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Besonderes Angebot für Kinder im Landkreis Mühldorf

Zither nur etwas für alte Männer? Warum Franziska (8) das traditionelle Instrument spielt

Franziska Asenbeck hat ein traditionelles bayerisches Instrument für sich entdeckt. Lehrerin Pia Keil ist selbst erfahrene Zitherspielerin und vermittelt ihr Wissen gerne Jüngeren.
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Franziska Asenbeck hat ein traditionelles bayerisches Instrument für sich entdeckt. Lehrerin Pia Keil ist selbst erfahrene Zitherspielerin und vermittelt ihr Wissen gerne Jüngeren.

Es ist nicht nur ein Instrument für alte Männer oder traditionelle Volksmusiker: Die Zither. Ein Verein im Landkreis Mühldorf nimmt sich der Ausbildung von Kindern an und macht ihnen ein besonderes Angebot.

Mühldorf/Oberbergkirchen/Zangberg - Sie gehört zum bayerischen Brauchtum, noch vor etwa 100 Jahren saßen die Bauern zur kalten Jahreszeit in ihrer heimischen Stube und musizierten in geselliger Runde miteinander. Es gab die Stubenmusik und auch im Wirtshaus lauschte man gerne den harmonischen Klängen des Zupfinstruments. Bis in die 1920er erlebte die Zither ihre Blütezeit.

Jungen Menschen das Instrument näher bringen

Dann kam eine Flaute. Doch jetzt erlebt das traditionelle Musikinstrument wieder einen Boom. Grund dafür ist die Förderung junger Musiker in den Musikschulen und Vereinen. Früher waren es eher ältere Männer, die in die Saiten griffen. Heute begeistern sich auch junge Menschen dafür. Auch bei den „Musikfreunden – Verein für Musikunterricht Oberbergkirchen/Zangberg“. Die Lehrer geben schon kleinen Musikern die Möglichkeit das Instrument zu erlernen. Heuer im Sommer hat der Verein eigens dafür eine Minizither angeschafft, das Instrument von Klemens Kleitsch erleichtert Kindern den Einstieg.

Musiklehrerein Pia Keil (37) aus Mühldorf spielt selbst schon seit ihrer Kindheit die Zither. Im Alter von sechs Jahren lernte Keil Blockflöte, mit neun Zither und danach folgten Hackbrett und Klavier. Nach ihrem Abitur beschloss sie Musik zu studieren. Heute ist sie selbst Mama von zwei kleinen Mädchen. Ihre Tochter Isabelle (6) übt auch schon fleißig Zither. Nesthäkchen Carolin (2) singt dagegen lieber. Stolz ist die Mühldorferin nicht nur auf ihren eigenen Nachwuchs, sondern auch auf ihre Schüler.

Als Achtjährige an der Zither

Ihr jüngster Schützling an dem Saiteninstrument ist Franziska Asenbeck. Die Achtjährige begann im September mit dem Zither spielen. „Der Grund warum ich Zither spielen möchte ist, ich habe letztes Jahr bei der Pia schon Flöte gespielt. Da hat sie mich dann mit der Zither so schön begleitet und das hat mir ganz gut gefallen. Der zweite Grund ist mein Onkel Klaus. Der spielt auch richtig toll Zither“, sagt Franziska. „Mein Onkel hat schon gesagt, bevor ich überhaupt mit Flöte spielen angefangen habe und du spielst irgendwann Zither“, setzt sie grinsend fort. Ihr Onkel Klaus Asenbeck und Musiklehrerin Pia Keil sind Vollblut-Zitherspieler. Für die Achtjährige sind sie somit die Vorbilder.

„Bei der ersten Stunde fiel es mir schwer das nach unten zu drücken und währenddessen noch mit dem Daumen zu streichen, aber jetzt ist das ganz einfach. Es gibt Punkte, daran kann man sich orientieren“, erklärt Franziska. Die Achtjährige übt fleißig und das täglich. Damit sie überhaupt die Möglichkeit hat, ihr Lieblingsmusikinstrument zu lernen, bekommt sie dieses als Leihinstrument von den Musikfreunden zur Verfügung gestellt. „Die neue Minizither soll für ein bis maximal zwei Jahre an Anfänger verliehen werden. Dann sieht man, ob das Kind weiterhin Interesse an daran hat. So müssen die Eltern nicht gleich am Anfang ein eigenes Instrument anschaffen. Die Kinder können dann erst einmal mit der ausgeliehenen Minizither üben“, erklärt die Musiklehrerin. Vielleicht in einem Jahr schon wechselt das Mädchen dann zur gängigen Zither.

Beste Vorausetzungen fürs Lernen

Franziska ist motiviert, hat großen Spaß und Talent. Die besten Voraussetzungen, das Instrument irgendwann gut zu beherrschen und das ein Leben lang. Die Minizither ist speziell für Kinder gedacht und gemacht. „Die Minizither ist klanglich hervorragend“, sagt Keil. „Ich hoffe, dass sie jedes Jahr neu verliehen werden kann und wir dadurch viele neue Freunde und begeisterte Kinder für die Zither gewinnen können“, setzt sie fort.

So eine Minizither für Kinder kostet etwa 2000 Euro, die VR meine Raiffeisenbank und die Sparkasse Altötting-Mühldorf haben sie gemeinsam finanziert. Franziskas Familie ist stolz, dass sie sich so sehr für Musik begeistert. „Wenn Kinder etwas lernen wollen, sollte man ihnen auch die Chance dazu geben. Natürlich muss man als Eltern viel Zeit und Einsatz aufbringen, damit das Kind das lernen kann was ihm Spaß macht, aber die Mühe lohnt sich. Wenn man richtig fit werden will, muss man auch viel üben. Das ist auch eine Entscheidung des Kindes ob es das will“, sagt Franziskas Mama Maria Asenbeck (42). „Natürlich freut sich schon die ganze Familie darauf, wenn sie an Weihnachten schöne Lieder auf der Zither spielt. Das macht uns alle sehr stolz“, setzt sie fort. 

Infos zur Minizither

Entwickelt hat sie Klemens Kleitsch aus Kiefersfelden. Seit 2013 baut er die Minizither, die speziell für Kinder entwickelt wurde. Das Musikinstrument hat 30 Saiten und ist 75 cm lang. Die Saitenspannung beträgt etwa 6kp. Bei den normalen Zithern beträgt sie 10 – 12 kp (kp bedeutet Zug der Spannung). Die niedrige Saitenspannung ist für Kinderhände angenehmer. Die relativ dünnen Saiten klingen hell und klar im Gegensatz zu kurzen, dicken Saiten, die eher dumpf klingen. Die Stege befinden sich ein Stück weg vom Rand auf der Resonanzdecke im Gegensatz zu den normalen Zithern. Die Energie und Klangübertragung ist direkt und effektiv. Der Ton ist impulsiv, kräftig, klar zeichnend und tragfähig.  

Infos und Kontakt zum Erlernen der Zither oder anderer Musikinstrumente 

Musikfreunde – Verein für Musikunterricht Oberbergkirchen/Zangberg

Website: www. musikfreunde-oz.de

E-Mail:info@musikfreunde-oz.de

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