Wasserwirtschaftsamt lässt Tiere umsiedeln

Bei Tittmoning: Neue Biotope für die Zauneidechse

Eins der derzeit umzäunten Zielbiotope für die Umsiedelung mit einer vielfältigen Auswahl an Strukturen.
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Eins der derzeit umzäunten Zielbiotope für die Umsiedelung mit einer vielfältigen Auswahl an Strukturen.

Tittmoning - Die Zauneidechsen, die südlich der Siechenbach-Mündung im Uferbereich der Salzach leben, sollen ein neues Zuhause bekommen.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

In den nächsten Tagen und Wochen vergraben daher Biologen entlang des Uferbegleitweges kleine Becherfallen aus Kunststoff. Die Fallen werden regelmäßig abgesammelt und die Tiere umgesiedelt in neu angelegte Biotope. Notwendig wird die Umsiedelung, weil im Herbst an dieser Stelle planmäßig die Ufersteine an der Salzach entfernt werden sollen. Diese Arbeiten sind Teil des Projekts zur Renaturierung der Salzach nördlich von Tittmoning, in der Ranhartinger Au. Um die Zauneidechsen fachgerecht ab- und umsiedeln zu lassen, hat das Wasserwirtschaftsamt Traunstein als Bauherr ein Planungsbüro beauftragt.  

Lebensraum mit idealen Bedingungen

Wenn sich die Frühlingssonne zeigt, kriechen Zauneidechsen gerne aus ihren Winterverstecken. Sie suchen sich sonnige Plätze, liegen auf Steinen oder Holzstücken und huschen später zurück in den Schatten unter Büschen und Wurzeln. Grundsätzlich gelten Zauneidechsen als „extrem ortstreu“. Meist bewegen sich die Tiere nicht weiter weg als 40 Meter von dem Ort, an dem sie geboren wurden. Diesem Verhalten trägt das Wasserwirtschaftsamt Rechnung: Manche der neuen Biotope liegen nahe der Uferböschung, aber außerhalb des Eingriffsbereichs, damit die Zauneidechsen im Idealfall von selbst dorthin wandern. Weitere Biotope liegen noch weiter im Hinterland, um die Tiere stufenweise möglichst weit von der Baustelle wegzulocken. Drei davon sind derzeit von einem grünen Reptilienzaun umgeben. Sie dienen als Zielbiotop für die aktive Umsiedelung. Die Umzäunung ist notwendig, damit die Tiere von dort nicht sofort wieder zu ihrem gewohnten Platz an die Uferböschung zurückwandern. Die Biotope liegen zudem in einem Bereich, wo sich gut Nahrung finden lässt. Zauneidechsen fressen vorwiegend bodenlebende Insekten und Spinnen. Die rund 50 Quadratmeter großen Biotope bestehen aus Totholz, Sand und Grünfläche. Denn Zauneidechsen bevorzugen sandige Bereiche, um ihre Eier abzulegen, und sie graben sich während der kälteren Monate gerne tief in Hohlräume im Boden ein. Die aufgestellten Becherfallen suchen die Biologen nach einem festen Turnus ab. Sie erheben die Daten der Tiere, etwa das Geschlecht, und tragen die Eidechsen dann zu ihrem neuen Lebensraum. Außerhalb der Fangzeiträume sind die Fallen mit einem Deckel verschlossen.

Bei der Umsiedelung der Zauneidechsen ist höchste Umsicht geboten. Die Maßnahme wurde daher sowohl mit der Unteren und als auch der Höheren Naturschutzbehörde einvernehmlich abgesprochen.

Hinweis für Spaziergänger und Radfahrer

Das Wasserwirtschaftsamt Traunstein bittet Spaziergänger und Radfahrer, die Becherfallen nicht als vermeintlichen Plastikmüll zu entsorgen und möglicherweise enthaltene Zauneidechsen nicht zu berühren oder zu „befreien“. Alle Stellen, an denen Becher vergraben sind, werden markiert, sodass diese im Anschluss an die Umsiedelung vollständig zurückgebaut werden können und kein Kunststoff im Auwald zurückbleibt.

Pressemitteilung Wasserwirtschaftsamt Traunstein

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