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Gemeinderat diskutiert über Probleme und Chancen

Knappe Flächen in Übersee sinnvoll nutzen - aber wie?

Dr. Rafael Stegen informierte über das Innenentwicklungskonzept.
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Dr. Rafael Stegen informierte über das Innenentwicklungskonzept.

Übersee wächst und Wohnungen und Baugrundstücke sind im Chiemgau heiß begehrt. Damit ergehen nicht nur Probleme sondern auch Chancen einher.

Übersee – Der Gesetzgeber möchte Flächenverbrauch senken, vor Ort versuchen die Gemeinden den großen Bedarf an Wohnungen zu decken. In diesem Zwiespalt steckt auch Übersee. Fachleute haben das Potential der Chiemseegemeinde genauer unter die Lupe genommen. Planer Dr. Rafael Stegen stellte die Ergebnisse nun dem Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung vor. Diskussionslos nahm der Gemeinderat das Konzept einstimmig zur Kenntnis.

Flächenverbrauch soll gesenkt werden

Das so genannte Innenentwicklungskonzept gab das Ökomodell Achental für jede seiner Mitgliedsgemeinden in Auftrag, so auch für Übersee. Zunächst informierte Stegen, dass der Auftrag aufgrund rechtlicher Änderungen in der Landesplanung erteilt worden war. So soll der Flächenverbrauch in Bayern dauerhaft gesenkt werden. Ein schonender Umgang mit Grund und Boden sei bereits im bayrischen Gesetzbuch 1987 vermerkt.

Wie Stegen erklärte, sei dieses Ziel sehr vage und eher symbolisch gewesen. Dies habe inzwischen eine Ergänzung im Landesentwicklungsplan gefunden. Folglich solle man sich auf die Innenentwicklung konzentrieren. Beim Schaffen von Baurecht im Außenbereich müsse jetzt nachgewiesen werden, dass diesiInnerorts nicht möglich ist.

Stegen betonte, dass in allen Mitgliedsgemeinden des Ökomodells Innenentwicklungspotentiale vorliegen. Zunächst wurden die vorhandenen Daten verarbeitet, Katasterpläne, Luftbilder und Bebauungspläne ausgewertet.

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Ermittelt wurden Flächen, auf denen bereits ein Baurecht besteht, sowie Flächen im Außenbereich, für die eine städtebauliche Eignung nachgewiesen werden könnte.

Insgesamt kam der Experte in Übersee auf eine Fläche von knapp über 53 000 Quadratmetern mit bestehendem Baurecht. Darunter eruierte er 57 Flächen, die bereits jetzt bebaubar wären. Die Berechnungen hätten eine durchschnittliche Grundstücksgröße von 932 Quadratmetern ergeben.

Steger verwies zudem auf insgesamt 187 Gebäude, die nur von einer Person, älter als 65 Jahre, bewohnt werden. Dies könne als potenzieller Leerstand angesehen werden. Nicht erhoben wurden Leerstände, wie das ehemalige Feuerwehrgebäude und auch Möglichkeiten zur Nachverdichtung. Dies zu erheben, wäre empfehlenswert, sei aber sehr aufwendig, so Stegen.

Wohnungen unter Bayern-Durchschnitt

Der Überseer Bürger bewohnt laut Statistik im Durchschnitt 54,4 Quadratmeter und die durchschnittliche Wohnung hat 108,4 Quadratmeter. Der bayernweite Schnitt in Bayern liegt bei 91,8 Quadratmetern.

Ermittelt wurde auch die Bevölkerungsentwicklung bis zum Jahr 2037 auf 5300 Einwohner, was einem Zuwachs von 4,8 Prozent und einem jährlichen Wachstum von 0,24 Prozent und insgesamt 244 Einwohner entspreche. Hierfür entsteht ein Bedarf von 128 Wohneinheiten.

Hinzu komme noch ein Auflockerungsbedarf. Dieser beruhe auf der Veränderung der Gesellschaft mit mehr Singlehaushalten und getrennt lebenden Familien.

Der Bedarf an zusätzlicher Wohnfläche liege bei 20,71 Hektar und insgesamt 327 Wohneinheiten. Wie der Städteplaner betonte, gehe es darum die knappen Flächen sinnvoll zu nützen. Der Gesetzgeber habe den Gemeinden hierzu ein großes Rüstzeug durch die kommunale Planungshoheit an die Hand gegeben. Er riet zu einem pro-aktiven Ansprechen von Grund- und Immobilienbesitzern, zu Fortbildung und zum Einsatz informeller Planungsinstrumente, wie Rahmenpläne, Feinuntersuchungen und Testentwürfe.

Baurecht nur mit Vertrag

Neues Baurecht sollte nur in Verbindung mit einem Zielbindungsvertrag und einem vermarktungsgesicherten Rück- und Ankaufsrecht erfolgen. Zu den Handlungsmöglichkeiten nannte er auch Lücken schließen und eine Nachverdichtung.

Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) fügte an, dass bereits einige Handlungsmöglichkeiten genutzt werden. Sorgenfalten bekomme er, Wolfgang Hofmann (BP), wenn nur von 5300 Einwohnern bis 2037 ausgegangen werde. Er vermute, dass noch weitere Einwohner hinzukommen.

Stegen erklärte, dass diese Prognose aus den Durchschnittswerten, die die besondere Lage wie auch das Zuzugsverhalten berücksichtigt, ermittelt worden sind.

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