Surberger Gemeinderat und Bürgermeister gespalten

Bürgermeister nur im Nebenberuf? "Das kann man nicht mehr leisten"

+
Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer. Ihn trifft die Entscheidung nicht mehr: Er tritt bei den kommenden Wahlen nach vier Amtszeiten nicht mehr an. 
  • schließen

Surberg - Reicht für kleine Gemeinden wie Surberg ein ehrenamtlicher Bürgermeister? Der Gemeinderat meint mehrheitlich "ja" - und sieht es damit ganz anders, als der, der es eigentlich wissen muss. *Mit Voting*

"Ich kenne den Umfang. Nur als Ehrenamtlicher kann man das heute nicht mehr leisten", so Surbergs Bürgermeister Josef Wimmer im Gespräch mit chiemgau24.de. Am Dienstag stand im Gemeinderat die Frage zur Debatte: Soll das Bürgermeisteramt auch künftig nur ehrenamtlich geführt werden? Eine 12:5-Mehrheit stimmte dem zu. Es bleibt damit auch in der kommenden Legislaturperiode ab 2020 so, wie es ist. 

Bürgermeister Wimmer scheint der Entscheidung auch heute noch etwas ratlos gegenüberzustehen: "Wir haben in der Gemeinde insgesamt 65 Bedienstete, für die man da sein muss. Es gibt jede Menge Sitzungen, Besprechungen mit Mitarbeitern, Versammlungen oder Grundstücksverhandlungen - da kann man nicht nur einfach mal am Vormittag im Rathaus ein." Außerdem: Letztlich ist es auch der Bürgermeister, der verantwortlich und haftbar ist. 

"Er muss entscheiden und unterschreiben - egal ob ehrenamtlich oder hauptberuflich"

Anders sieht es beispielsweise der derzeitige Zweite Bürgermeister: "Die Zuarbeit der Verwaltung ist doch sehr gut. Der Bürgermeister muss entscheiden und unterschreiben, egal ob er ehrenamtlich oder hauptberuflich tätig ist", so Michael Wimmer. Auch Gemeinderätin Elke Scheil meinte, die Termine und Aufgaben müssten zwischen den drei Bürgermeistern eben koordiniert werden. 

Wie macht es Bürgermeister Josef Wimmer derzeit? "Ich bin fix vier halbe Tage in der Woche da. Aber als Selbstständiger kann ich es mir auch leichter einteilen - ansonsten ginge sowas nicht. Für dieses Amt muss man den Kopf freihaben." Die Entscheidung selbst betrifft ihn nicht mehr. Nach vier Amtszeiten wird er bei der nächsten Kommunalwahl im Jahr 2020 ohnehin nicht mehr antreten. 

Bis zu 5000 Einwohnern kann Gemeinderat selbst entscheiden

Zwölf der 35 Kommunen im Landkreis Traunstein haben einen ehrenamtlichen "Teilzeit-Bürgermeister". Bis zu einer Einwohnerzahl von 5000 kann der Gemeinderat das selbst entscheiden. Auch in Nußdorf wurde die Frage erst kürzlich debattiert, dort sprach man sich ebenfalls dafür aus, dass das Bürgermeisteramt weiterhin ehrenamtlich geführt werden solle. Andere Gemeinden, die von der Einwohnerzahl mit Surberg vergleichbar sind, wie Marquartstein oder Kirchanschöring, haben dagegen hauptamtliche Bürgermeister. 

Was meinen Sie?

xe

Quelle: chiemgau24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser