"Ich dachte: Das war’s!"

Überlebenskampf auf dem Gleis - Gewalttäter wieder frei! 

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Fast wäre der Familienvater von einer S-Bahn überrollt worden. 
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Dresden - Dieses Gewaltverbrechen macht fassungslos: Ein Familienvater wurde am frühen Freitagmorgen fast von einem Zug überrollt. Die Staatsanwaltschaft sieht es weniger dramatisch. 

Gegenüber Tag24 schildert der 40-jährige René J., was am S-Bahn-Haltepunkt Zschachwitz in Dresden geschah. Er glaubt, dass die beiden Täter ihn umbringen wollten. Fest steht: Es war eine lebensbedrohliche Attacke am frühen Morgen.

"Ich war panisch"

Alles begann damit, dass die beiden alkoholisierten und polizeibekannten Asylbewerber aus Marokko (23) und Libyen (27) von ihm Feuer für ihre Zigaretten wollten. René J. war zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle. Als er ablehnte, weil er es eilig hatte, trat der Haupttäter gegen sein Fahrrad. Der Familienvater wehrte sich - und landete daraufhin mitsamt seines Rades auf dem Gleisbett. 

Der Kampf ging weiter: "Ich versuchte mehrfach wieder hochzuklettern", erzählt René J. der Redaktion von Tag24. Doch der Haupttäter verhinderte das immer wieder durch Fußtritte.

Da kam schon die S-Bahn eingefahren: "Ich war panisch, versuchte ein letztes Mal, hochzukommen. Aber der Haupttäter ließ das nicht zu. Ich war wie gelähmt, hörte nur das Quietschen der Bremsen, sah Funken fliegen - ich dachte: Das war’s. Ende."

"Solche Täter gehören hinter Gitter"

Doch die S1 konnte glücklicherweise noch rechtzeitig bremsen, weil der Zugführer gedankenschnell reagierte, wie es in einer Pressemitteilung der Bundespolizei heißt. Der Zug kam wenige Meter vor dem Gewaltopfer zum Stehen. Der Lokführer war es auch, der die Polizei alarmierte, welche beide Tatverdächtige in einer nachfolgenden S-Bahn festnehmen konnte.

Die Staatsanwaltschaft ließ die beiden Gewalttäter mittlerweile aber wieder aus der U-Haft. Sie ermittelt nur wegen gefährlicher Körperverletzung, einem gefährlichen Eingriff in den Bahnverkehr und Nötigung. Verstehen kann das der 40-Jährige im Interview mit Tag24 nicht: "Täter, die so etwas tun, egal welcher Nationalität, gehören hinter Gitter".

Staatsanwaltschaft: Flucht über Nachbargleis wäre möglich gewesen

Aus Sicht der Dresdner Staatsanwaltschaft war der Fall weniger dramatisch: "Nach einer Prüfung des Sachverhalts kommt ein versuchtes Kapitalverbrechen nicht in Betracht", erklärte am Sonntag Oberstaatsanwalt Lorenz Hase auf Anfrage der Dresdner Neueste NachrichtenDer Geschädigte habe schließlich die Möglichkeit gehabt, sich in die andere Richtung über das Nachbargleis in Sicherheit zu bringen.

Die Bundespolizei wolle nun das Material der Videokameras am Haltepunkt auswerten und Zeugen befragen. Mindestens eine weitere unbeteiligte Person soll sich auf dem Bahnsteig befunden haben. 

Quelle: rosenheim24.de

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