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Stadträte haben entschieden

Explodierte Kosten für neues Waldbad: Darauf müssen die Waldkraiburger verzichten

Das Waldbad hat seine besten Jahre hinter sich. Für den Neubau soll nun der Entwurf überarbeitet werden, um die Kosten zu senken.
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Das Waldbad hat seine besten Jahre hinter sich. Für den Neubau soll nun der Entwurf überarbeitet werden, um die Kosten zu senken.

Weil die Kosten für einen Neubau explodiert sind, hat die Stadt das Projekt Waldbad zwischenzeitlich auf Eis gelegt und eine Sanierung prüfen lassen. Die Stadträte entschieden jetzt, wie es weitergeht. 

Waldkraiburg - Es waren schockierende Zahlen im Ferienausschuss: Der geplante Neubau des Waldbads, um den so lange gerungen wurde, überstieg die finanziellen Möglichkeiten der Stadt bei Weitem. 31 Millionen Euro netto standen im Raum. Dem nicht genug: Auch die Prüfung durch das Landesamt für Denkmalpflege bremste alle weiteren Planungen vorerst ein. In der jüngsten Sitzung des Stadtrats bezog Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) Stellung zum aktuellen Stand und der schaut nicht mehr ganz so düster aus.

Das Thema Denkmalschutz ist jedenfalls vom Tisch: Aufgrund denkmalrechtlicher Vorgaben wird es als „nicht erhaltenswert“ eingestuft. Damit können die Planungen für einen Ersatzneubau fortgeführt werden. Parallel dazu hat die Stadt prüfen lassen, unter welchen Voraussetzungen das Freibad nächstes Jahr noch geöffnet werden kann und ob eine Generalsanierung sinnvoll wäre.

250.000 Euro für Zwischenlösung

Diese Aussichten sind wiederum etwas düster: Pötzsch hatte es in einer früheren Sitzung schon erklärt, dass ein Betrieb des Waldbads nächstes Jahr nur sehr eingeschränkt möglich wäre. „Die Wasseraufbereitung beim Nichtschwimmerbecken macht uns einen Strich durch die Rechnung. Die Werte sind nicht zu halten.“ Sport- und Sprungbecken könnten ertüchtigt werden, für mindestens 250.000 Euro. Geld, was auf jeden Fall verloren wäre - egal ob Neubau oder Sanierung. Außerdem würde eine Öffnung die Arbeiten für den Abriss behindern, Zeitverzug wäre die Folge.

Wie sinnvoll ist eine Sanierung? Dazu gab es deutliche Worte von Pötzsch: „Eine Generalsanierung ist technisch und wirtschaftlich nicht sinnvoll.“ Plansch- und Nichtschwimmerbecken würden nicht mehr den heutigen Ansprüchen gerecht werden, Haupt- und Technikgebäude sind schon allein aufgrund ihres baulichen Zustands nicht sinnvoll zu sanieren. Die Baukörper von Sport- und Sprungbecken seien zwar nicht genauer untersucht worden, aber das ist eher zweitrangig. Denn: Sie müssten barrierefrei hergestellt werden und dann blieben noch immer die unterschiedlichen Höhenlagen, die für hohe Aufsichtskosten sorgen.

Was bleibt übrig, wenn der ursprüngliche Entwurf mit 31 Millionen Euro netto zu teuer ist? „Die Planer haben einen neuen Entwurf gemacht, angelehnt an den ursprünglichen“, erklärte Pötzsch. So will man die Obergrenze von 20 Millionen Euro - mit einem Puffer von zehn Prozent - einhalten.

Die Pläne für das Waldbad in Waldkraiburg sind überarbeitet worden. Das Schwimmerbecken wird zwar nicht kürzer, aber schmäler, der Sprungturm niedriger. Statt einer großen Rutsche ist eine Breitrutsche geplant.

Das bedeutet Verzicht: Der Umkleidetrakt wird kleiner, genauso wie die Technikräume und der Kiosk, es soll weniger Vereinsräume geben. Es bleibt zwar bei einem 50-Meter-Becken, aber nur mit sechs Bahnen. Der Sprungturm wird auf fünf Meter reduziert, die geplante Rutsche fällt ebenfalls kleiner aus. „Die Tribünenanlage ist nicht mehr vorgesehen“, sagte Bauamtsleiter Carsten Schwunck. Wegfallen sollen auch die Holzstege. Während der Arbeiten für den Neubau will die Stadt ganzjährig die Schulschwimmhalle öffnen und für die Bürger die Öffnungszeiten ausweiten.

„Es kommt nur ein Neubau in Frage“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch. Die SPD sieht das anders: Statt kurzfristig ein neues Bad zu errichten, sollte man längerfristig ein Sanierungskonzept verfolgen. Angesichts der gewaltigen Haushaltssituation stellt sich die SPD laut Fraktionssprecher Richard Fischer eine Sanierung Schritt für Schritt vor. Nicht, dass zwischendurch kein Geld mehr da sei.

Mit dieser Meinung stand die SPD allerdings allein da. Christoph Arz (Grüne) gab Fischer zwar recht, dass andere Gemeinden ihre Bäder sanieren würden, aber in Waldkraiburg sei die Ausgangslage eine andere. „Es geht auch um den späteren Unterhalt. Wir sollten den Zahlen glauben und sie akzeptieren.“

„Das Bad ist immer kleiner geworden“

„Schweren Herzens“ wollte auch die AfD-Fraktion dem abgespeckten Neubau zustimmen. „Es muss schnell was passieren, wenn auch mit Abstrichen“, sagte Tatjana Zapp. Es wird Zeit, denn seit sechs Jahren diskutiert die Stadt über die Zukunft des Waldbads. „Wir haben viel Zeit verloren und in der Zeit ist das Bad immer kleiner geworden“, sagte Frieder Vielsack (UWG). Nicht länger in Frage stellen, sondern endlich einen Schlussstrich setzen. „Wenn wir noch länger diskutieren, wird das Bad nicht größer.“

Von der Realität eingeholt sieht Anton Sterr (CSU) die Stadt. Die 20 Millionen Euro gehen an die Leistungsgrenze der Stadt, aber es gehe auch um die späteren Betriebskosten. „Wir müssen die Betriebskosten von 800.000 Euro wesentlich senken.“

Kostenschätzung im nächsten Jahr

Dass Sprung- und Sportbecken Parkplätzen weichen sollen, bedauert Martina Arnusch-Haselwarter (SPD). Vielleicht könne man die Planungen so umgestalten, dass die Becken bleiben können.

Die Planungen sollen aber auf Basis des Sieger-Entwurfs weitergeführt werden. In einer abgespeckten Version und mit einem neuen Kostenrahmen von 20 Millionen Euro netto. Inklusive eines Puffers von zehn Prozent. Fünf Gegenstimmen gab es für diesen Beschluss.

Mit dem Ergebnis der Vorplanung einschließlich Kostenschätzung kann Anfang 2023 gerechnet werden.

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