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Theresa Biller treibende Kraft – Spenden für Wärmebildkamera benötigt

Tödliche Gefahr: Rehkitzrettung Grabenstätt gegründet

Theresa Biller mit einem Rehkitz, das sie aufgespürt und in Sicherheit gebracht hat.
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Theresa Biller mit einem Rehkitz, das sie aufgespürt und in Sicherheit gebracht hat.

Obwohl sich viele Landwirte bemühen, dies zu verhindern, geraten immer wieder Rehkitze unter einen Mäher. Theresa Biller hat deshalb mit Gleichgesinnten einen Verein gegründet, um dies zu verhindern.

Grabenstätt – Mit einigen gleichgesinnten Freundinnen hat die 24-jährige Grabenstätterin Theresa Biller unlängst den gemeinnützigen Verein „Rehkitzrettung Grabenstätt“ ins Leben gerufen. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, die Wiesen vor der Wiesenmahd im Frühsommer mittels Wärmebilddrohne abzufliegen und so Rehkitze und andere Wildtiere vor schweren Verletzungen und dem Mähtod zu schützen“, betont Biller und spricht von „meinem Herzensprojekt“.

Schon im Mai soll die Arbeit beginnen

Mit ihrem Team will sie, wenn möglich, schon in diesem Mai oder Juni – in dieser Zeit kommen die meisten Kitze auf die Welt – ehrenamtlich Drohnen-Einsätze fliegen und den Service Landwirten in Grabenstätt und Umgebung kostenlos anbieten. Von den acht Gründungsmitgliedern ist Biller mittlerweile zur ersten Vorsitzenden bestimmt worden. Unterstützt wird sie von der stellvertretenden Vorsitzenden Franzi Reif (28) aus Altenmarkt, der Kassierin Sophia Biller (21) Grabenstätt und der Schriftführerin Sophia Oberhuber (24) aus Grabenstätt.

Der Vorstand des gemeinnützigen neuen Vereins „Rehkitzrettung Grabenstätt“ mit Kassierin Sophia Biller, der stellvertretenden Vorsitzenden Franzi Reif, der Vorsitzenden Theresa Biller und der Schriftführerin Sophia Oberhuber (von links).

Biller, die schon als Kind ein Herz für Wildtiere hatte, ist nun schon seit rund acht Jahren beim Kitzsuchen aktiv. „Zuerst bin ich hoch zu Pferd die Wiesen bahnweise abgeritten, später dann zu Fuß, ganz nach dem Vorbild des wohl mühsamsten Kitzsuchers überhaupt, dem örtlichen Jagdpächter Martin Höpfl aus Marwang, der seit Jahrzehnten stundenlang zu Fuß die Wiesen in engen Bahnen absucht“, erzählt sie den OVB-Heimatzeitungen.

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Das Auffinden eines gemähten Kitzes war für sie 2016 dann ein einschneidendes Erlebnis. „Mein Wunsch nach einer effektiven und schnellen Methode, Kitze zu suchen, war nun größer denn je“, so die Chemielaborantin. Erfahrungsgemäß sei es extrem schwierig, gut getarnte Kitze im hohen Gras zu erkennen, selbst wenn man fast direkt daneben stehe. Moderne technische Hilfsmittel sind da sehr hilfreich.

Ganz wichtig waren auch die Erfahrungen, die sie vor zwei Jahren an der Seite von Sabrina Augenstein vom Verein „Drohnenprojekt – Leben retten“ aus Piding im Berchtesgadener Land bei Rehkitz-Einsätzen machen durfte. „Von da an wollte ich unbedingt etwas Vergleichbares auf die Beine zu stellen“, so die Tierfreundin.

Bereits einige erfolgreiche Einsätze geflogen

Von Bekannten hatte Biller sich schon im Vorjahr eine Wärmebilddrohne ausgeliehen und ist damit in den Gemeindebereichen Grabenstätt, Erlstätt, Vachendorf und Haslach einige erfolgreiche Einsätze geflogen. „Das Know-how ist da, um jetzt richtig loszulegen“, freut sie sich.

Damit ihr Team für die Rehkitzrettung bestens aufgestellt ist, will sie noch eine vereinseigene Drohne mit Wärmebildkamera kaufen. Das Problem: Eine gute und leistungsstarke Wärmebilddrohne kostet zwischen 4000 und 8000 Euro.

Weitere ehrenamtliche Helfer gesucht

„Neben Spenden und Sponsoren, die wir für die teure Drohne samt Technik dringend benötigen, suchen wir auch noch ein paar ehrenamtliche Helfer für unser Drohnen-Team“, so Drohnen-Pilotin Biller. Interessierte könnten sich gerne bei ihr unter der Nummer 0157/52084159 oder per E-Mail rehkitzrettung.grabenstaett@gmail.com melden. Selbiges gelte für Personen, die fördernde Vereinsmitglieder werden wollen.

„Bambi-Hotline“ für die Landwirte

„Die Telefonnummer ist auch die Bambi-Hotline für Landwirte zum Mahd-Ankündigen“, so Biller, der nicht nur Rehkitze sehr am Herzen liegen. Die Igelhilfe Grabenstätt unterstützt sie jedes Jahr, indem sie geschwächte Igel aufpäppelt. Hin und wieder tut sie dies auch mit jungen oder verletzten Vögeln. Als Kind – und damit schließt sich der Kreis – hat Biller mit ihren Geschwistern und ihrer Mama auch ein angemähtes und stark verletztes Rehkitz gesund gepflegt und erfolgreich aufgezogen.

Die Tiere werden in den kühleren Morgenstunden aufgespürt:

Wie wird die Rehkitzrettung genau ablaufen? Jäger oder Landwirte sollten spätestens einen Tag im Voraus die Mahd ankündigen, sodass Therese Biller und ihr Team am nächsten Morgen mit der Wärmebilddrohne fliegen können. „Die kleinen Körper der Kitze sieht man mit Wärmebild nur solange der Boden und das Gras kühl sind, also am frühen Morgen ab der Dämmerung“, erläutert sie. Nach dem Auffinden werde man die Tiere vorsichtig aus der Wiese herausgetragen und in Kisten sperren bis die Wiese gemäht und die Gefahr vorüber sei. Die Geiß (Muttereh) bleibe erfahrungsgemäß während der ganzen Zeit irgendwo in der Nähe in Deckung und hole das Kitz dann relativ zügig nach dem Zurücksetzen am Auffindungsort wieder ab, sobald Ruhe eingekehrt sei. „Ich freue mich auf eine gute Zusammenarbeit mit den Landwirten und Jägern und hoffe, dass die Landwirte unseren kostenlosen Service nutzen und die Mahd zeitig ankündigen“, so Biller, die seit letztem Jahr auch im Besitz eines Jagdscheins ist. Falls zeitliche Ressourcen frei seien, könne man auch an anderen Orten tätig werden oder andere Vereine wie etwa die Kitzretter in Vogling (Siegsdorf) unterstützen.

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