Mobbing-Vorwürfe in Hochstaufen-Kaserne

Ermittlungen bei Gebirgsjägern: Schoss ein Soldat auf Mäuse?

+
Die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall.
  • schließen
  • Xaver Eichstädter
    Xaver Eichstädter
    schließen
  • Andreas Hundseder
    Andreas Hundseder
    schließen

Bad Reichenhall - Missbrauchsskandal in der Hochstaufen-Kaserne? Ein Obergefreiter erhebt schwere Vorwürfe. Das Thema dürfte nun auch den Bundestag beschäftigen:

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mobbing- und Missbrauchsvorwürfe in Hochstaufen-Kaserne
  • Betroffener Obergefreiter mittlerweile versetzt
  • Bundeswehr und Staatsanwaltschaft ermitteln
  • Von der Leyen schreibt Brandbrief zu sexuellen Belästigungen
  • Soldat: "Traurig, dass das in unseren Reihen passiert"
  • Insgesamt 14 Beschuldigte
  • Bundestag soll sich mit Vorfall beschäftigen

UPDATE, 15 Uhr:

Bei den Gebirgsjägern in Bad Reichenhall soll es neben Belästigungen auch zu widerlichen Ritualen gekommen sein. Wie die Passauer Neue Presse nun erfahren haben will, soll ein oder mehrere Soldaten auf Mäuse geschossen haben. Bereits am Dienstag bestätigte die Traunsteiner Staatsanwaltschaft, dass sie auch im Bezug auf Vorwürfe wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz ermittle.

UPDATE, 11.15 Uhr: Mobbing-Vorwürfe Thema im Verteidungs-Ausschuss

Wie am Mittwochmorgen mehrere Medien meldeten, stehen die Mobbing-Vorwürfe in der Bad Reichenhaller Hochstaufen-Kaserne auf der Tagesordnung des Verteidigungs-Ausschusses im Bundestag.

Von offizieller Seite heißt es: "Es handelt sich hier um eine nicht-öffentliche Sitzung. Daher werden wir keine Informationen zu den Inhalten der heutigen Veranstaltung herausgeben", erklärte eine Pressesprecherin des Verteidigungs-Ausschusses auf Nachfrage von BGLand24.de Die Sitzung läuft seit 9 Uhr.

Dennoch ist wohl davon auszugehen, dass der Ausschuss, auch auf Druck der Opposition, das Thema in der Sitzung behandelt.

UPDATE, Mittwoch, 7.53 Uhr: Verteidigungsausschuss

Mobbing-Vorwürfe, Belästigung und Volksverhetzung: Die Vorwürfe gegen 14 Mitglieder der Gebirgsjäger der hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall ziehen weitere Folgen nach sich.

Laut Heimatzeitung.de sollen sich am Mittwochvormittag die Bundestagsabgeordneten im Verteidigungsausschuss der Aufklärung des Falles widmen. Darauf dränge die Opposition.

Die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall.

UPDATE, 16.30 Uhr: Das sagt die Stadt Bad Reichenhall

Die Stadt Bad Reichenhall ist in diesen Tagen deutschlandweit in den Medien. Die Mobbing-Vorwürfe in der Hochstaufen-Kaserne beschäftigen natürlich auch die Stadt. Pressesprecher Robert Kern machte aber gegenüber BGLand24 deutlich: „Der Vorfall betrifft den internen Bundeswehrbetrieb. Es gibt keine Einbindung der Stadt. Die Stadt ist hier kein Verfahrensbeteiligter.“

Es ist nicht das erste Mal, dass Bad Reichenhall wegen eines negativen Ereignisses Schlagzeilen macht. Schon 2014 war die Stadt im Zuge des WM-Mords in aller Munde. Kern: „Das sind beides natürlich bedauerliche Vorfälle. Es waren aber auch Einzelfälle.“

Ob es einen Zusammenhang zwischen beiden Fällen oder Auffälligkeiten gibt, könne Kern nicht sagen.

Einen Image-Schaden für die Stadt fürchtet Kern nicht: „Bad Reichenhall ist ein renommierter Kurort und hat einen sehr guten Ruf. Die Stadt hat sich in schwierigen Situationen auch immer sehr um die Opfer bemüht – wie 2014 bei dem verletzten Mädchen. Dieser jetzige Skandal ist nicht Ausdruck der Stimmung in der Stadt.“

UPDATE, 13.45 Uhr: Bundeswehr bezieht Stellung

Sexuelle Belästigung in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall – damit muss sich derzeit die Bundeswehr auseinandersetzen. 14 Mitglieder der Gebirgsjäger sind beschuldigt, einen Kameraden monatelang sexuell genötigt, belästigt und gemobbt zu haben. Auch Volksverhetzung und Verstöße gegen den Tierschutz stehen im Raum.

