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Schießerei in Großkarolinenfeld - zweiter Prozesstag

Einschätzung des Sachverständigen: Angeklagter trotz Drogeneinfluss voll schuldfähig

Schießerei am Bahnhof in Großkarolinenfeld
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz der Schießerei.

Großkarolinenfeld / Traunstein - In der Nacht auf den 26. September 2020 wurde ein junger Mann am Bahnhof in Großkarolinenfeld durch eine Schusswaffe schwer verletzt. Die Polizei konnte kurze Zeit später einen Tatverdächtigen (23) festnehmen. Der muss sich seit 13. April vor dem Landgericht Traunstein verantworten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • In Großkarolinenfeld kam es Mitte September 2020 zu einer Schießerei
  • Ein 20-Jährigen wurde dabei angeschossen, schwer verletzt und musste notoperiert werden
  • Das Treffen fand offenbar geplant wegen eines Drogen-Deals statt
  • Der Prozess um die Gewalttat startete am 13. April 2021

Update, 14.59 Uhr - Unterbrechung des Prozesses: Wird am Montag fortgesetzt

Der Prozess wird unterbrochen und am Montag, 19. April um 9 Uhr fortgesetzt. Dann werden die Plädoyers gehalten und das Urteil verkündet. 

Update, 14.39 Uhr - Einschätzung des Sachverständige: Angeklagter trotz Drogeneinfluss voll schuldfähig

Die Aussagen des 23-jährigen Angeklagten im Video sind offenbar nicht vollständig verschriftlicht worden, weswegen Rechtsanwalt Weitzdörfer einwendet, dass die komplette Aussage niedergeschrieben werden soll. „Da werden enorm wichtige Aussagen getätigt, die wir nicht schriftlich haben“, sagt Weitzdörfer. Der Vorsitzende Richter Erich Fuchs gibt ihm Recht. „Normalerweise sollte das gemacht werden, in der Praxis sieht das leider anders aus“, so der Richter.

„Ich hätte niemals gedacht, dass das so eskaliert oder so ausartet, deswegen bin ich sehr schockiert, ich stehe auch unter Drogeneinfluss“, hört man den Angeklagten in dem Video von seiner Vernehmung sagen. Und weiter: „Wenn das Ganze vorbei ist, könnten Sie dann mal kurz nachfragen, wie es demjenigen geht?“

Ohne Behandlung wäre der Tod beim Geschädigten eingetreten, so die Aussage eines Gerichtsmediziners. Es sei aber zu erwarten, dass der Geschädigte aber keine wesentlichen Beeinträchtigungen der Lebensqualität durch die Verletzungen davontrage.

Zu den Vorstrafen des 23-Jährigen wird vor Gericht ein Auszug aus seinem Strafregister verlesen.Der Angeklagte soll in seiner Jugend bereits gestohlen und einer Frau die Handtasche geraubt haben. Außerdem soll er einen Rettungssanitäter und eine Krankenschwester bedroht sowie Polizeibeamten beleidigt und bedroht haben.

Laut des psychiatrischen Gutachtens habe der Angeklagte bereits eine lange Drogenvergangenheit samt Therapie hinter sich. Auch während der Tat habe er unter Drogeneinfluss gestanden. Der Sachverständige Dr. Josef Eberl schätzt ihn in der Zusammenschau der Informationen aber trotz des Drogeneinflusses als voll schuldfähig ein. Eine Therapiemaßnahme im Rahmen des Maßregelvollzugs halte er für gerechtfertigt. 

Update, 11.02 Uhr - Verteidigung: „Angeklagter stand bei seiner Vernehmung unter Schock und Drogen“

Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages am Landgericht Traunstein erklärt Verteidiger Peter Weitzdörfer, dass er den vorgetragenen Ermittlungsergebnissen bezüglich. der Aussagen der mutmaßlichen Drogenverkäuferin widerspreche. Der Grund: Die Frau hat vor Gericht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Darüber wird das Gericht noch entscheiden.

