Asphaltierte Straße in Heldenstein muss wegen 30 Zentimetern zurückgebaut werden

Streit um Grundstück von Bürgermeisterin Hansmeier - Dr. Sobol-Engl: „Wollen Frieden“

30 Zentimeter einer asphaltierten Straße in Heldenstein befinden sich auf dem Grundstück der Eheleute Hansmeier.
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30 Zentimeter einer asphaltierten Straße in Heldenstein befinden sich auf dem Grundstück der Eheleute Hansmeier. Dr. Ilona Sobol-Engl (rechts) will die Zufahrtsstraße zu ihrem Haus aber noch nicht aufgeben.

Seit Jahren gibt es eine kuriose Auseinandersetzung zwischen Dr. Ilona Sobol-Engl und dem Ehepaar Hansmeier. Wegen ein paar Zentimetern muss eine asphaltierte Straße in Heldenstein wieder zurückgebaut werden. Ebenso muss eine Hecke weichen, wenn keine Lösung gefunden wird. Der Streit landete sogar schon vor Gericht.

Heldenstein – „Hauptsache wir legen den Streit bei. Wir wollen Frieden“ berichtet Dr. Ilona Sobol-Engl gegenüber innsalzach24.de. Doch die Lage gestaltet sich sehr schwierig. Beide Seiten bleiben scheinbar bei ihren Standpunkten. Eine Lösung scheint derzeit nicht in Sicht.

Kurioser Streit in Heldenstein um privates Grundstück von Bürgermeisterin Antonia Hansmeier

Dr. Sobol-Engl wohnt etwas abgelegen zwischen ein paar Ackerfeldern. Die einzige Möglichkeit zu ihrem Anwesen war seit Jahrzehnten eine Kieselstraße der Gemeinde. Auf eigene Kosten und mit Zustimmung der Kommune ließ sie die Straße 2013 asphaltieren. Es schien als hätten alle Seiten einen Vorteil davon.

Doch nach der Aufnahme einiger Luftbilder stellte sich heraus, dass rund 30 Zentimeter der Straße sowie Teile einer rund 50 Meter langen Hecke auf dem Nachbargrundstück liegen. Dieses betreibt Bürgermeisterin Antonia Hansmeier mit ihrem Ehemann für landwirtschaftliche Zwecke.

Diese Hecke muss weg, da sie sich auf beiden Grundstücken befindet.

Gab es eine mündliche Vereinbarung? Straße nicht breiter als zuvor

Bereits vor 20 Jahren durchquerte die Hecke, die sehr viele Tiere beheimatet, beide Grundstücke. Etwas über 100 Quadratmeter seien betroffen, inzwischen teilweise auch gepflastert. Damals einigten sich laut Dr. Sobol-Engl die beiden Grundstücksinhaber - der bereits verstorbene Ehemann von Dr. Sobol-Engl und der ebenfalls verstorbene Schwiegervater der amtierenden Bürgermeisterin - per Handschlag auf eine gemeinsame Lösung: „Die Hecke durfte so stehen bleiben, dafür haben wir eine andere Fläche zum beackern angeboten.“

Auch die asphaltierte Straße sei nicht breiter geworden als zuvor, die bereits seit 1936 besteht. Fakt ist aber, dass sie auf dem Grundstück von den Eheleuten Hansmeier liegt. Deshalb ist Sobol-Engl auch bereit, die betroffene Fläche deutlich über dem Marktpreis - laut Dr. Sobol-Engel das Zehnfache - abzukaufen oder eine alternative Ausgleichsfläche im Tausch anzubieten. Ihre Angebote fanden bislang aber kein großes Gehör.

Die Straße zu ihrem Anwesen sei durch die Bauarbeiten laut Dr. Sobol-Engl nicht breiter geworden.

Bürgermeisterin Hansmeier: „Es gibt rechtskräftige Urteile“

Auf Nachfrage von innsalzach24.de beruft sich Bürgermeisterin Antonia Hansmeier auf die rechtskräftigen Urteile vom Landgericht Traunstein und Oberlandesgericht München aus den Jahren 2018 und 2019, die ihr und ihrem Mann Recht in dieser Sache gegeben haben. Es handle sich dabei um eine private Angelegenheit und war bereits vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin abgeschlossen, weshalb sie auch keine weitere Stellungnahme dazu abgeben wollte - mit einer Ausnahme: Sie hätte der Gegenseite auch einen Gestattungsvertrag angeboten.

Doch Dr. Sobol-Engl geht es um eine endgültige Lösung. Der Streit soll beiseite gelegt werden. Der Gestattungsvertrag hätte laut ihren Angaben nur die Hecke beinhaltet, wäre viel zu teuer und auf 20 Jahre befristet gewesen. Die Straße hätte trotzdem verkleinert werden müssen. „Diese wäre dann zu schmal und hätte mit der Zeit zu viele Schäden am Rand eingenommen, die unter Umständen zu vermeidbaren Unfällen führen würden“, erläutert die Ärztin, die auch ihre Zweitpraxis auf ihrem Anwesen hat. Im Notfall müsste auch mal ein Krankenwagen anfahren.

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Warum es bisher zu keiner Einigung kam, kann Dr. Sobol-Engl nicht sagen: „Wir erkennen keinen Nutzen, warum unser Angebot nicht angenommen wird. Die Straße schadet zudem niemanden.“ Die Hoffnung auf eine baldige Lösung will die Ärztin deshalb noch nicht aufgeben. Doch die Zeit drängt. Am 18. Januar hat das Gericht eine Zwangsvollstreckung erlassen, gegen das eine Beschwerde eingelegt wurde. „Die Vollstreckung kann also jederzeit stattfinden“, so Dr. Sobol-Engl abschließend.

jz

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