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Leserbriefe - Teil 2: Wie gerecht ist dieser Lockdown?

„Impfgegner sollten Aufnahme im Krankenhaus widersprechen“ und „wurden alle verarscht“

Lesermeinungen: Wie gerecht ist dieser Lockdown?
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„Wie gerecht ist dieser Lockdown?“ Viele Leser haben ihre Meinung zu dem Thema geäußert - auch unser Leser Franz Lidl aus Halfing. Er meint: „Wir haben alle gemeinsam dieses Problem - und wenn man die Aussagen der letzten 1,5 Jahre Revue passieren lässt, wurden wir auch alle gemeinsam verarscht.“

Geimpfte fühlen sich hinters Licht geführt, Gastronomen sind verzweifelt. Doch wie gerecht ist dieser erneute „Freizeit-Lockdown“ in Bayern? Zahlreiche Leser haben uns ihre Meinung zum Thema geschildert.

Landkreis - Alle Städte und Landkreise in Bayern, die eine Sieben-Tage-Inzidenz von über 1000 überschreiten, müssen in den „Freizeit-Lockdown“. In der Region ist das aktuell in Rosenheim, Traunstein, Mühldorf und im Berchtesgadener Land der Fall (Stand: Montag, 29. November). Hier sind unter anderem Restaurants, Fitnessstudios und Hotels geschlossen - Schulen, Kitas und der Handel sind aber geöffnet.

„Freizeit-Lockdown“ geht wohl weiter

Diese drastischen Einschränkungen in den Hotspots sollen wohl auch über den 15. Dezember hinaus gelten. Das hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) beim „Sonntags-Stammtisch” am Sonntag (28. November) im BR Fernsehen gesagt.

Es gebe in den betroffenen Gebieten bereits eine Art Lockdown auch für geimpfte Personen, erklärte der CSU-Vorsitzende. „Das ist unsere bayerische Notbremse, sowas bräuchten wir auch in Deutschland”, forderte er. Nach Absprache mit den Landräten in den betroffenen Gebieten sollen die Maßnahmen wohl nach dem 15. Dezember weiter gelten.

Bei seinem Besuch in Rosenheim am Freitag (26. November) forderte Markus Söder auch eine einheitliche Bundesnotbremse und eine Impfpflicht, möglichst ab dem 1. Januar. Das Ziel: Die Menschen aus der „Dauerendlosschleife Corona“ befreien. Auch wenn die Neuinfektionen in Bayern nicht mehr ganz so steil anstiegen, sei eine Überlastung des deutschen, aber auch des regionalen Gesundheitssystems zu befürchten. Es gehe nicht um ein bayerisches, sondern um ein nationales Phänomen

Die OVB24-Redaktion wollte daher von Euch wissen: Wie gerecht ist dieser „Freizeit-Lockdown“ - für Geimpfte, für Gastronomen, für Betreiber von Kultur- oder Sportstätten?

Wie gerecht ist dieser Lockdown? Das sind Eure Leserbriefe:

Gabriele Murr aus Berchtesgaden

Ich finde es sehr schade, wenn Menschen diesen Lockdown als „Dämpfer für Geimpfte“ sehen. Leider ist es ja nicht möglich, dass sich ungeimpfte Mitmenschen in voller Schutzmontur auf den Intensivstation informieren, damit sie am eigenen Körper spüren, was das Pflegepersonal leistet.

Vielleicht könnten ja alle Menschen, die gegen eine Impfung sind, ein Schriftstück in der Tasche dabei haben, mit dem sie einer Aufnahme ins Krankenhaus oder auf die Intensivstation widersprechen. Das wäre eine freiwillige Entscheidung und somit wären die Stationen im Krankenhaus womöglich entlastet.

Heinz Klotzek aus Bayern

Das Ganze ist kein Problem von geimpft oder ungeimpft. Es ist ein politisches Problem. Die Politik hat den Geimpften versprochen, dass die Impfung der Gamechanger ist und die Pandemie vorbei ist. Bereits im Juni war unter anderem aus Israel bekannt, dass die Wirkung schon nach kurzer Zeit erheblich nachlässt. Die Politik hat jedoch nicht reagiert. Warum auch immer.

Durch die 3-G-Regeln wurden den Geimpften alle Freiheiten gelassen, wie Disco und Nachtgastronomie. Obwohl bekannt war, dass die Wirkung nachgelassen hat. Anstatt Fehler einzugestehen, hat man die Bevölkerung gegen einander aufgehetzt und die Schuld den Ungeimpften zugeschoben (Pandemie der Ungeimpften). Hätte die Politik richtig reagiert und eine Testpflicht für alle eingeführt, hätten wir heute keine Probleme.

Franz Lidl aus Halfing

Unser Leser Franz Lidl aus Halfing äußert sich zum Thema „Wie gerecht ist dieser Lockdown?“.

Geimpft im Lockdown? Ich könnte jetzt anfangen und argumentieren, dass ein ungeimpfter 17-Jähriger trotzdem ein zigfach geringeres Risiko trägt, das Gesundheitssystem zu belasten und damit zu einer möglichen Überlastung beizutragen, als eine dreifach geimpfte 84-Jährige. Wenn es um die bloße Vermeidung der Triage gehen würde, dann wäre das effektivste Mittel in einer Zeit, in der sich das Virus massiv verbreitet, Risikogruppen mit Ausgangssperren und Kontaktbeschränkungen zu belegen und so deren Kontaktzahlen auf ein Minimum zu reduzieren. Aber können wir es uns als Gesellschaft wirklich herausnehmen, dass wir Menschen vor sich selbst schützen, egal ob alt oder jung, geimpft oder ungeimpft?