Gegenüber BGLand24 bezieht Oberstleutnant Finger, verantwortlich für die Bundeswehr-Pressearbeit im vorliegenden Fall, Stellung: "Die Bundeswehr nimmt die Vorwürfe sehr ernst. Die Ermittlungen laufen." Es müsse jetzt geklärt werden, was an den Vorwürfen dran sei. Laut Finger werden die Ergebnisse nicht allzu auf sich warten lassen. Eine genaue Einschätzung, wann diese vorliegen werden, sei aber sehr schwierig.

Wie die Konsequenzen für die Beschuldigten aussehen könnten, hängt laut Finger davon ab, ob sich die Vorwürfe bestätigen: "Es wird jetzt geprüft, was sich genau zugetragen hat. Je nach Ergebnis, kann es zu zivilen oder dienstlichen Konsequenzen kommen." Genauere Ausführung könnten hierzu noch nicht gegeben werden.

Auch auf die Frage, ob an den Abläufen in der Kaserne etwas geändert wird, könne es zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Antwort geben: "Es verbietet sich ja, voreilige Schlüsse zu ziehen. Man wird jetzt nichts beschließen, was man dann gegebenenfalls wegen eines falschen Urteils wieder rückgängig machen muss", stellt Finger klar.

Die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall.

UPDATE, 12.38 Uhr: Meldung der Staatsanwaltschaft

Die Staatsanwaltschaft Traunstein ermittelt derzeit wegen der Vorwürfe eines Bundeswehrangehörigen er sei am Standort Bad Reichenhall Opfer von "Mobbing" und sexualbezogener Verfehlungen geworden.

Wie bereits am 16. März bestätigt, hat die Staatsanwaltschaft Traunstein auf eine entsprechende Sachverhaltsanzeige der Bundeswehr Ermittlungen eingeleitet. Die Ermittlungen richten sich derzeit gegen einen Bundeswehrangehörigen und dauern noch an. Der Zeitpunkt des Ermittlungsabschlusses ist noch nicht absehbar. Erst in diesem Zeitpunkt kann eine Aussage über die Strafbarkeit des angezeigten Sachverhalts getroffen werden.

Daneben werden bei der Staatsanwaltschaft Traunstein in zwei weiteren Fällen Ermittlungen gegen insgesamt drei weitere Bundeswehrangehörige geführt. Diese Ermittlungen gehen auf die Angaben desselben Mitteilers zurück, der auch die vorgenannten Vorwürfe erhoben hat. In diesen Fällen geht es um die Vorwürfe der Volksverhetzung und des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Auch in diesen Fällen dauern die Ermittlungen noch an.

Ermittlungen gegen weitere Beschuldigte werden in diesem Sachzusammenhang bei der Staatsanwaltschaft Traunstein aktuell nicht geführt. Die Staatsanwaltschaft Traunstein geht davon aus, dass ihr durch die Bundeswehr zeitnah die Ergebnisse weiterer interner Ermittlungen vorgelegt werden. Deren Auswertung auf strafrechtliche Relevanz wird voraussichtlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

Pressemeldung Staatsanwaltschaft Traunstein

UPDATE, 11.50 Uhr: Reaktion eines Reichenhaller Soldaten

"Mit Kameradschaft hat sowas nichts zu tun" - ein Fazit, das ein in Bad Reichenhall stationierter Bundeswehr-Soldat am Dienstag zog. Namentlich möchte er nicht erwähnt werden. Von den Vorwürfen gegen 14 seiner Kameraden, die nun bekannt wurden, scheint der Mann im Gespräch enttäuscht: "Traurig, dass das in unseren Reihen passiert."

Trotzdem glaubt der Soldat, dass die Schikanen innerhalb der Bundeswehr immer weniger werden: "Eigentlich wird sehr darauf geachtet, dass alles korrekt abläuft. Wenn man mit älteren Kameraden redet oder mit Familienangehörigen, die früher beim Bund waren, da muss der Ton noch viel ruppiger gewesen sein."

Er selbst habe in Bad Reichenhall nie schlechte Erfahrungen gemacht, auch die Disziplin untereinander "stimme". Umso mehr wundert es ihn, dass das Mobbing-Opfer, ein Obergefreiter, einen höheren Dienstgrad hat, als manche von denen, die nun beschuldigt werden. Wird der Vorfall den Reichenhaller Gebirgsjägern schaden? "Das glaube ich nicht. Sowas kommt ja auch in anderen Unternehmen vor."

