Anbieter mit skurrilem "Lösungsvorschlag"

Harmlose Bestellung im Internet? Junge (10) aus München hätte sterben können

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München - Eine scheinbar harmlose Internetbestellung hätte für einen zehnjährigen Jungen aus dem Großraum München tödlich enden können.

Ein kleiner Junge aus dem Großraum München hat ein seltenes Hobby. Er sammelt in Acryl gegossene Skorpione. Für seine Sammlung geht er regelmäßig auch im Internet auf die Suche nach besonderen Arten. 

Vor kurzem bestellte so seine Mutter für ihn ein äußerst begehrtes Exemplar. Diese fast alltägliche Bestellung hätte jedoch böse für den Jungen enden können. 

München: Mutter bestellt aus Versehen lebenden Skorpion

Als das Tier bei dem Kind ankam, hatte dieses einen großen Schutzengel, anders kann man es nicht ausdrücken – denn er und seine Mutter bemerkten, dass das Tier im Karton lebendig war, bevor es ganz ausgepackt werden konnte, berichtet die Auffangstation für Reptilien München in einer Pressemitteilung. 

Der Skorpion, der sich im Karton befand, gehört nämlich einer der giftigsten Arten überhaupt an. Androctonus australis, so der wissenschaftliche Name, kommt hauptsächlich in Nordafrika und Südasien vor. Der Skorpion verfügt über eines der stärksten Gifte überhaupt – es ist mit dem der Schwarzen Mamba vergleichbar. Jährlich sorgen Begegnungen mit dem Skorpion bei Bewohnern der Wüstenregionen für tödliche Unfälle.

Anfang des Jahres fand ein Mann im unterfränkischen Erlenbach vor seiner Haustür auch einen exotischen Skorpion.

Skorpion gilt als aggressiv und hochgiftig

Der Skorpionexperte Mike Dabs hält einen extrem giftigen lebenden Skorpion Androctonus australis.

Zusätzlich gilt diese Art auch noch als aggressiv und alles andere als zurückhaltend. Wäre der Karton also geöffnet worden, hätte durchaus die Chance bestanden, dass Kind oder Mutter gestochen worden wären. Dies hätte unbehandelt eventuell sogar zum Tode führen können.

Irritiert von dem Paket rief die Mutter zuerst die Polizei an, da sie davon ausging, dass das Versenden von lebenden Tieren per Post verboten sei - dies ist allerdings nicht der Fall. 

Anbieter mit skurrilem "Lösungsvorschlag"

Als diese Annahme aufgeklärt worden war, wurde der Anbieter kontaktiert. Dessen lakonischer „Lösungsvorschlag“, den lebenden Skorpion einfach in Alkohol zu ertränken und so zu töten, fand sowohl bei Mutter als auch Sohn wenig Anklang.

Eine solche "Lösung" ist laut Tierschutzgesetz auch strengstens verboten. Auch das Halten dieses Tieres ist aus gesetzlicher Sicht in Bayern, anders als in anderen Bundesländern, verboten. 

Der hochgiftige Skorpion befindet sich mittlerweile in der Obhut der Auffangstation für Reptilien in München. 

mz/ Auffangstation für Reptilien München

Quelle: rosenheim24.de

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa

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