Nach Unwettergroßeinsatz für Wehren im Rupertiwinkel

"Am Anfang weiß man nicht, wo man zuerst anfangen soll!"

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Binnen kurzer Zeit hatte ein Sommergewitter im Landkreis Traunstein schwere Verwüstungen verursacht. Insgesamt waren rund 40 Feuerwehren mit 600 Einsatzkräften zur Technischen Hilfeleistung im Einsatz. Mit am schwersten getroffen hatte des dabei den „Rupertiwinkel“. In den Gemeinden Taching und Fridolfing hieß es kurzzeitig „Land unter“, was zu einem Großeinsatz der Feuerwehren aus der Umgebung führte und bis in die Abendstunden des darauffolgenden Montags andauerte. Im Feuerwehrhaus Fridolfing wurde eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet und die Feuerwehrführungsstelle „Salzach“ aktiviert.

Taching/Fridolfing - Landkreisweit waren in der Nacht von Sonntag auf Montag rund 600 Einsatzkräfte der Feuerwehr bei mehr als 350 Einsätzen gefordert. Im Gespräch mit chiemgau24.de berichtet Tachings Feuerwehr-Kommandant Stefan Wittmann, von den besonderen Herausforderungen am Sonntag.

Das heftige Unwetter mit Sturm und Starkregen zog über dem Chiemsee in einem Streifen von Chieming, Nußdorf, Teilen Traunsteins und Traunreuts über Teilen von Waging, Taching/Tengling über Fridolfing hinweg. Besonders schwer getroffen hatte es dabei den Rupertiwinkel im östlichen Landkreis Traunstein. Im Feuerwehrhaus Fridolfing wurde die „Feuerwehrführungsstelle Salzach“ besetzt. Elf Feuerwehren aus der Umgebung waren zur Unterstützung der am stärksten betroffenen Gemeinde alarmiert worden.


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Mehr als 70 unterschiedliche Einsatzstellen verzeichneten die Feuerwehren Taching und Tengling. Für Tachings Kommandanten Stefan Wittmann war die hohe Anzahl an Hilfeersuchen innerhalb kürzester Zeit eine enorme Herausforderung. „Da weißt du momentan echt nicht wo man als erstes anfangen sollst, wenn im Minutentakt die Einsatzaufträge der Integrierten Leitstelle eintreffen“, berichtet er im Gespräch mit chiemgau24.de. „Dank der Unterstützung unserer Nachbarwehren und dem engagierten Einsatz unserer eigenen Kräfte ist es uns dann schließlich gelungen, Einsatz für Einsatz abzuarbeiten und dem enormen Aufkommen an Hilfeersuchen nachzukommen“, zeigt er sich erleichtert.

Im Feuerwehrhaus Fridolfing wurde eine gemeinsame Einsatzleitung gebildet und die Feuerwehrführungsstelle „Salzach“ aktiviert.

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Im Bereich Taching/Tengling wurden Einheiten der Feuerwehren Waging, Gaden, Nirnharting, Wonneberg und Palling eingesetzt. Sie pumpten annähernd 45 Keller aus, beseitigten zahlreiche Bäume von den Fahrbahnen und mussten mehrmals zu Gebäudesicherungen ausrücken. Sogar ein Fahrzeug wurde von den Wassermaßen mitgerissen. Gleich mehrfach stellten aufschwimmende Öltanks in den Kellern die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Der Stromausfall im Ortsgebiet war darüber hinaus eine weitere Herausforderung, die es zu meistern galt. Für die Feuerwehrgerätehäuser musste eine Notstromversorgung errichtet werden und im auch Ortsteil Gessenhausen kam es ebenfalls zu einem länger andauernden Stromausfall.

