Kreisverband der Grünen zeigt sich verwundert 

Baubeginn für Gewächshaus in Polling - ökologisch und ökonomisch vertretbar? 

Logo von Bündnis 90/Die Grünen.
+
Der Kreisverband plant am 23. April eine Demonstration vor Ort

Polling - Der Kreisverband Bündnis90/Die Grünen zeigt sich verwundert über die vom Landratsamt erteilte Teilbaugenehmigung für das Gewächshaus der Firma Reichenspurner im Gemeindegebiet Polling.

Die Pressemitteilung im Wortlaut

Mit dieser Entscheidung werden Tatsachen geschaffen, die sowohl einen ökologisch außerordentlichen Einschnitt darstellen als auch zwei Gemeinderatsbeschlüsse GEGEN das Gewächshaus der Gemeinde Polling übergehen. 

Mit dem Bau des Gewächshauses würde sich die versiegelte Fläche im Ortsteil Weiding fast verdoppeln. „Von einer optimierten Flächennutzung und einer Reduzierung des Flächenverbrauchs, wie ihn sich die Bayerische Staatsregierung auf die Fahnen schreibt, kann keine Rede sein.“, so Kreisvorsitzender Zacharias Spörl. Zudem geht mit der Abtragung des landwirtschaftlichen humusreichen und besonders Co2- bindenden Oberbodens vermutlich eine ökologisch wertvolle Ressource verloren.

Daneben befürchtet der Gemeinderat, dass es nicht bei einem unbeleuchteten Gewächshaus bleiben wird, was durch massive Lichtemissionen sowohl das angrenzende Biotop als auch die Wohnbebauung stark beeinträchtigen würde. Da der Anbau von „Sommertomaten“ in einem unbeleuchteten Gewächshaus laut Expertenmeinungen i.d.R. unwirtschaftlich sei, wird vermutet, dass die Firma Reichenspurner nachträglich eine Ausnahmegenehmigung für eine nächtliche Beleuchtung beantragen und damit versuchten könnte, das BayNatSchG (Art. 11a4“Beleuchtungen in unmittelbarer Nähe von geschützten Landschaftsbestandteilen und Biotopen sind nur in Ausnahmefällen von der zuständigen Behörde oder mit deren Einvernehmen zu genehmigen) indirekt auszuheben. 

„Solch einen direkten Eingriff in den Biotop- und Artenschutz und die Beeinträchtigung des Landschaftsbildes dürfen wir nicht widerspruchslos hinnehmen“, so Bundestagskandidat Christoph Arz. 

Deswegen hat die grüne Kreistagsfraktion eine Anfrage ans Landratsamt gestellt, um die Sachlage zu klären. Zudem plant der Kreisverband in der nächsten Woche eine Demonstration vor Ort, um den gigantischen Bau doch noch zu verhindern.

Pressemitteilung Bündnis90/Die Grünen Kreisverband Mühldorf 

Kommentare