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Corona

Maskenskandal um Fynn Kliemann: Hanfprodukthersteller äußert sich zur Zusammenarbeit mit Kliemannsland

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Der Hanfprodukthersteller VAAY distanziert sich nach dem Maskenskandal von Fynn Kliemann. Laut Unternehmen wird es keine weitere Kooperation geben, sollten sich die Vorwürfe bewahrheiten. (kreiszeitung.de-Montage)

Immer mehr Unternehmen distanzieren sich nach dem Maskenskandal von Fynn Kliemann. Auch das Hanfproduktunternehmen Sanity Group arbeitete mit dem Kliemannsland zusammen und äußert sich nun zur ehemaligen Kooperation.

Niedersachsen/Landkreis Rotenburg – Nach dem Maskenskandal rund um Fynn Kliemann beenden immer mehr ehemalige Partner und Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Unternehmer und Influencer. Auch das Hanfproduktunternehmen „Sanity Group“ wird in Zukunft keine weitere Kooperation mit dem Unternehmer anstreben. Auf Nachfrage von kreiszeitung.de äußert sich das Hanf-Unternehmen zur ehemaligen Zusammenarbeit.

Nach Maskenskandal: Hanfprodukthersteller beendet Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann

Satiriker Jan Böhmermann erhob Anfang Mai in seiner Sendung „ZDF Magazin Royale“ Vorwürfe gegen Kliemann. Den Recherchen zufolge soll der Influencer und Unternehmer Corona-Schutzmasken als fair produzierte Güter aus der EU vertrieben haben, obwohl sie in Bangladesch und Vietnam produziert wurden. Nach dem Bekanntwerden der Vorwürfe sprangen immer mehr Partner des Influencers ab, manche Unternehmen prüfen sogar rechtliche Schritte.

Jan Böhmermann erhob in seiner Sendung Anfang des Monats Vorwürfe gegen Fynn Kliemann. Seit dem beendeten immer mehr Partner und Unternehmen die Zusammenarbeit mit dem Influencer.

Maskenskandal und Fynn Kliemann: Diese Partner trennten nach den Anschuldigungen

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Hanf-Labyrinth im Kliemannsland: Gegen Vergütung ging Hanf an Sanity Group

Im Mai 2021 überraschte Fynn Kliemann seine Follower und Community mit der Anlage eines fünf Hektar großen Hanffeldes auf dem Gelände des Kliemannslands in Niedersachsen. Darin war ein zwei Hektar großes Hanf-Mais-Labyrinth enthalten. Die erntebereiten Pflanzen sollten anschließend in einer Biogasanlage verwertet werden. Ein Teil des Hanfs ging nach einer Vergütung an den die Sanity Group. Diese vermarktet Cannabis- und CBD-Produkte unter verschiedenen Marken – darunter auch VAAY. Unter VAAY werden CBD-Produkte, wie Hanföl oder einem Sportgel, das bei Verspannungen und Muskelkater helfen soll.

Öl aus Hanfpflanzen: Was ist CBD?

Die Abkürzung „CBD“ steht für Cannabidiol. Es wird aus der Blüte der Cannabispflanze gewonnen. CBD wird nachgesagt, dass es beruhigend wirken soll. Außerdem sei es entzündungshemmend, schmerzstillend und angstlösend.

Fynn Kliemann und VAAY: Wie kam es zur Zusammenarbeit mit dem Hanfprodukthersteller?

Auf Instagram erzählte Kliemann im vergangenen Jahr, wie begeistert er von dem Sportgel sei, das er regelmäßig bei Schmerzen benutze. Dabei handelte es sich um ein CBD Produkt. Kurze Zeit später kam die Kooperation mit VAAY zustande. Nach Angaben von Thilo Grösch, Pressesprecher der Sanity Group, zu der auch die Marke VAAY gehört, sei die Zusammenarbeit die Idee von Kliemann gewesen. „Fynn Kliemann wurde durch eines der Produkte unserer Marke VAAY auf uns aufmerksam und hat sich darauf bei uns gemeldet.“

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Kliemann trat mit der Idee an das Unternehmen heran, auf der freien Fläche auf dem Gelände des Kliemannslands Nutzhanf anzubauen. Nach der Ernte wurde ein Teil davon zur Weiterverarbeitung für die Produkte an VAAY verkauft. „Zur Diskussion stand hier auch mal ein gemeinsames Produkt, zu dem es jedoch nicht gekommen ist“, berichtet Grösch.