Für die Feuerwehr Otting bildete unter anderem die Ortschaft Holzhausen einen Einsatzschwerpunkt. Eine ganze Wohnsiedlung war von dem Starkregenereignis betroffen. Unterstützt wurden sie dabei von der Feuerwehr Waging. Im Bereich Tettenhausen kam es ebenfalls zu einem flächendeckenden Stromausfall. Hier waren ebenfalls mehrere Keller vollgelaufen und Straßen durch Bäume oder Wasser blockiert. Für ein Beatmungsgerät wurde einem Haushalt ein Stromerzeuger zur Verfügung gestellt. Die Feuerwehren Tettenhausen und Nirnharting waren mit rund 30 Einsatzkräften zur Technischen Hilfeleistung im Einsatz.

Binnen kurzer Zeit hatte ein Sommergewitter im Landkreis Traunstein schwere Verwüstungen verursacht. Insgesamt waren rund 40 Feuerwehren mit 600 Einsatzkräften zur Technischen Hilfeleistung im Einsatz. Mit am schwersten getroffen hatte des dabei den „Rupertiwinkel“. In den Gemeinden Taching und Fridolfing hieß es kurzzeitig „Land unter“, was zu einem Großeinsatz der Feuerwehren aus der Umgebung führte und bis in die Abendstunden des darauffolgenden Montags andauerte. 

Ein ähnliches Bild zeigte sich im Bereich Fridolfing und Pietling. Binnen weniger Minuten häuften sich die Notrufanfragen, so dass man sich schnell dazu entschlossen hat, eine gemeinsame Einsatzleitung im Feuerwehrgerätehaus in Fridolfing einzurichten. Im weiteren Verlauf des Abends wurde dann noch die „Führungsstelle Salzach“ aktiviert, die zu einer personellen Aufstockung durch die Unterstützungsgruppe Örtliche Einsatzleitung sowie weiteren Führungskräften des Landkreises führte. Neben Kreisbrandrat Christof Grundner waren der zuständige Kreisbrandinspektor Günter Wambach und die beiden Kreisbrandmeister Hans Heinrich sowie Georg Fleischer vor Ort.

In den beiden Gemeindeteilen mussten die Feuerwehren an die 40 Keller vom Wasser befreien, acht Gebäude waren bis über den Keller hinaus vollgelaufen. Neben mehreren Gewerbebetrieben waren auch die Turnhalle sowie eine Pumpstation von dem Starkregenereignis betroffen. Zudem waren mehrere Straßen und Wege auf Grund der Wassermassen oder wegen umgestürzter Bäume unpassierbar. An der Bahnlinie Salzburg – Mühldorf wurde stellenweise das Gleisbett unterspült, was dazu führte, dass der Schienenverkehr über Nacht eingestellt werden musste.

Die beiden Kommandanten Hans Schild (Pietling) und Werner Schulzke (Fridolfing) hatten vor Ort die Einsatzleitung übernommen. „Es war absolut wichtig und richtig, die Einsatzleitung frühzeitig an einem zentralem Ort zusammen zu legen um alle anfallenden Alarmierungen koordiniert abarbeiten zu können“, so Werner Schulzke. Pietlings Kommandant Hans Schild ergänzt, „ohne die überörtliche Zusammenarbeit hätte man die Masse an Einsatzaufträgen gar nicht bewältigen können und ich zolle allen Beteiligten großen Respekt für ihren nächtlichen Einsatz“. Bis in die Abendstunden des Montags dauerte es, bis die letzten Einsatzstellen abgeschlossen werden konnte und die Aufräumarbeiten am Gerätehaus abgeschlossen waren.

Neben den beiden Ortsfeuerwehren waren Unterstützungskräfte aus Kay, Kirchheim, Kirchanschöring, Lampoding, Tengling, Petting, Surberg, Heiligkreuz, Trostberg sowie aus dem Berchtesgadener Land die Feuerwehren aus Laufen und Leobendorf zur Unterstützung angerückt. Insgesamt waren etwa 250 Einsatzkräfte bis in die frühen Morgenstunden vor Ort. Am Vormittag des Montags wurden dann die Resteinsätze abgearbeitet und bei der Ausrüstung sowie den Geräten „klar Schiff“ gemacht. 

Hob

Quelle: chiemgau24.de

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