behandlung gestorben wären.

Ecmo bei schwerem Lungenversagen: Das Risiko für einen tödlichen Verlauf steigt mit dem Alter

Im Vergleich zeigt sich, dass internationale Publikationen zu spezialisierten Lungen-Zentren im Ausland deutlich bessere Überlebensraten aufweisen. Je nach Studie starben „nur“ zwischen 37 und 53 Prozent der Corona-Patienten mit schwerem Lungenversagen. Allerdings waren die Behandelten im Durchschnitt jünger. Das Risiko für einen tödlichen Covid-19-Verlauf steige mit dem Alter. Es wird nicht ausgeschlossen, dass das Ecmo-Verfahren in anderen Ländern im Vergleich zu Deutschland mehr für Jüngere genutzt wurde. Und die jüngeren Corona-Patienten überlebten in der Regel eher. *Merkur.de, fr.de und 24vita.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Dieser Beitrag beinhaltet lediglich allgemeine Informationen zum jeweiligen Gesundheitsthema und dient damit nicht der Selbstdiagnose, -behandlung oder -medikation. Er ersetzt keinesfalls den Arztbesuch. Individuelle Fragen zu Krankheitsbildern dürfen von unseren RedakteurInnen leider nicht beantwortet werden.

Rubriklistenbild: © Florian Bachmeier/Imago

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