Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Verena Mayer durch Zeitungsbericht belastet

Corona-Maskendeal: Neuöttinger Stadträtin bedauert ihr Handeln

Verena Mayer ist Vorsitzende der Wirtschafts-Interessens-Gemeinschaft Neuötting (WINN)
+
Verena Mayer ist Stadträtin und Vorsitzende der Wirtschafts-Interessens-Gemeinschaft Neuötting (WINN).

Die Neuöttinger Stadträtin Verena Mayer (CSU) kämpft um ihren Ruf. In der Maskendeal-Affäre, bei der die Schweizer Firma Emix an offizielle Regierungsstellen überteuert FFP-Masken verkauft hat, ist Mayers Name gefallen. Die Lokalpolitikerin spielt in der Angelegenheit eine untergeordnete bis sogar nichtige Rolle, den Schaden hat sie jetzt trotzdem.

Neuötting - Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, hatte sich Andrea Tandler, Tochter des einstigen Strauß-Ministers Gerold Tandler, und Schlüsselfigur bei der Einfädelung des Maskendeals, an Verena Mayer gewandt. Mayer ist die Schwester von Stephan Mayer, aktuell noch Innenstaatssekretär und Mitglied des Bundestages für die CSU für Mühldorf und Altötting.

Ob ihr jemand einfalle, der Masken brauche, wurde sie gefragt. Tandler bat Verena Mayer um einen Kontakt über ihren Bruder. Laut Süddeutscher Zeitung fragte die Stadträtin dann später per SMS bei Tandler: „Wie hoch ist meine Provision?“ Fünf Cent je verkaufter Maske, am Ende also rund 50.000 Euro, habe Mayer haben wollen.

Verena Mayer findet „Konditionen der Geschäfte schrecklich“

Verena Mayer bestätigt gegenüber innsalzach24.de offen und umfangreich diese SMS von Ende Februar 2020, in der Tandler sie bat, ihren Bruder zu kontaktieren. Auf Anfrage schreibt sie. „Dieser Bitte um Weiterleitung kam ich bedingungslos nach.“ Sie habe weder den Verkaufspreis einer Maske noch die große Menge an Stückzahlen gekannt, die zum Verkauf angeboten wurden. „Es gab keine Vereinbarung einer Provision.“

In einem Gespräch im Bekanntenkreis sei sie dann später gefragt worden, warum sie nicht nach einer Provision bei Frau Tandler anfragen wollte. „Ich selbst wäre da nicht darauf gekommen“, schreibt Mayer. „Mir war die Dimension des Geschäfts, inklusive des extrem hohen Verkaufspreises, nicht bewusst. Erst ein Jahr später, im Frühjahr 2021, erfuhr ich durch die Presse, zu welchen Summen und in welchen Größenordnungen die Masken verkauft wurden.“

Mehr zur CSU Maskenaffäre

Heute hält sie ihr Verhalten für falsch. „Mit dem Wissen von heute bedauere ich mein Handeln zutiefst.“ Zugleich entlastet sie ihren Bruder, Staatssekretär Stephan Mayer. „Er wusste nichts von meiner Nachfrage.“

Kontakt zu Spahn offenbar durch Monika Hohlmeier

Einen finanziellen Vorteil habe sie trotz dieser SMS an Tandler nicht gehabt. „Ich habe weder von Frau Tandler noch von dem Schweizer Unternehmen Emix einen Cent bekommen. Ich habe persönlich nicht von dem Verkauf profitiert.“ Der Kontakt zu Andrea Tandler sei danach abgebrochen. „Ich finde die Konditionen der Geschäfte schrecklich und distanziere mich ausdrücklich und zutiefst von den Bedingungen der Geschäfte.” Tandler fand einen anderen Weg, Strauß-Tochter Monika Hohlmeier soll einen Kontakt zu Gesundheitsminister Jens Spahn vermittelt haben.

Staatssekretär Stephan Mayer kannte die Korrespondenz nicht

Staatssekretär Mayer betont auf Anfrage, dass er sich nicht für den Kauf verwendet habe. „Ich habe keinerlei Einfluss auf die Beschaffung von Masken genommen, weder auf Bundes- noch auf Landesebene. Ich habe lediglich die Adresse der Firma Emix, die ich von meiner Schwester Verena erhalten habe, hausintern an den zuständigen Krisenstab weitergeleitet.“ Er selbst habe nie eine Zuwendung gefordert oder erhalten, „die Korrespondenz zwischen meiner Schwester Verena und Frau Andrea Tandler kannte ich nicht, und meine Schwester hat mir davon auch nicht berichtet.“

Kommentare