Unterstützung von Landwirten geholt: Kliemannsland eigenständig für das Hanffeld zuständig

Wie der Pressesprecher der Sanity Group erklärte, war das Kliemannsland für die Fläche eigenständig verantwortlich gewesen. Er hätte sich dafür die Unterstützung eines Landwirts geholt, der Anbau von Nutzhanf sei in Deutschland grundsätzlich legal. „Wir haben entgegen anderslautender Berichte keine Fläche auf dem Kliemannsland gepachtet oder Ähnliches.“

Wir haben entgegen anderslautender Berichte keine Fläche auf dem Kliemannsland gepachtet oder Ähnliches.

Thilo Grösch, Pressesprecher der Sanity Group

Für Nutzhanf und Influencer-Kooperation erhielt Kliemann eine Vergütung

Nach der Ernte und der Lieferung des Nutzhanfs im vergangenen Spätsommer ist es nach Aussagen der Sanity Group zu keinem weiteren Projekt gekommen. Es habe noch vereinzelt Influencer-Kooperationen auf Instagram gegeben, „die letzte ist hier jedoch auch bereits eine Weile her“. Für die Nutzhanflieferung sowie die Influencer-Kooperation erhielt Fynn Kliemann eine Vergütung. Über die genaue Höhe könne keine Auskunft gegeben werden. Sie liege jedoch „im gängigen Bereich“.

Nach Maskenskandal: Keine weitere Zusammenarbeit zwischen Hanfprodukthersteller und Fynn Kliemann

Und nach Ansicht des Hanfproduktherstellers könnte dies auch so bleiben, sollten die Vorwürfe gegen Kliemann stimmen. Die Sanity Group sowie VAAY distanzieren sich von dem Unternehmer: „Sollten die aktuell im Raum stehenden Vorwürfe gegen Fynn Kliemann nicht vollständig entkräftet werden, wird es in dieser Form keine weitere Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann geben.“

Sollten die aktuell im Raum stehenden Vorwürfe gegen Fynn Kliemann nicht vollständig entkräftet werden, wird es in dieser Form keine weitere Zusammenarbeit mit Fynn Kliemann geben.

Thilo Grösch, Pressesprecher der Sanity Group

Kooperation mit Kliemannsland vorerst beendet: Wie geht es mit dem Hanffeld weiter?

Die Abwicklung des Hanf-Projekts habe die Sanity Group mit dem Geschäftsführer und dem Team des Kliemannsland gemacht. Kliemann selbst sei in der weiteren Kommunikation und Abwicklung nicht involviert gewesen. Er habe das Projekt lediglich angestoßen. Auf Anfrage erklärt Thilo Grösch, dass er nicht sagen könne, was in Zukunft mit der Fläche auf dem Gelände des Kliemannslands weitergeht. „Was mit dem Hanffeld im Kliemannsland passiert, können wir Ihnen nicht beantworten, das ist alleinige Entscheidung des Kliemannsland, wir sind und waren da nicht involviert.“

Wirtschaftliche Konsequenzen: Hanf vom Kliemannsland falle nicht ins Gewicht

Wirtschaftlich schwierig wird es für den Hanfprodukthersteller nicht. Wie die Sanity Group erklärt, seien fünf Hektar keine große Fläche. Das Erntematerial sei verglichen mit den sonstigen Mengen marginal und falle nicht ins Gewicht. Das Hanf beziehungsweise die Hanfextrakte für die Produkte würden in großen Mengen von unabhängigen Landwirten und Zulieferern, unter anderem aus Deutschland und anderen europäischen Ländern stammen. Die Flächen bei den Landwirten, die Nutzhanf anbauen, liegen „gut und gerne bei circa 50 - 100 Hektar.“ „Es war ein einfach ein kleines Projekt, das wir gemeinsam mit dem Kliemannsland gemacht haben, nicht mehr, nicht weniger“, erklärt der Pressesprecher.

Fall Fynn Kliemann: neue Informationen, E-Mails und eine Anzeige bei der Polizei Rotenburg

In der Causa Kliemann kehrt währenddessen keine Ruhe ein. Immer neue Informationen kommen ans Licht. So sollen E-Mails belegen, dass Flüchtlingscamps für fehlerhaft gelieferte Masken bezahlt haben sollen. Aus der Bevölkerung gehen derweil Hinweise bei der Polizeiinspektion Rotenburg ein. Auch eine Anzeige hat es gegeben. Die Polizei steht im engen Austausch mit der Staatsanwaltschaft.