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Fehlender Radweg seit Jahren ein Ärgernis

„Bespuckt und angeschrien“: Radler zwischen Übersee und Grassau in großer Gefahr - Lösung in Sicht?

Der Radweg, den die Gemeinde Grassau bereits vor Jahrzehnten angelegt hat, endet auf Höhe der Gemeindegrenze von Übersee.
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Übersees Bürgermeister Strauch (FBL) auf Höhe der Gemeindegrenze zwischen Grassau und Übersee. Sie wird gekennzeichnet von der Linde – und vom Ende des Radwegs. Wer weiter nach Übersee will, muss ab hier auf die Straße.

Es sind nur rund 1,3 Kilometer. Doch diese sind enorm gefährlich für Pendler, Schüler, Einheimische und Touristen, die zwischen Übersee und Mietenkam unterwegs sind. Trotzdem gibt es seit Jahrzehnten keine Lösung für einen Radweg. Kommt nun Bewegung ins Spiel?

Übersee – „Autofahrer haben mich schon bespuckt und angeschrien“, schildert eine Überseerin (Name ist der Redaktion bekannt) ihre leidvollen und gefährlichen Erfahrungen, die sie auf der Verbindungsstraße zwischen Übersee und Mietenkam in der Vergangenheit gemacht hat.

Manch Autofahrer wagt riskante Überholmanöver

Denn für Radfahrer und andere, nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer – ob diese nun mit dem Kinderwagen unterwegs sind oder auf Gassi-Runde mit dem Hund – ist auf dieser engen, aber gut befahrenen Straße kein Platz vorgesehen. Das treibt so manchen Autofahrer zu riskanten Überholmanövern und ruft wohl auch entsprechende Aggressionen hervor.

Seit Jahrzehnten ist der Radweg ein Wunsch der Bevölkerung

Mehr los, als man denkt. Auf der Straße zwischen Übersee und Grassau sind viele Berufspendler unterwegs, aber auch Laster und Traktoren.

Auch in Grassau sorgen sich die Bürger

Der Radweg zwischen Übersee und Grassau ist aber nicht nur für die Überseer ein Thema, wie Grassaus Bürgermeister Stefan Kattari (SPD) im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen schildert: „Es geht um den Weg zum See, um die Schüler und auch um die Berufspendler, die sich in den Morgenstunden auf den Weg zum Bahnhof Übersee machen und abends wieder zurückfahren.“ Er werde regelmäßig auf die Wichtigkeit des Radwegs angesprochen und stehe in vollem Umfang hinter der Meinung vieler Grassauer Bürger, die sagen: „Muss denn erst etwas passieren?“

Per Fahrrad zum Ortstermin

Übersees Bürgermeister Herbert Strauch (FBL) erscheint mit dem Fahrrad zum Ortstermin mit den OVB-Heimatzeitungen. Als Treffpunkt hat er passenderweise die Linde am Ortsausgang des Grassauer Gemeindeteils Mietenkam vorgeschlagen. Denn hier endet der aus Grassau kommende Fahrradweg, der bereits seit weit über 30 Jahren besteht. Wer von hier ab weiter Richtung Übersee, Autobahn oder See will, muss notgedrungen auf die Straße.

Radfahrer und sogar Fußgänger auf der Straße

Nicht nur Radfahrer, sondern auch Fußgänger leiden unter einem fehlenden Radweg zwischen Mietenkam und Übersee. Immer wieder kommt es zu gefährlichen Situationen.

Bereits in den wenigen Minuten des Fototermins passieren etliche Fahrradfahrer das Ortsschild von Mietenkam. Sogar eine kleine Gruppe – zwei Frauen und fünf Kinder, vollgepackt mit Einkaufstaschen und Tüten – schlängelt sich die Straße entlang Richtung Übersee. Im Sommer sind hier oft Familien mit Fahrradanhängern unterwegs, teilweise ganze Kolonnen an Touristen.

