Tolle Sache, die aber zum Problem werden kann

Rauchmelder: Warum unsere Feuerwehrler damit auch hadern

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Rauchmelder
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Landkreise – Seitdem die Rauchmelder Pflicht sind haben die Feuerwehren viel zu tun. Viele Einsätze stellen sich am Ende aber als Fehlalarm heraus. Auch wenn die Feuerwehr lieber 10 Mal fährt und es ist nix passiert, als andersrum: Bei den Rauchmeldern ist es die große Masse, die zum Problem werden kann.

Seit 1. Januar müssen sie alle haben: Die Rauchmelder. In Bayern heißt das konkret, dass Schlafzimmer, Kinderzimmer und Flure, die zu Aufenthaltsräumen führen mit einem Rauchmelder ausgestattet sein müssen. Für den Einbau ist der Eigentümer verantwortlich. Für die Betriebsbereitschaft ist der Besitzer verantwortlich. Bei Mietwohnungen ist das der Mieter.

Es ist die Masse, die zum Problem werden kann

Wie jedes andere technische Gerät kann auch ein Rauchmelder Fehlfunktionen aufweisen. Das ist vom Preis eines technischen Gerätes oder was es kann grundsätzlich erst einmal unabhängig. Ein Beispiel: Auch die noch so teure Luxuskarosse kann Fabrikations- oder Softwarefehler aufweisen. Die Masse an Rauchmelder ist es, die zum Problem werden kann. 

Das ist eine einfache Rechnung: Je mehr Exemplare von einem technischen Gerät im Umlauf sind, desto höher die Zahl derer, die einen Fabrikationsfehler haben können. Anders gesagt: Es gibt nicht so viele Luxuskarossen, wie es Rauchmelder gibt.

Erkennbar mehr Einsätze

Auch beim Kreisfeuerwehrverband Altötting ist man sich dessen bewusst. So erklärt Kreisbrandrat Werner Huber auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass die Einsätze der einzelnen Wehren im Landkreis Altötting erkennbar mehr geworden sind. Darunter seien auch viele, die am Ende zum Ergebnis kommen: Fehlalarm eines Rauchmelders. Zurück zum Preis: Huber erklärt weiter, dass auch sehr teure automatische Brandmeldeanlagen in Betrieben und Unternehmen Fehlalarme produzieren.

Dies sei wohl für ganz Bayern, ganz Deutschland übertragbar. Freilich fahren die Feuerwehren lieber 10 Mal mehr raus und es ist nix als einmal zu wenig. Die Frage ist wohl, wie sich die Situation entwickelt und letztendlich, ob die Wehren irgendwann an ihre Grenzen stoßen, Einsätze personell stemmen zu können. Das wollen die Floriansjünger auf keinen Fall.

Rauchmelder sind eine tolle Sache

Auch das erklärt Altöttings Kreisbrandrat Werner Huber im Gespräch mit innsalzach24.de: „Die Schadenszahlen gehen zurück.“ Genaue Statistiken gebe es dazu zwar noch nicht und auch nicht über die gestiegenen Einsatzzahlen aber es zeichne sich schon jetzt ab. Mit „Schäden“ seien insbesondere auch die an Personen gemeint.

Wenn ein Rauchmelder angeschlagen hat

Das passiert laut Huber beim Einsatz der Feuerwehr, wenn ein Rauchmelder angeschlagen hat und in der Wohnung/im Haus niemand öffnet:

  • Ohne triftigen Grund darf die Feuerwehr nicht ohne Beisein der Polizei die Wohnung öffnen.
  • Wenn entsprechende Anzeichen für Brand und ggf. Gefährdung einer Person zu erkennen sind, öffnet die Feuerwehr die Türe auch ohne Polizei.
  • Die Türe wird geöffnet und je nach Sachlage gehandelt.
  • Die Kosten für ein vielleicht nötiges neues Türschloss trägt der Eigentümer.

rw

Quelle: innsalzach24.de

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