Um festzustellen, in welchem Zustand sich der Angeklagte bei der Vernehmung befunden hat, wird die auf Video aufgenommene polizeiliche Vernehmung des Angeklagten vor Gericht vorgespielt.

Die Verteidigung wollte am ersten Verhandlungstag ein Verwertungsverbot für die Aussagen seines Mandanten bei der Polizei erwirken, da der Angeklagte nach seiner Auffassung von den vernehmenden Beamten nicht ordnungsgemäß belehrt worden und nicht vernehmungsfähig gewesen sei, da er unter Schock und Drogen gestanden habe und übermüdet gewesen sei.

„Ich hatte zu keiner Zeit den Eindruck, dass der Angeklagte nicht vernehmungsfähig war“, sagt der Polizeibeamte, der die Vernehmung durchgeführt hat. „Er hat auch alles unterschrieben und sogar Rechtschreibfehler im Protokoll ausgebessert.“

Vorbericht

In der Nacht von Freitag auf Samstag, 26. September 2020, kam es im Bereich des Bahnhofs in Großkarolinenfeld zu einer brutalen Gewalttat. Ein damals 20-jähriger Mann erlitt dabei eine schwere Schussverletzung und musste noch in der Nacht notoperiert werden. Er befand sich zeitweise in Lebensgefahr. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Anklage wegen versuchten Totschlags und unerlaubten Waffenbesitzes gegen den 23-jährigen Tatverdächtigen, der kurze Zeit nach der Tat festgenommen wurde, erhoben. Der sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Am Freitag, 16. April um 9 Uhr findet der zweite Prozesstag statt.

Treffen wegen Rauschgiftdeal

Laut Anklageschrift soll sich der Angeklagte am 26. September 2020 gegen 3.15 Uhr mit einer Frau, die in Begleitung des späteren Geschädigten und weiteren jungen Männern am Bahnhofsplatz in Großkarolinenfeld getroffen haben, um ein zuvor über den Messenger-Dienst von Facebook vereinbartes Betäubungsmittelgeschäft abzuwickeln. Der Angeklagte und die Frau sollen zuvor vereinbart haben, dass ihm fünf Gramm Marihuana und fünf Ecstasy Tabletten zum Preis von 260 Euro übergeben werden sollen. Dabei soll der Angeklagte eine Waffe mitgeführt haben, um diese gegebenenfalls einsetzen zu können, sollte es Probleme bei der Übergabe der Betäubungsmittel geben.

Bei der Übergabe soll es dann zu einem zunächst verbal geführten Streit zwischen den Beteiligten gekommen sein. Die verbale Auseinandersetzung soll schließlich in ein Gerangel zwischen dem Geschädigten und dem Angeklagten übergegangen sein, das darin gipfelte, dass der Angeschuldigte in Tötungsvorsatz den Abzug der Schusswaffe betätigt haben soll. „Ich hab mir dann gedacht ‚oh, jetzt wird’s brenzlig‘ und bin dann auf ihn zu und wollte ihn entwaffnen. Dann hat er mir in den Bauch geschossen“, sagte der Geschädigte am ersten Verhandlungstag aus.

Jugendlicher wird am 26. September in Großkarolinenfeld niedergeschossen

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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz
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Der Bahnhof in Großkarolinenfeld war Schauplatz eines schrecklichen Verbrechens. © jz

Bahnhof sei beliebter Treffpunkt für Jugendliche gewesen

Anwohner zeigten sich am Tag darauf im Gespräch mit rosenheim24.de von dem Vorfall nur wenig überrascht. Der Bahnhof sei in letzter Zeit ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche gewesen. Viele von ihnen hätten nach Meinung eines Nachbarn das Potential, in die Kriminalität abzurutschen.

Großkarolinenfelds Erster Bürgermeister Bernd Fessler sieht das jedoch anders. Wie er im Gespräch mit rosenheim24.de sagte, sei der Bahnhof in seiner Gemeinde nie groß aufgefallen. „Die Anwohner, der Wirt und auch die Polizei berichten alle, dass der Bahnhof nie Treffpunkt für zwielichtige Gestalten gewesen sei“, so Fessler.

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