Grundstücksverhältnisse als Knackpunkt

Mindestens seit 2006 gebe es immer wieder ernsthafte Bemühungen um einen Radweg, so Herbert Strauch. Der damalige Bürgermeister Franz Gnadl (SPD) sei zu dieser Zeit schon in Kontakt mit allen Grundstückseigentümern gewesen, die man zur Umsetzung des Radwegs benötigt. Doch er wurde nicht mit allen einig. Auch Alternativrouten über den Westerbuchberg seien damals im Raum gestanden.

Geld alleine nicht der Grund

Dabei wäre nicht so sehr die Abtretung von Land gegen Geld das Thema gewesen, sondern vielmehr das Angebot an möglichen Tauschgrundstücken, fasst Herbert Strauch seinen Kenntnisstand zusammen. Das wäre auch noch in der Amtszeit von Marc Nitschke (CSU) der wesentliche Knackpunkt gewesen, auch wenn dieser zum Ende seiner Amtszeit noch drei Grundstücke für die Gemeinde sicherte, die zum Bau des Fahrradwegs notwendig sind.

Strauch sichert neun weitere Grundstücke

Nun konnte Herbert Strauch in den letzten Monaten neun weitere Grundstücke sichern, mit denen sich der Bau des Radwegs umsetzen lässt– fast zumindest: Ein paar Meter Grund würden noch fehlen, aber hier sei man bereits in guten Verhandlungen.

Neuer Lösungsansatz

Neben den vielen persönlichen Gesprächen, die Strauch mit den Grundstückseigentümern geführt habe, hätte ihm vielleicht auch einfach die Zeit in die Karten gespielt, so Herbert Strauch zu diesem Erfolg – und die Tatsache, dass er das Problem „harakirimäßig“ neu gedacht habe. Denn zuvor wollte man den Radweg stets „on top“ auf die bestehende Straße Richtung Westen setzen. Strauch plant jedoch – wo immer möglich – mit einer Verlegung der Straße nach Richtung Osten, wo dem Landkreis, also dem Straßenbaulastträger, ohnehin schon viele Grundstücke gehören.

Übersees Bürgermeister Herbert Strauch kommt per Fahrrad zum Ortstermin mit den OVB-Heimatzeitungen. Nur noch wenige Meter trennen ihn vom sicheren Radweg, der erst in Mietenkam beginnt.

Viele Vorteile

Durch das Versetzen der Straße Richtung Osten entsteht auf der anderen Seite Raum für den Bau des Radwegs. Hier müssen nun deutlich weniger Grundstücksanteile gekauft oder eingetauscht werden, was die Verhandlungen mit den Eigentümern ebenfalls erleichtert hätte, so Strauch. Von der Tiefbauverwaltung in Traunstein hätte es angesichts dieses Plans geheißen „Top. Wir machen die Straße neu mit Radweg.“, so Übersees Bürgermeister.

Baubeginn soll 2024 sein

Der Gemeinde Übersee obliegt es nun, auch noch die letzten Quadratmeter Grund zu sichern, die für den Bau des Fahrradwegs notwendig sind. Dann kann der Straßenbaulastträger die Planungsschritte einleiten und Fördermöglichkeiten abfragen. Laut Übersees Bürgermeister sollen die Maßnahmen 2024 beginnen. Und noch etwas hört man vom dreifachen Vater: „Ich habe bereits die ersten Gespräche geführt, um den Radweg weiter in den Ort hineinzuführen.“

Plan findet auch in Grassau Zustimmung

Das alles hört man auch in Grassau gerne, wo Bürgermeister Kattari sich angesichts dieser Pläne folgendermaßen äußert: „Der Bau des Radwegs ist ganz ein wichtiges Projekt, und der Bürgermeister von Übersee geht das auf sehr kluge Weise an. Wir unterstützen sehr gerne an jeder Stelle, wo das in unserer Macht steht.“

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