Feuerwehren nehmen Anteil am Tod eines Kameraden

Kreisbrandrat: "Gottlob kommt es nur zu wenigen Unfällen im Einsatzdienst"

+
Josef Kaltner ist froh, dass im Berchtesgadener Land schon lange keine schlimmen Unfälle bei Einsatzfahrten passiert sind.
  • schließen

Landkreis - Keine Woche ist es her, dass ein Feuerwehrkommandant aus dem Landkreis Kitzingen auf einer Einsatzrückfahrt sein Leben verlor. Auch für die Feuerwehren im Landkreis eine Selbstverständlichkeit, Anteil zu nehmen.

Eine Horrorvorstellung für jeden Feuerwehrmann und jede Feuerwehrfrau, zusehen zu müssen, wie ein Kamerad verunglückt. Eine Feuerwehr aus dem Landkreis Kitzingen musste mit ansehen, wie ihr Kommandant auf dem Rückweg eines Einsatzes tödlich verunglückte. Die Feuerwehr Berchtesgaden postete noch am selben Tag:

Anteil nimmt sicher auch die Feuerwehr aus Mehring (Landkreis Altötting). Für die Kameraden dort, ist die Geschichte keine unbekannte.

Es war der 17. Januar 2018 - fast ein Jahr her - als Stefan Schick auf dem Weg zu einem Einsatz verunglückte. Auf dem Weg zum Einsatzort hatte er ein anderes Auto überholt, wurde beim Einscheren von einer Windböe erfasst und flog regelrecht von der Straße. Nachdem er sich überschlagen hatte, blieb der Wagen in einer Wiese liegen. Von seinen besten Freunden wurde Schick aus dem Auto befreit, im Krankenhaus die Schock-Diagnose Querschnittslähmung.

Wie oft passieren solche Unfälle?

Der Rückhalt der Kameraden gibt Stefan Schick Kraft.

Eine Situation, in der jeder landen kann, der selbstlos im Einsatz sein Leben für andere riskiert. Doch wie oft passieren solche schrecklichen Unfälle wirklich? "Bei den Feuerwehren kommt es gottlob nur zu wenigen Unfällen im Einsatzdienst", sagt Kreisbrandrat Josef Kaltner aus dem Berchtesgadener Land. Das bestätigen auch die Zahlen aus dem Landratsamt in Bad Reichenhall: "In den letzten circa 20 Jahren ist es bei uns im Landkreis glücklicherweise zu keinen ganz schweren oder tödlichen Verkehrsunfällen bei Einsatzfahrten gekommen", weiß Pressesprecher Andreas Bratzdum. Ungefähr einmal im Jahr gebe es kleinere Unfälle (Blechschäden) bei Fahrten mit dem Privat-PKW zum Feuerwehrhaus.

Doch auch in Bad Reichenhall ist die Geschichte von Stefan Schick bekannt, der sich weiter zurück ins Leben kämpft, um irgendwann wieder der Erste am Einsatzort zu sein. Ein Grund für Josef Kaltner, an der bewährten Ausbildung der Fahrzeugmaschinisten festzuhalten. "Den Fahrzeugmaschinisten wird regelmäßig ein Fahrsicherheitstraining angeboten. Über einen Fahrsimulator können alle Feuerwehrdienstleistenden ihre Fahrtüchtigkeit trainieren."

Diese Maßnahmen, die über den Landesfeuerwehrverband mit Unterstützung von Sponsoren angeboten werden, können zwar nicht alle Unfälle verhindern, aber das Risiko doch minimieren.

cz

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Auch interessant

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser

MEHR AUS DEM RESSORT