UPDATE, 10.45 Uhr: Von der Leyen schreibt Brandbrief

Das Thema der sexuellen Belästigung lässt die Bundeswehr nicht los. Am Montag kamen die ersten Details zu einem Mobbing- und Missbrauchsskandal ans Licht. Doch noch ein weiterer Fall beschäftigt Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen.

Eine mutmaßliche sexuelle Belästigung einer Soldatin wurde vor Gericht nicht weiter verhandelt. Jetzt wendet sich Verteidigungsministerin von der Leyen offenbar in einem Brandbrief an die Truppe. Sie dulde im Heer "kein Verhalten, das die Würde, die Ehre und die Rechte auf Sexuelle Selbstbestimmung von Soldatinnen und Soldaten und der zivilen Beschäftigten verletzt."

Ein Soldat soll die betroffene Soldatin zum Sex aufgefordert und ihr ans Gesäß gefasst haben. Die Staatsanwaltschaft hatte das Verfahren jedoch eingestellt.

Weitere Informationen zum Vorfall in der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall folgen.

UPDATE, Dienstag, 7.15 Uhr: Opfer versetzt

Der Fall der Mobbing-Vorwürfe gegen Feldwebel, Unteroffiziere und Mannschaftssoldaten der Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall erschüttert die Bundeswehr. Ein Obergefreiter soll über mehrere Monate von Ausbildern und Mannschaftssoldaten sexuell belästigt und genötigt worden sein.

Als der Obergefreite für ein Truppenpraktikum vorübergehend nach Wunstorf in Niedersachsen verlegt wurde, hatte er sich dem Wehrbeauftragten anvertraut. Dabei habe er darum gebeten, nicht wieder zu den Gebirgsjägern zurückkehren zu müssen.

Das Verteidigungsministerium von Ursula von der Leyen verweist laut Tagesschau.de allerdings darauf, dass die Vorgänge nur eine Teileinheit der Bad Reichenhaller Kaserne beträfen. Den truppendienstlich verantwortlichen Kommandeuren bescheinige das Ministerium eine "umsichtige und konsequente" Reaktion.

Zudem hat es offenbar bereits im vergangenen Jahr personelle Konsequenzen gegeben: "Der damalige Teileinheitsführer wurde Mitte Dezember 2016 aus seiner Funktion herausgelöst", schreibt die SZ.

Der Betroffene selbst sei mittlerweile in eine andere Einheit versetzt worden.

Erstmeldung, Montag 20.45 Uhr:

Demütigende Rituale, Mobbing und sexuelle Nötigung - darum ist die Bundeswehrkaserne im baden-württembergischen Pfullendorf seit Anfang des Jahres in den Schlagzeilen. Am Freitag (16. März) wurde bekannt, dass auch die Hochstaufen-Kaserne in Bad Reichenhall ins Visier der Ermittler geraten ist. 

Ermittlungen offenbar auch wegen sexueller Angriffe

Wie tageschau.de nun erfahren haben will, wurde offenbar ein Obergefreiter der Gebirgsjäger über viele Monate von Ausbildern und Mannschaftssoldaten sexuell belästigt und genötigt - das soll das Verteidigungsministerium am Montag dem Bundestag in einem Schreiben mitgeteilt haben. Laut tagesschau.de sollen sich die Vorwürfe auf den Zeitraum von November 2015 bis September 2016 und die 4. Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 beziehen. Es gehe sowohl um verbale wie tätliche sexuelle Angriffe. Nach Angaben des Verteidigungsministeriums, so tagesschau.de weiter, sollen sich die Ermittlungen insgesamt gegen 14 Beschuldigte: zwei Feldwebel, zwei weitere Unteroffiziere und zehn Mannschaftssoldaten richten.

"Die Bundeswehr nimmt die Sache sehr ernst"

Bisher war nur bekannt, dass ein Soldat eine Eingabe wegen Mobbings an den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages - Hans-Peter Bartels - gemacht habe. "Die Ermittlungen laufen. Die Bundeswehr nimmt die Sache sehr ernst", so Pressesprecherin Ariane Houben im Gespräch mit BGLand24.de. Aufgrund der Vorwürfe haben die Bundeswehr und auch die Traunsteiner Staatsanwaltschaft die Ermittlungen aufgenommen. "Wir ermitteln den Sachverhalt", bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein am Donnerstag. Inwieweit die Vorwürfe auch eine sexuelle Komponente enthalten, war bisher unbekannt. Auch war unklar, ob sich das Mobbing und die sexuelle Belästigung zwischen Vorgesetzten und Untergebenen oder unter Kameraden abgespielt haben soll.

mh

Quelle: BGland24.de

Zurück zur Übersicht: Bayern

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare