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Hintergründe unklar

Schießerei in Kirchheim/Pfalz: Zwei Tote - Polizisten schwer verletzt

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Mutmaßlicher Doppel-Vergewaltiger aus Schnaitsee angeklagt

Prozess in Traunstein jetzt doch unterbrochen, Urteil vertagt

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Der 34-jährige mutmaßliche Vergewaltiger mit seinem Verteidiger auf der Anklagebank. 
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Schnaitsee/Traunstein - Der vierte Verhandlungstag im Prozess um den mutmaßlichen Vergewaltiger, der an einem Tag zwei Frauen vergewaltigt haben soll, ist beendet. Der Prozess war durchzogen von Anträgen auf die Unterbrechung des Prozesses.

UPDATE, 15.06 Uhr - Ende des vierten Verhandlungstages

Richter Fuchs lässt den Unterbrechungsantrag der Verteidigung nach einer Beratung mit der Kammer zu. Gemeinsam mit den Verteidigern wird ein Fortsetzungstermin auf den 20. Februar 2018 um 9 Uhr gesetzt. 

Die Verteidiger erklären, dass sie an diesem Termin nicht anwesend sein können. Es werden allerdings Vertreter bestellt sowie weitere Zeugen und Gutachter geladen. Als weiterer Fortsetzungstermin wird der 6. März genannt. Der vierte Verhandlungstag im Landgericht Traunstein ist damit beendet.

UPDATE, 14.46 Uhr - Wieder Unterbrechungsantrag der Verteidigung

Dr. Alexander Betz fordert nach der Mittagspause ein weiteres Mal die Hauptverhandlung zumindest bis Freitagmittag zu unterbrechen. Die Aussetzung des Prozesses ermögliche so Zeit für eine Beratung der Verteidigung mit dem 34-jährigen Angeklagten nach Einsicht der Ermittlungsakten. 

Rechtsanwalt Dr. Vincent Burgert stellt zudem einen Antrag auf Einholung eines Schallschutzgutachtens für die Wohnung des Schnaitseers. Eines der mutmaßlichen Opfer habe ausgesagt, sie habe mehrfach laut geschrien und ihren Willen zur Beendigung der sexuellen Handlungen laut geäußert. Die im selben Haus wohnenden Vermieter allerdings hätten vor Gericht ausgesagt, nichts von den angeblichen Vorfällen mitbekommen zu haben. „Hätte die Frau wirklich laut geschrien, hätte mein Mandant wohl von ihr abgelassen“, begründet Dr. Burgert abschließend. 

Dem Vorsitzenden Richter Erich Fuchs liegen nun schon ein Dutzend Anträge der drei Verteidiger vor. Über die beiden jüngsten Forderungen zieht sich die Kammer nun für einige Minuten zurück.

Update, 12.32 Uhr - Verhandlung wird nicht ausgesetzt

Rechtsanwältin Eva Maria Krötz erklärt nach Einsicht der Akte: „Nachdem die Staatsanwaltschaft aus ermittlungstaktischen Gründen die vollständige Akte nicht herausgibt, besitzt die Staatsanwaltschaft eine höhere Wissensmacht über das Verfahren und besitzt unserer Meinung nach einen Vorteil gegenüber dem Angeklagten. Erst wenn der Verteidigung eine umfassende Akteneinsicht gewährt wird, kann sich der Angeklagter in fairer Weise gegen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft verteidigen. Bis dahin verlangen wir die Aussetzung des Verfahrens.“ 

Der Vorsitzende Richter Erich Fuchs erläutert nach einer kurzen Beratungspause mit der Kammer kurz und knapp die Beschlüsse zu den vorliegenden Anträgen der Verteidiger: „Die Aussetzung des Verfahrens wird zurückgewiesen und der Prozess fortgeführt." 

Die Beiziehung der vollständigen Akte werde ebenfalls nicht gestattet, eine Einsicht könne die Kammer ohne Genehmigung der Staatsanwaltschaft nicht gewähren. Eine Begutachtung der zweiten Zeugin werde angeordnet, um die Aussagetüchtigkeit und Glaubwürdigkeit psychiatrisch und psychologisch zu prüfen. Die Zeugin sei mit einer Begutachtung einverstanden.

 „Können wir jetzt weitermachen oder werden noch weitere Anträge gestellt?“, fragt Richter Fuchs in Richtung der Verteidigung. Diese haben vorerst keine Einwände mehr, der Prozess wird fortgeführt.

