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Kommt dieser Landwirt ohne Strafe davon?

landwirt
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Der Landwirt aus dem Landkreis Altötting bei der Entsorgung lebender Hühner.

Altötting - Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat jetzt das Verfahren gegen einen Geflügelzüchter aus dem Landkreis eingestellt. Doch abgeschlossen ist der Skandal damit noch nicht.

Ein älterer Mann in einer blauen Latzhose schlägt Hühner mit dem Kopf voran brutal gegen eine Mülltonne. Anschließend wirft er die teilweise noch zappelnden Tiere in den Kadaver-Behälter. Diese Aufnahmen der "Soko Tierschutz" aus einem Hühnermastbetrieb im Landkreis Altötting sorgten Anfang September 2013 in ganz Deutschland für Entrüstung. Doch die Enthüllung blieb nicht ohne Folgen für den Hühnerzüchter. Der Geflügelproduzent Wiesenhof kündigte seinen Vertrag mit dem Landwirt und erstattete Anzeige. Auch Friedrich Mülln von der "Soko Tierschutz" zeigte den Mann an. "Wir wollten damit erreichen, dass gegen ihn ein Tierhaltungs-Verbot ausgesprochen wird", erklärte Mülln.

Doch die Anzeigen blieben ohne Erfolg: Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat das Verfahren gegen den Landwirt eingestellt. "Der Tatnachweis konnte nicht geführt werden", so die Begründung von Pressesprecher Björn Pfeifer. Die Filmaufnahmen der Tierschützer seien dabei berücksichtigt worden. Zu den einzelnen Beweismitteln wollte sich die Staatsanwaltschaft nicht äußern.

Mülln reagierte erbost über die Einstellung des Verfahrens: "Damit haben die Behörden gezeigt, dass es in Deutschland keine Tierschutzgesetze braucht, denn anscheinend kann man die schwersten Verstöße durchführen und kommt damit davon." Die Argumentation der Staatsanwaltschaft, dass die Beweismittel nicht ausgereicht hätten, sei für ihn nicht nachvollziehbar. "Wir haben Aufnahmen aus der Kadaver-Tonne, die eindeutig zeigen, wie lebende Tiere entsorgt werden. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz." Mülln vermutet nun, dass man seitens der Staatsanwaltschaft keinen Präzedenzfall schaffen wollte, "weil man sonst gegen viele andere Betriebe auch vorgehen müsste".

Für den Landwirt könnte das ganze aber trotzdem noch rechtliche Folgen haben. Wie Klaus Zielinski vom Landratsamt Altötting am Donnerstag verkündete, werde man auf jeden Fall ein Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen den Mann einleiten. "Wir müssen allerdings noch auf die Akten der Staatsanwaltschaft warten." Die Höchststrafe in so einem Verfahren liegt bei einer Geldbuße von 25.000 Euro für den Angeklagten. Zielinski geht allerdings davon aus, dass die Strafe für den Landwirt weit darunter liegen wird. Für Mülln sei das allerdings "erst recht ein Schlag ins Gesicht". Das Vergehen des Hühnerzüchters werde damit auf ein Falschpark-Niveau herabgesetzt. Er werde den Tierbetrieben im Landkreis auch weiter genau auf die Finger schauen.

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