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Umfrage in Selbstbedienungs-Geschäften der Region

Es gibt ihn noch, den Eierdieb: So ehrlich sind die Kunden der Hofläden im Chiemgau

Die ehrlichen Käufer sind bei Hofläden mit Selbstbedienung wie hier beim Sepp’n-Bauer in Bernau, in der Mehrheit, wie die Betreiber berichten.
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Selbstbedienung im Hofladen (Symbol-Bild)

Erst im Mai berichtete die Polizei von einem Eierdieb in Seeon-Seebruck. Dort war aus der Selbstbedienungs-Eierhütte eines Hofladens drei Packungen Junghühnereier gestohlen – und das Wechselgeld der aufgestellten Kasse. Ein Massenphänomen?

Chiemgau – Der Hofladen beim Bernauer Sepp’n-Bauer kann sich nicht über Halunken beklagen, die sich ohne zu zahlen an den Waren bedienen: „In dieser Richtung haben wir überhaupt keine Probleme“, sagt Franziska Simon, welche den Betrieb des Hofes inzwischen von ihrer Mutter Mariele übernommen hat. Auch beim Selbstbedienungskühlschrank, bei dem die Kunden das Geld für die Ware in eine Vertrauenskasse legen, habe man „null Probleme“ – oder zumindest nichts Auffälliges mitbekommen.

Diebstähle als Einzelphänomen

Anders schaut es schon auf dem Gugghof in Gstadt aus. Dieser verkauft unter anderem Eier und Nudeln an einem Selbstbedienungsverkaufsstand in der Nähe des Hofes. Einzelne Diebstähle habe Hildegard Summerer bereits verzeichnen müssen. Sie betreibt den Hof nebst Verkauf gemeinsam mit ihrem Mann.

Dennoch beschreibt sie die Diebstähle eher als Einzelphänomen. Aber sie erinnert sich an eine Zeit, während der die Diebstähle gehäuft vorgekommen seien. Damals habe der Hof die Vorfälle zur Anzeige gebracht. Mit Erfolg: Die Polizei habe den Täter ermitteln können, der inzwischen Hausverbot auf dem Hofgut habe. Ganz ohne Kontrolle überlässt Summerer den Verkaufsstand jedoch nicht. Eine Videokamera überwache die Geschehnisse dort.

Die meisten sind ehrlich

So sieht das auch Maria Rieperdinger, die an ihrem Hofladen in Prien unter andrem Freilandeier in Selbstbedienung verkauft. Zwar berichtet auch sie nur über Einzelfälle, wenn es zu Differenzen zwischen dem kommt, was in der Vertrauenskasse an Geld liegen müsste und dem, was die Kunden tatsächlich dort hineingelegt haben.

„Die überwiegenden Kunden sind ehrlich“, sagt Rieperdinger. Das liege wohl auch daran, dass auch der Selbstbedienungsstand nicht anonym vonstattengehe, sondern sich unmittelbar beim Hofladen befinde, sodass die Mitarbeiter ein Auge darauf hätten.

Es braucht soziale Kontrolle

Denn zumindest soziale Kontrolle brauche es schon, um es Langfingern nicht allzu einfach zu machen, wie sie findet. Dennoch: „Meine Erfahrung ist, dass die Kunden unsere Qualität schätzen und daher auch gerne bereit sind zu bezahlen“, wie sie sagt. Das stellt sie zufrieden, denn die Landwirte in der Region arbeiteten mit Hand und Herz, um die Menschen mit guten lokalen Produkten zu versorgen.

Dafür wolle man auch mit Ehrlichkeit belohnt werden.

Auch für das Polizeipräsidium Oberbayern Süd ist der Diebstahl an Selbstbedienungsständen zumindest kein Massenphänomen, wie dessen Sprecher Alexander Huber auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mitteilt. Das hänge aber auch damit zusammen, dass nicht jeder Diebstahl unbedingt zur Anzeige gebracht werde.

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