Fünf-Millionen-Euro-Investition

Zwei neue Kanalbrücken bei Waldkraiburg: Nicht nur die Wasserwacht profitiert davon

So wird die neue Stabbogenbrücke bei Hart aussehen, wenn die Arbeiten wie geplant im Dezember abgeschlossen sind. Im März 2022 soll nach den Plänen des Verbunds auch die neue Brücke in Au-Moos fertig sein.
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So wird die neue Stabbogenbrücke bei Hart aussehen, wenn die Arbeiten wie geplant im Dezember abgeschlossen sind. Im März 2022 soll nach den Plänen des Verbunds auch die neue Brücke in Au-Moos fertig sein.

Zwei Kanalbrücken erneuern die VERBUND-Innkraftwerke im Stadtgebiet von Waldkraiburg. Rund fünf Millionen Euro investiert der Kraftwerksbetreiber in die beiden Bauwerke in Hart und Au-Moos. Das ist nicht nur wegen des Alters der Brücken notwendig.

Waldkraiburg – An der Brücke bei Hart sind die Baufahrzeuge schon in der vergangenen Woche aufgefahren. Anfang der nächsten Woche sollen auch die Abbrucharbeiten in Au beginnen.

Die dortige Steinbrücke ist laut Stadtarchivar Konrad Kern die einzige, die bei Kriegsende nicht von den Deutschen gesprengt wurde. Sie geht also noch auf den Bau des Kanals vor einem Jahrhundert zurück.

Steinbrücken werden abgetragen

Die Erneuerung der Brücken steht im Zusammenhang mit dem Ausbau des Kraftwerks, bei dem der Wasserstand im Kanal um 70 Zentimeter angehoben wird. Die Anlage, in deren Neubau das österreichische Unternehmen insgesamt 250 Millionen Euro steckt, wird dann 200.000 Haushalte mit Strom versorgen können.

Sie sind in die Jahre gekommen: die Innkanalbrücke in Au-Moos...

Wie der Verbund mitteilt, werden die bestehenden Brückenkonstruktionen beseitigt. Sie werden in einzelne Segmente geteilt und mit einem Mobilkran ausgehoben. Die Brückenpfeiler sollen Mitte September aus dem Kanal entfernt werden.

Neue Stabbogenbrücken aus Stahl wiegen 130 Tonnen

Die neuen Stabbogenbrücken sind aus Stahl. Wie das Unternehmen weiter mitteilt, haben sie eine Spannweite von jeweils etwa 60 Metern und lagern an den Ufern auf Tragwerken aus Stahl und Stahlbeton. Das Eigengewicht der Brückenkonstruktion betrage rund 130 Tonnen. Im Dezember soll die Harter Brücke fertig sein, im März die Brücke in Au-Moos.

Für Wasserwacht: Durchfahrt gesichert

Die Brückenbauwerke sind dann auch höher gelegt, um bei einem künftig um bis zu 70 Zentimeter höheren Wasserstand im Kanal die Durchfahrt der Boote der Wasserwacht und Feuerwehren sicher zu stellen.

„Mit unserem Boot wäre die Durchfahrt sonst nicht mehr möglich“, sagt etwa Waldkraiburgs Feuerwehrkommandant Bernhard Vietze.

Nur die Brücke bei St. Erasmus für Boote nicht mehr passierbar

Ein Nachteil bleibt allerdings: Die Brücke bei St. Erasmus ist in Richtung Jettenbacher Wehr nach der Erhöhung des Pegels nicht mehr passierbar. Die Erfahrungen zeigen laut Vietze jedoch, dass Personen, die ins Wasser stürzen und gerettet werden müssen, sich in der Regel nicht mehr in diesem Bereich befinden, sondern kanalabwärts getrieben wurden.

Landwirte profitieren von hoher Traglast

Die Brücken, die bislang auf drei, beziehungsweise 3,5 Tonnen beschränkt waren, weisen künftig eine deutlich höhere Tragkraft auf: jeweils 40 Tonnen. Aus Sicht des Unternehmens ist dies nicht erforderlich. Dafür hatte sich die Stadt stark gemacht, vor allem im Blick auf den landwirtschaftlichen Verkehr. Die Bauern sparen sich künftig mit den Fahrzeuge weite Umwege über die Kanalbrücken bei Klugham oder St. Erasmus. Der Steinbrunner Berg bleibt für die schweren Fahrzeuge, die über die Harter Brücke kommen, allerdings gesperrt.

...und die Brücke bei Hart, deren Traglast im Zuge der Erneuerung auf 40 Tonnen erhöht wird.

Stadt beteiligt sich mit Investitionszuschuss

Die Stadt beteiligt sich mit einem Investitionszuschuss von 160.000 Euro an den Brückenbauten. Und hat in einem einstimmigen Beschluss des Stadtrates vom Mai 2019 die Übernahme der Unterhalts- und Verkehrspflicht für die Fahrbahn, nicht für die Brückenkonstruktionen zugesichert.

Während der Bauzeit: Kanalquerung an diesen Stellen nicht möglich

Während der Arbeiten an den beiden Brücken ist eine Querung des Innkanals an diesen Stellen nicht möglich. Die Schaffung vorübergehender Querungsmöglichkeiten hat das Unternehmen nach eigenen Angaben geprüft. „Das konnte aber nicht realisiert werden.“

Die Bewohner des Ortsteils Hart können für die Dauer der Baumaßnahme an der Brücke Hart nur über die linksseitig des Kanals liegende Straße zufahren. Eine Wendestelle wird eingerichtet. Die Durchfahrt von Pürten kommend entlang des Kanals auf der rechten Seite in Richtung St. Erasmus ist ebenfalls gesperrt. Eine Wendestelle wird eingerichtet. Der Bereich Steinbrunner Berg ist am unteren Ende ebenfalls gesperrt. Fußgänger gelangen jedoch über die bestehende Treppe weiterhin auf den Begleitweg entlang des Innkanals.

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