Vielleicht sollte man das Ganze mal aus einem anderen Blickwinkel betrachten: Wir haben als gesamte Gesellschaft ein Problem, nämlich ein Gesundheitssystem, das an seine Belastungsgrenze kommt. Statt daran zu arbeiten und beispielsweise die Milliarden, die für Ausgleichszahlungen aufgrund der destruktiven Lockdown-Maßnahmen ausgegeben werden, proaktiv in das Gesundheitssystem zu investieren, wird eine gesellschaftliche Spaltung erreicht, indem ein Kampf um Betten hochstilisiert wird: Der ungeimpfte Covid-Patient nimmt das Bett eines geimpften Unfallpatienten weg. Man könnte es aber auch etwas krasser ausdrücken: Die Ungeimpften sollen eingesperrt werden, damit der Geimpfte noch seine Behandlung bekommt, wenn er sich bei der letzten Talabfahrt nach dem Après-Ski schwer verletzt.

Wir haben alle gemeinsam dieses Problem - und wenn man die Aussagen der letzten 1,5 Jahre Revue passieren lässt, wurden wir auch alle gemeinsam verarscht. Nach dem ersten Lockdown sollte es keinen weiteren mehr geben, den Rest kennen wir. Impfpflicht war eine Verschwörungstheorie, seit Monaten haben wir einen indirekten Zwang und nun wird offen darüber diskutiert. Der Lockdown für Geimpfte sollte nie kommen - und jetzt trifft dieses unglaubliche Gefühl, wenn Söder und Co. genau das Gegenteil von dem tun, was sie vor Monaten gesagt haben, eben die Gruppe, die es am wenigsten erwartet hat: die Geimpften.

Unsere Regierung hat den Sommer verschlafen und sich lieber im Wahlkampf aufgerieben, statt lästige Hausaufgaben zu machen und unangenehme Wahrheiten auszusprechen - und deshalb werden jetzt Menschen enttäuscht, weil Team Vorsicht nichts von zielführenden Lösungen wie 1G, also alle getestet, in der Gastronomie hält, sondern einfach wieder blind links die Lockdownkeule schwingt.

Nicole Thaller aus Edling

Ich fühle mich verarscht, betrogen und belogen. Zum vierten Mal in diesem Jahr darf ich nicht arbeiten. Obwohl uns versprochen wurde, dass es ein Lockdown der Ungeimpften wird. Ich arbeite in einem Solarium und erneut mussten wir schließen. Wir sind ein Dienstleister ohne Kundenkontakt. In jeder Kabine befindet sich immer nur eine Person. Alles wird ständig desinfiziert.

Dieser Lockdown ist leider wieder nur ein „Freizeit-Lockdown“. Der komplette Handel wird ausgeschlossen - aber warum? Das ist meiner Meinung nach alles ohne Sinn und Logik. Viele müssen wieder in die Kurzarbeit und die Minijobs fallen weg. Familien bekommen wieder finanzielle Probleme - und das so kurz vor Weihnachten. Ich hoffe, dass sich das die Menschen merken und bei der nächsten Wahl richtig wählen. Ich bin enttäuscht von der Regierung und von Herrn Söder.

Wie gerecht ist dieser Lockdown? Weitere Leserbriefe zum Thema:

Hitzige Leserdebatte: „Freue mich, dass Geimpfte verdienten Dämpfer bekommen“

Josef Ringsquandl aus Bayern

Ich stimme Herrn Florian Schramm voll und ganz zu. Meine Frau und ich sind beide dreifach geimpft und unsere Kinder (12 und 15 Jahre alt) sind doppelt geimpft. Jetzt können wir uns wieder mal verkriechen und zu Hause einsperren wegen meiner Meinung nach zu vielen „Dickschädeln“, die meinen: „Corona ist nur eine Grippe, die kann mir eh nichts“.

Monika Schnellinger aus Bayern

Wir ließen uns impfen, weil es anfänglich hieß: „Da habt ihr mehr Vorteile und keine Einschränkungen mehr“. Was haben wir jetzt? Keinerlei Vorteile! Auch wir dürfen nicht in die Gastronomie oder zur Kosmetikerin. Was haben wir jetzt davon? Das kotzt uns komplett an.

Wie ist Eure Meinung? Schickt uns Eure Leserbriefe

Die Emotionen kochen hoch, für viele ist dieser Schritt in den Lockdown einer zu viel. Ist es unverhältnismäßig Geimpfte erneut in einen „Freizeit-Lockdown“ zu schicken, Gastronomie und Hotels zu schließen, Sport und Kultur wieder still stehen zu lassen? Oder ist der Impfstatus völlig egal, weil es um das große Ganze geht, einen Kollaps der Krankenhäuser zu vermeiden und Pflegepersonal, Sanitäter und Ärzte zu entlasten?

Schickt uns Eure Leserbriefe:

Schreibt uns zum Thema per Mail an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Geimpft im Lockdown“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Zeilen auch unbedingt Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt kompletten Namen und Wohnort anschließend in einem Artikel.

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

jg

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