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Frauen nach wie vor in Angst

Vergewaltigung in Obing wirkt nach: Wie der Gemeinderat jetzt die Sicherheit im Dorf erhöhen will 

Polizeireiter – auf unserem Foto Polizeioberkommissar Florian Jabinger auf Dienstpferd Lancelot (rechts) und Polizeihauptmeisterin Bernadette Bamberger auf Champion – hatten zwischenzeitlich das Sicherheitsgefühl in Obing gestärkt.
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Polizeireiter – auf unserem Foto Polizeioberkommissar Florian Jabinger auf Dienstpferd Lancelot (rechts) und Polizeihauptmeisterin Bernadette Bamberger auf Champion – hatten zwischenzeitlich das Sicherheitsgefühl in Obing gestärkt.

Viele Frauen trauen sich abends nicht, allein heimzugehen, berichteten Einwohner bei der Bürgersprechstunde im Gemeinderat. Die Besorgnis zeigt: In Obing wirkt das schwere Verbrechen noch immer nach – trotz der Tatsache, dass nach der Vergewaltigung ein Tatverdächtiger festgenommen wurde.

Obing – Der Gemeinderat beriet jetzt, was getan werden kann. Im Fokus steht vor allem ein Punkt: eine bessere Beleuchtung.

Viele Frauen trauen sich abends nicht mehr zu Fuß heim

Hans Herbst bemängelte in öffentlicher Sitzung die aus seiner Sicht schlechte Beleuchtung vieler Ortsstraßen. Die Laternen stünden zu weit auseinander, die Ausleuchtung sei nicht ausreichend und zudem werde die Beleuchtung ab 22 Uhr ausgeschaltet. Das trage nicht zur Sicherheit der Bürger bei. Annemarie Herbst ergänzte, dass Lichtverschmutzung natürlich ein Thema sei, die Bemühungen, Licht einzusparen, dürften aber nicht auf Kosten der Sicherheit gehen.

Eine gute Beleuchtung für ihren Nachhauseweg sei für die Bürger wichtig. Das sei auch schon vor dem Verbrechen häufig gerade bei den Bewohnern der älteren Siedlungen diskutiert worden. Nun würden sich viele Frauen abends nicht mehr alleine auf die Straße trauen oder stattdessen mit dem Auto fahren – das sei doch auch keine Alternative.

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Gemeinderat Franz Pürner(CSU) gab zu bedenken, dass es keine hundert prozentige Sicherheit gebe. In Obing habe es sich um einen Einzelfall gehandelt, der an einem beleuchteten Bereich begonnen habe, dennoch sei es sinnvoll, Vorsicht walten zu lassen. Bürger Stefan Kronast regte die Prüfung von Videoüberwachungen im Ortskern an. Bürgermeister Sepp Huber (FW) berichtete, er habe zu dieser Thematik auch Gespräche mit der Polizei geführt. Hier sei aber ganz klar festzuhalten, dass eine Videoüberwachung aufgrund von Datenschutzrichtlinien kaum umsetzbar sei.

Problemzonen bekannt

Möglichkeiten gebe es dagegen beim Thema Beleuchtung, das auch in der Vergangenheit immer mal wieder durch den Gemeinderat aufgegriffen und behandelt worden sei. Die Straßenbeleuchtung in Obing sei großflächig verteilt, aber es gebe Unterschiede bei Hauptstraßen, älteren Siedlungsbereichen sowie den neueren Wohngebieten. Die Hauptstraßen sind aus der Sicht Hubers mit einem Lampenabstand von etwa 30 bis 35 Metern relativ gut beleuchtet. Bei älteren Siedlungsbereichen seien dagegen nur Kreuzungen und Abzweigungen ausgeleuchtet. Entlang der Straßen seien die Lampen mit einem Abstand von etwa 60 bis 80 Metern installiert. Bei neueren Siedlungen hingegen sei ein Lampenabstand von etwa 35 bis 40 Metern gegeben. „Durch die Themenblöcke Energieeinsparung und Insektenschutz wurde in den letzten Jahren fast die gesamte Beleuchtung auf LED umgestellt“, erklärt Huber. LED-Leuchten hätten eine andere Stärke und Lichtfarbe sowie eine leichte Nacht-Dimmung, dadurch könne ein schlechterer Ausleuchtungseindruck entstehen.

Idyllisches Obing: Doch seit der Vergewaltigung ist das Sicherheitsgefühl vieler Bürgerinnen nachhaltig gestört.

Durch Gespräche mit Bürgern seien einzelne Problemzonen bekannt und die würden auch in Augenschein genommen, um hier, wenn möglich, zeitnahe Lösungen zu erarbeiten. Kurzfristig sei es aber schwierig, im gesamten Ortsbereich von Obing eine optimale Ausleuchtung, die allen Erfordernissen der heutigen Zeit gerecht werde, zu finden, betont Huber. „Wichtig ist vor allem, im Frühjahr und Sommer, dass die Lampen durch die jeweiligen Anlieger vom Bewuchs freigeschnitten werden“.

Trotz Verständnis auch Warnung vor Panikmache

Schulwegsicherheit, Barrierefreiheit und sichere Rad- und Fußwege seien ein Anliegen des Gemeinderats, sagte die zweite Bürgermeisterin Fanni Mayer (CSU). In puncto Beleuchtung müsse man im Herbst schauen, wo Optimierungsbedarf sei und welche Möglichkeiten es gebe. „Die Beleuchtung ist ein wichtiger Sicherheitsaspekt und eine Pflichtaufgabe der Gemeinde, aber es soll nicht in eine Panikmache ausarten. Ich habe mich bisher immer sehr sicher in Obing gefühlt“, betonte Mayer.

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