Jubiläumsjahr in Bad Reichenhall

Kurgarten und Philharmonie feiern 150-jähriges Jubiläum

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Bad Reichenhall - Der Königliche Kurgarten feiert in diesem Jahr sein 150-jähriges Jubiläum. Konzerte, Filmvorführungen und vieles mehr warten auf die Besucher:

Seit 150 Jahren ist der Königliche Kurgarten in Bad Reichenhall Anziehungspunkt für Erholungssuchende und Gesundheitsurlauber, für Blumenliebhaber, Botaniker und klassische Unterhaltungsmusik-Liebhaber

1868 wurde der Park nach den Plänen des Königlich Bayerischen Hofgartengärtners Carl von Effner nicht zufällig nord- und südseitig der Reichenhaller Gradierwerke errichtet. Die Anlage, die ursprünglich der Salzgewinnung diente, war bei dem illustren Kurpublikum beliebt. Man schätzte die schattige Lage und die mit AlpenSole angereicherte Luft. 

Vorsicht Staubwolke - Bodenlange Röcke verboten

Als sich die Salinentechnik weiterentwickelte, verloren Gradierwerke ab Mitte des 19. Jahrhunderts zwar weithin ihre Bedeutung für die Salzproduktion, nicht aber für die Gesundheit. Während die Anlagen in anderen Salinenorten verschwanden, blieben in Reichenhall 170 Meter Gradierwerk stehen und zwar ausschließlich für Kurzwecke

Carl von Effner ließ auf dem Areal Wege, Parkwiesen und Gehölzpflanzungen anlegen und einen Solebrunnen mit mächtiger Fontäne - umgeben von einer hölzernen Pergola. Außerdem kamen eine gedeckte Wandelbahn dazu und ein Musikpavillon. Effners Stil war damals groß in Mode, sie passte zum aufstrebenden Kurort Bad Reichenhall, wo die europäische Hautevolee zusammenkam. So wurde Crocket und Rasentennis zwischen Lorbeerbäumen und Bananenstauden gespielt, man ruhte am Brunnen und atmete tief die mit AlpenSole angereicherte Luft ein. Die Damen trugen übrigens nicht wie damals üblich die altbekannten bodenlangen Röcke, denn diese galten als gesundheitsschädlich, weil zu viel Staub aufwirbelten. 

Bilder: Kurgarten und Philharmonie feiern 150-jähriges Jubiläum

Als 1900 das pompöse, neue Königliche Kurhaus eingeweiht wurde, nahm man auch den Neubau des Gradierwerks in Angriff. Der Entwurf des Königlichen Hofoberbaurat Eugen Drollinger hatte nichts mehr von einem nüchternen Industriegebäude. 

Er gliederte den Neubau durch je einen Eckpavillon an den Enden und einen in der Mitte.Ein Durchgang ermöglichte so das Wechseln von Seite zu Seite. Die Pfeiler und das Gebälk versah Drollinger mit Jugendstilornamenten. 

30 Meter hoher Tulpenbaum und 400 Jahre alte Eibe 

In den vergangenen 150 Jahren hat sich der Königliche Kurgarten stetig weiterentwickelt und auf die Bedürfnisse seiner Besucher abgestimmt. Auf dem rund 40.000 Quadratmeter großen Areal blühen damals wie heute heimische und exotische Gewächse aus Asien und Nordamerika sowie über 42 Baumarten. 

Jedes Jahr im Frühling sprießen rund 24.000 Stiefmütterchen, 18.000 Tulpen, sowie zehn verschiedene Narzissensorten. Der 30 Meter hohe Tulpenbaum ist einer der größten in Bayern und die Taxus-Eibe mit 400 Jahren das älteste Gewächs im Königlichen Kurgarten.

Das Team von Kurgärtnerei und Betriebshof kümmert sich das ganze Jahr um die Grünpflege und die Instandhaltung der Anlage samt der Gebäude.

Ein Ort der die Sinne anspricht

Sommer oder Winter, gilt der Königliche Kurgarten gleichermaßen für Gäste wie Einheimische als ein beliebter Treffpunkt. 

Der Königliche Kurgarten ist "ein Ort, der die Sinne anspricht. Sozusagen ein Mikrokosmos des gesamten Kurortes der die drei wesentlichen Elemente der Alpenstadt – Gesundheit, Natur und Kultur – als Ruhezone mit hoher Erlebnisqualität vereint“, so die Staatsbad Kur-GmbH Geschäftsführerin Gabriella Squarra.

Zeitreise durch die Kurgarten-Geschichte

Auch die Bad Reichenhaller Philharmoniker feiern in diesem ihr 150-jähriges Jubiläum. 1868 wurde der erste Kurmusikvertrag unterschrieben. Die täglichen Konzerte des Orchesters im Kurgarten galten schon zu Beginn als "das gesellschaftliche Ereignis". Eine Tradition, die die Reichenhaller Philharmoniker bis heute pflegen. 

Das Jubiläum wird am 5. Juli mit einem großen Festakt im Königlichen Kurhaus gefeiert. Die Philharmoniker führen gemeinsam mit Stadtheimatpfleger Dr. Johannes Lang musikalisch und in kleinen Anekdoten durch die Geschichte des Königlichen Kurgartens. 

Für die Öffentlichkeit soll die Feier in den Kurgarten übertragen werden. Im gesamten Festjahr werden weitere Veranstaltungen rund um den Königlichen Kurgarten stattfinden. , 

Historische Filmvorführungen

Außerdem findet im Rahmen des Kurgarten-Jubiläums jeden Montag um 19:30 Uhr eine historische Filmvorführung statt. 

Und zwar je nach Wetterlage in der Konzertrotunde oder im KonzertPavillon im Königlichen Kurgarten. Der Eintritt ist frei! Die Filme laden ein auf eine historisch-musikalische Entdeckungsreise des Berchtesgadener Landes mit den ältesten noch erhaltenen Filmaufnahmen! Gezeigt werden:

  • Vier Reise-Werbefilme der Deutschen Reichsbahn aus den 1920er Jahren
  • Eine Liebesgeschichte
  • außerdem jede Menge Kurvergnügen
  • gesundheitsfördernde und unterhaltsame Schlammbäder „Miss Eveline – Die Badefee“
  • über die moderne Seilbahntechnik „Die Predigtstuhlbahn“
  • von Naturschönheiten „Von Berchtesgaden in die Ramsau“
  • sowie rasanten Motorrennsport „Das Salzbergrennen“

Außerdem laden die zum Teil ältesten noch erhaltenen Filmaufnahmen aus der Region des Berchtesgadener Landes zu einer rund zweistündigen historisch-musikalischen Entdeckungsreise ein. Die Filme wurden neu vertont und wurden im Stil der Stummfilmzeit erstellt. 

Die DVD mit umfangreichem Begleitheft ist im Staatsbad Shop in der Wandelhalle im Königlichen Kurgarten erhältlich.

Weitere Informationen über die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr finden Sie unter bad-reichenhall.de

Quelle: BGland24.de

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