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Für Anwohner und Touristen

Elektrisch mobil am Chiemsee: Wie viele Ladesäulen braucht‘s wirklich?

Zwei von 29 Ladesäulen der Chiemsee-Gemeinden befindet sich am Priener Parkplatz an der Beilhackstraße.
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Zwei von 29 Ladesäulen der Chiemsee-Gemeinden befindet sich am Priener Parkplatz an der Beilhackstraße.

Langsam, aber stetig steigt die Zahl an Elektroautos. Aber nicht jeder hat eine eigene Lademöglichkeit zu Hause. 29 öffentliche Ladepunkte gibt es um das bayerische Meer. Reicht das für eine touristische Region aus?

Chiemsee – Wer mit dem Elektroauto unterwegs ist, muss mitunter Nerven mitbringen. Zumindest, wenn er auf öffentliche Ladesäulen angewiesen ist, und keine „Wallbox“ zu Hause hat, um sein Fahrzeug zu laden. 29 solcher Säulen stehen laut bayerischem Ladeatlas in den Chiemsee-Gemeinden. Manchmal mit zwei, manchmal mit mehreren Ladepunkten, meist sind es zwei Steckdosen (Ladepunkte), an welche die „Stromer“ angeschlossen werden können.

Doch die Zahl der Elektrofahrzeuge stieg in den vergangenen beiden Jahren auffällig. Und damit die Chance, auf bereits belegte Ladesäulen zu treffen, an denen schon andere Fahrer mit ihrem Auto am Strom nuckeln.

Zählte der Landkreis Rosenheim 2021 noch 1057 zugelassene Elektrofahrzeuge, waren es im Jahr darauf bereits 2203 (+108 Prozent). Inzwischen sind dort 5377 Fahrzeuge zugelassen (Stand 11. Mai). Im Landkreis Traunstein waren im Jahr 2020 539 Fahrzeuge gemeldet, im Folgejahr bereits 1032 (+91 Prozent). Und heuer sind bereits 336 Fahrzeuge zugelassen worden, sodass der Landkreis Traunstein inzwischen insgesamt 1626 Elektrofahrzeuge (Stand 11. Mai) zählt.

Eine Säule auf zehn Fahrzeuge

„Im Idealfall sollte auf zehn Elektrofahrzeuge eine Ladesäule kommen“, erklärt Florian Hördegen, der sich beim ADAC Südbayern mit dem Thema Elektromobilität beschäftigt. Diese Regel will er aber nicht pauschal stehen lassen, es komme wie so oft auf die Gesamtumstände an. „In ländlichen Gebieten nutzen viele die Möglichkeit, zu Hause zu laden“, meint Hördegen.

Ein Überblick über die öffentlichen Lademöglichkeiten in den Gemeinden rund um den Chiemsee.

Das könnte auch für die Elektrofahrer rund um den Chiemsee gelten. Aber man müsse auch die Touristen im Hinterkopf behalten, welche die Region mit dem E-Mobil besuchen. Auf der anderen Seite mahnt der ADAC-Experte: „Das Problem ist, dass zu viele Elektroautos zugelassen sind, die Ladeinfrastruktur jedoch an ihre Grenzen gekommen ist“, sagt Hördegen. Will heißen: Es braucht tatsächlich mehr öffentlich zugängliche Ladesäulen.

Oftmals keine Schnellader

Ein Großteil dieser Ladesäulen in den Chiemsee-Gemeinden sind keine Schnellader. Damit braucht es bei entsprechend niedrigem Akku-Stand mehrere Stunden, bis die Batterie wieder voll ist. Beim Schnellader ist man mit 150 Kilowatt Leistung im Schnitt in 30 Minuten bei 80 Prozent. Manchmal ist einer der ausgewiesenen Ladepunkte auch nur ein Schukostecker, wie er bei vielen Elektrogeräten üblich ist, mit knapp 4 Kilowatt.

Hierin sieht auch Florian Hördegen keinen Sinn. Aber auch Schnellader brauche es nicht unbedingt flächendeckend. Gerade in touristischen Regionen reichten auch die üblichen Ladestationen. Denn Touristen mit E-Mobil erkundeten schließlich Landschaft und Attraktionen. Da bleibe genügend Zeit, das Fahrzeug mit an einer normalen Ladesäule mit 11 oder 22 Kilowatt wieder aufzuladen.

Förderprogramm des Freistaats

Für öffentliche Ladepunkte hat Bayern ein Förderprogramm aufgelegt. Bis zu 60 Prozent der Kosten für die Installation und den Anschluss der Stationen übernimmt der Freistaat.

Vier Anträge aus dem Landkreis Rosenheim sind zum ersten Förderaufruf beim zuständigen Wirtschaftsministerium eingegangen, wie die Behörde auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen berichtet – jedoch alle aus Bad Aibling. Aus dem Landkreis Traunstein indes ist zur ersten Förderrunde kein Antrag gestellt worden.

Auch für touristische Betriebe lässt der Freistaat Fördergelder fließen, um dort Ladepunkte zu installieren. Hier geht es jedoch um nicht öffentlich zugängliche Möglichkeiten, das eigene Gefährt aufzuladen. Das im April ursprünglich abgeschlossene Programm möchte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) weiterführen, wie das Ministerium in einer Pressemitteilung bekannt gibt.

Die Ausbaupläne der Kommunen

Aber auch einige Chiemseegemeinden wollen das Programm des Freistaates nutzen, um ihre Ladeinfrastruktur in den kommenden Jahren auszuweiten. Darunter die Gemeinde Chieming, die in den kommenden beiden Jahren fünf weitere Ladestationen mit jeweils zwei Ladepunkten installieren will, wie der Rathauschef der Gemeinde, Stefan Reichelt (CSU), mitteilt.

Die Marktgemeinde Prien möchte am Erlebnisbad Prienavera weitere zwei Ladepunkte installieren, schildert Bürgermeister Andreas Friedrich (ÜWG). Stück für Stück wolle man an weiteren Parkplätzen weitere öffentliche Lademöglichkeiten schaffen. Eine langfristige Strategie, sagt der Priener Rathauschef, sei schwierig. Das Förderprogramm des Freistaates wie auch andere Töpfe schütteten die Gelder immer nur in kleinteiligen Tranchen aus. Gleiches gilt für die Gemeinde Gstadt, wo am Dorfplatz eine dritte Ladesäule mit zwei Ladepunkten entstehen soll.

Ein Konzept zum Ausbau der Ladeinfrastruktur lasse man in der Gemeinde Rimsting erarbeiten, wie Bürgermeister Andreas Fenzl (CSU) berichtet. In Übersee plane man derzeit eine weitere Lademöglichkeit am Schulhaus in Verbindung mit einer Solaranlage, wie vonseiten der Verwaltung zu hören ist. Dort steht man mit aktuell sechs Ladepunkten aber auch bereits gemeinsam mit Bernau an der Spitze der Chiemseegemeinden. Wie auch Seeon-Seebruck, wo sich ein „Arbeitskreis Energie und Umwelt“ wie auch „kompetente Partner“ darum bemühten, den Ausbau der Ladeinfrastruktur voranzutreiben wie Rathauschef Martin Bartlweber (FW Seeon) sagt.

In Bernau schließlich soll in absehbarer Zeit auf dem Parkplatz am Ärztehaus an der Kastanienallee eine weitere Ladesäule entstehen, vermutlich als Ersatz für jene am Rathaus. Aber auch der Investor des Kafgee-Kompetenzzentrums am Aldi-Markt liebäugle damit, eine öffentliche Ladesäule zu erreichen, schildert Bürgermeister Irena Biebl-Daiber.

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