Seine Weide liegt genau auf der Grenze

Amt droht Thüringer Landwirt mit saftigen Strafen, weil seine Kühe in Bayern grasen

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Eine Herde Heckrinder aus Thüringen darf künftig nicht mehr in Bayern grasen.
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Thüringen/Bayern - Weil sein Weideland genau auf der Grenze zwischen zwei Bundesländern liegt, drohen einem Landwirt nun saftige Geldstrafen. Seine Rinder dürfen nämlich nicht mehr einfach so von Bayern nach Thüringen wandern und zurück.

Für viele Deutsche ist es Alltag: Man wohnt in einem Bundesland und arbeitet in einem anderen. Morgens und Abends verbringt man ein bis zwei Stunden in Bus, Bahn oder Auto und pendelt von der Arbeit ins Büro und wieder zurück. Seltener kommt es dagegen vor, dass deutsches Nutzvieh die Grenzen eines Bundeslandes regelmäßig überquert, um seinem Tagesgeschäft nachzugehen. 

Da sind die Kühe vom thüringischen Bauern Dietmar K. eine Ausnahme. Die grasen nämlich gerne im heimatlichen Thüringen, nur um zwischendurch einen kleinen kulinarischen Ausflug auf bayerisches Grasland zu machen. Das schmeckt vielleicht den Rindern, nicht aber den Behörden, berichtet bild.de

Der Landwirt aus Hildburghausen hat seine Weide genau an der bayerisch-thüringischen Grenze, sie liegt quasi zur Hälfte in beiden Bundesländern. Seine Heckrinder pendelten also immer zwischen den beiden Bundesländern hin und her. Jetzt soll der Bauer einen 150 Meter langen Elektrozaun auf der Grenze spannen, um seinen Kühen den Übertritt unmöglich zu machen, fordert das Amt.

Der Grund: In Bayern herrschen andere Tierseuche-Vorschriften, als in Thüringen. Die Tiere müssen also jedes Mal einzeln angemeldet werden, wenn sie die Grenze übertreten, so die Forderung. Bei einer Kontrolle des Veterinäramtes stimmen sonst die Betriebsnummern nicht. Auch würde so die Zuständigkeit des jeweiligen Veterinäramtes zu jedem bestimmten Zeitpunkt geklärt. 

Wenn Dietmar K. sich nicht an die neue Vorschrift halten sollte, drohen ihm Geldstrafen, so saftig wie seine Weiden. Bereits beim Aufbau der Weide wurde dem Landwirt das Leben von seiner einzigartigen geographischen Lage erschwert. Ganze vier Jahre habe der gedauert, weil die Länder auf getrennten Ausschreibungen bestanden haben, so Bild. Zwei unterschiedliche Firmen mussten also angeheuert werden, um den selben Zaun aufzustellen, natürlich streng auf der jeweiligen Seite der Grenze. 

jv

Quelle: rosenheim24.de

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