Update, 11.30 Uhr - Prüfung diverser neuer Anträge

Der vorsitzende Richter Erich Fuchs führt das Verfahren gegen den mutmaßlichen Vergewaltiger um 9.30 Uhr fort. Der vierte Prozesstag beginnt mit erneuten Anträgen der Verteidiger. Dr. Alexander Betz stellt als dritter Verteidiger die Forderung, die Hauptverhandlung auszusetzen.

Er begründet dies damit, dass man der Verteidigung zur Vorbereitung auf den Prozess eine "lückenhafte Akteneinsicht" gewährt habe. "Hätten wir die gesamte Akte einsehen können, hätten wir möglicherweise eine andere Verteidigungsstrategie gewählt", erklärt Alexander Betz im Namen seiner beiden Rechtsanwaltskollegen Dr. Vincent Burger und Eva Maria Krötz.

Ein zweiter Antrag der Verteidigung fordert die Aussetzung des Haftbefehls. "Nach derzeitigem Stand bliebe aus Sicht der Verteidigung nurmehr Körperverletzung und eine einfache Vergewaltigung", erklärt Alexander Betz. Der Strafrahmen würde sich verringern. Er sehe den Vollzug des Haftbefehls daher als nicht mehr angemessen an.

Des Weiteren sei die zweite Zeugin als Geschädigte aufgrund ihrer psychischen Verfassung nicht glaubwürdig. Ein erneutes Gutachten solle hier Klarheit bringen. Alexander Betz weiter: "Die bereits acht Monate andauernde Haft würde sich verlängern, da das Einholen eines neuen Gutachtens mindestens drei Monate in Anspruch nehmen wird. Ich kann meinem Mandanten nicht zumuten, in dieser Zeit weiterhin in Haft bleiben zu müssen."

Staatsanwältin Veronika Ritz übergibt nach kurzem Überlegen die Ermittlungsakte der Verteidigung und erklärt, der Inhalt sei bis zum Haftbefehl vollständig. Weitere Bestandteile der Akte würden zwar existieren, könnten jedoch aus ermittlungstaktischen Gründen nicht herausgegeben werden. Alexander Betz erwidert daraufhin: "Die Einsicht in die Akte bringt uns zwar einen Teil weiter. Wir können hier aber nicht verteidigen, wenn nur eine lückenhafte Akteneinsicht vorliegt."

Die drei Verteidiger entscheiden sich dennoch für eine Akteneinsicht. Der Prozess wird für rund eine halbe Stunde unterbrochen.

mb

Vorbericht

Der Prozessauftakt am 22. Januar verzögert wegen des Schneechaos, der Prozess gespickt mit Pausen und Unterbrechungen, stundenlange Wartezeiten für Zeugen - der Prozess am Traunsteiner Landgericht um den mutmaßlichen Vergewaltiger aus Schnaitsee zieht sich. 

Der erste Tag musste frühzeitig beendet werden, weil der 34-jährige Angeklagte vom Landgerichtsarzt aufgrund von Bauchschmerzen als nicht mehr verhandlungsfähig eingestuft worden war. 

Der zweite Verhandlungstag startete am 25. Januar erneut mit Verzögerungen. Verantwortlich für die Unterbrechungen waren unter anderem diverse Anträge der Verteidiger des Angeklagten, Dr. Vincent Burgert und Eva Maria Krötz. Die dafür zuständige Sechste Strafkammer hat nun die Aufgabe über einen von den Verteidigern gestellten Befangenheitsantrag gegen den Vorsitzenden Richter Erich Fuchs zu entscheiden. Nach Ansicht der Anwälte sei die Art und Weise, wie Fuchs das mutmaßliche Vergewaltigungs-Opfer befragt habe, unangebracht gewesen.

In der Wohnung vergewaltigt und verletzt? 

Zwei 21 und 20 Jahre alte Frauen soll ein 34-Jähriger aus Schnaitsee in seiner Wohnung am selben Tag vergewaltigt und verletzt haben. Er habe die ihm bis dato unbekannten mutmaßlichen Opfer im Juni 2017 über die Online Dating App "Lovoo" kennengelernt und sich mit ihnen verabredet. Laut Anklageschrift soll das Urteil am Donnerstag, 1. Februar, fallen. 

**chiemgau24.de berichtet direkt aus dem Gerichtssaal in Traunstein**

mb

Quelle: chiemgau24.de

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