Vor 50 Jahren

Ehrgeizige Pläne für Schulzentrum mit 103 Klassen und 3.500 Schülern in Waldkraiburg

Im Juli 1975 wurde die Hauptschule, heute: Mittelschule, an der Franz-Liszt-Straße eröffnet, für deren Sanierung die Stadt heute eine zweistellige Million locker machen muss.
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Im Juli 1975 wurde die Hauptschule, heute: Mittelschule, an der Franz-Liszt-Straße eröffnet, für deren Sanierung die Stadt heute eine zweistellige Million locker machen muss.

Große Pläne hatte die Stadt vor 50 Jahren für das Schulzentrum in Waldkraiburg-Süd. Nicht alle gingen auf.

Waldkraiburg – 103 Klassen sollen nach den vorläufigen Planungen im künftigen Schulzentrum Platz finden, das im Waldkraiburger Süden entsteht. Im Endausbau sollen 3500 Schüler dort unterrichtet werden. Das berichtet die Heimatzeitung in der Woche vor 50 Jahren.

Zwei Schulen stehen bereits: die Realschule mit 16 plus vier Klassen und 660 Schülern und die Grundschule mit acht Klassen und über 300 Schülern. Sie soll um weitere acht Klassen und 300 Schüler ausgebaut werden.

Dazu sehen die ehrgeizigen Pläne vor, dass auch noch eine neue Hauptschule mit 25 Klassen und 930 Schülern, ein Gymnasium (27/850), eine Fachoberschule (4/150) und eine Förderschule (15/300) kommen. Zum Gesamtprojekt gehören auch eine 1200 Quadratmeter große Sporthalle, ein Tagesheim, ein 50-Meter-Hallenbad sowie eine katholische Kirche mit Kindergarten.

Die Fachoberschule und das Tagesheim wurden nie verwirklicht, andere Schulen wie das Gymnasium kamen mit großer Verzögerung, die Förderschule musste in die Dieselstraße umziehen.

„Kooperative Gesamtschule“

Auch neue pädagogische Entwicklungen sollen aufgenommen werden, zum Beispiel ist eine schulübergreifende Zusammenarbeit der Lehrkräfte geplant. Im Rahmen einer „kooperativen Gesamtschule“ sollen Sport, Kunsterziehung und Sprachen gemeinsam für Schüler verschiedener Schulgattungen angeboten werden.

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