„Nicht der richtige Platz für solch ein Gewerbe“

Grabenstätter Bau- und Planungsausschuss gegen Containerumschlag- und Lagerplatz in Erlstätt

Zufahrt von der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt
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Diese Zufahrt von der Kreisstraße TS 54 in Erlstätt nutzen die LKWs, um auf den Containerumschlag- und Lagerplatz (im Hintergrund Container sichtbar) der Recycling-Firma Jakob Schaumaier Nachf. GmbH zu gelangen beziehungsweise diesen wieder zu verlassen. 

In seiner schriftlichen Eingabe zur Bürgerversammlung – sie wurde im vergangenen Januar im Gemeinderat nachbehandelt – hatte der Erlstätter Bürger Helmut Vordermayer angemahnt, dass sich die auf Recycling spezialisierte Firma Jakob Schaumaier Nachf. GmbH  aus Traunstein auf dem ehemaligen Betriebsgelände der Firma Claas in der Kirchbergstraße 1 in Erlstätt mit einem Containerumschlag- und Lagerplatz angesiedelt habe.

Grabenstätt - Die ständig ein- und ausfahrenden Container-Lkw und Lkw mit Anhängern aus einer auf der Kreisstraße TS 54 (Kirchbergstraße) nicht angekündigten Schwerlastverkehrsausfahrt würden die Benutzer des straßenbegleitenden Radweges ebenso gefährden wie die Verkehrsteilnehmer auf der Kreisstraße, betonte Vordermayer und forderte die zuständigen Behörden zu einem „sofortigen Einschreiten“ auf.

In der jüngsten Bau- und Planungsausschusssitzung im Rathaus behandelte man nun den Bauantrag der Jakob Schaumaier Nachf. GmbH auf Nutzungserweiterung zum Abstellen von Absetz- und Abrollcontainern auf dem besagten Areal. Nach längerer Diskussion lehnte das Gremium diese Nutzungserweiterung geschlossen ab, weil damit, „erheblich belästigende Lärmimmissionen ausgelöst werden, die mit dem rechtlich festgesetzten Gewerbegebiet nicht vereinbar sind“. 

Wie Bürgermeister Gerhard Wirnshofer vor der Abstimmung angemerkt hatte, resultiere der Bauantrag aus der bereits ausgeübten Nutzung, die ohne vorherige Klärung der Genehmigungsbedürftigkeit seit Ende letzten Jahres begonnen worden sei. Die zuständige Bauaufsichtsbehörde im Landratsamt Traunstein sei in dieser Angelegenheit offiziell am 2. Dezember letzten Jahres tätig geworden. Mittels des nun eingereichten Bauantrags, solle die Genehmigungsfähigkeit nachträglich geprüft werden, so der Rathauschef.

Bestandteil der Bauvorlagen ist auch ein immissionsschutztechnisches Gutachten des Sachverständigenbüros Hoock & Partner, das zu dem Ergebnis kommt, dass unter Beachtung der geltenden Auflagen keine erheblichen Belästigungen vorlägen. Der Gemeindeverwaltung lägen andere Erkenntnisse vor, stellte Wirnshofer klar und verwies auf „massive Beschwerden aus dem Umfeld und insbesondere aus dem Wohngebiet Am Marterweg“, welche seit der Ausübung des Containerdienstes eingegangen seien. Angesichts dieser erheblichen Lärmbelästigungen sei das besagte Areal „sicherlich nicht der richtige Platz für solch ein Gewerbe“, so Wirnshofer. Ihm zufolge handle sich um eine gewerbliche Tätigkeit, die im Geltungsbereich zweier rechtskräftiger Bebauungspläne liege, in denen ein Gewerbegebiet festgesetzt sei.

Solche Gewerbegebiete dienten vorwiegend der Unterbringung von nicht erheblich belästigenden Gewerbebetrieben. Erst wenn das Landratsamt die Genehmigung erteile, könne die Gemeinde gegen den entsprechenden Bescheid vorgehen, so der gemeindliche Bauamtsleiter Walter Geutner. Sollte es so weit kommen, obliegt es dem Gemeinderat über das weitere Vorgehen zu entscheiden. Wie Wirnshofer verriet, habe ihm Traunsteins Oberbürgermeister Christian Hümmer persönlich versichert, dass man bereits nach einem adäquaten Grundstück im Traunsteiner Stadtgebiet suche, das zu dem Gewerbe der Firma Schaumaier passe. „In den nächsten acht Monaten wird dies aber wohl nicht zu bewerkstelligen sein“, so Wirnshofer. 

mmü

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