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Große Trauer in Neumarkt-St. Veit

Ein Leben für Rot-Weiß: Freunde brennen für ihren „Gio“ Bengalfeuer am Grab ab

Besondere Geste für einen besonderen Menschen: Fanclub-Freunde entzündeten bei der Beerdigung bengalische Feuer als Zeichen ihrer Wertschätzung.
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Besondere Geste für einen besonderen Menschen: Fanclub-Freunde entzündeten bei der Beerdigung bengalische Feuer als Zeichen ihrer Wertschätzung.

Neumarkt-St. Veits leidenschaftlichster Bayern-Fan Christoph Eberl ist überraschend gestorben. Bei der Beerdigung kam es zu berührenden Szenen.

Neumarkt-St. Veit – „Gio“ wurde er genannt. In Anlehnung an einen der bekanntesten Stürmer des FC Bayern, Giovane Elber. Denn auch Christoph Eberl war Stürmer in seiner aktiven Zeit beim TSV Neumarkt-St. Veit. Fußball war zeitlebens die große Leidenschaft des beliebten Neumarkters, der jetzt plötzlich und unerwartet im Alter von erst 38 Jahren gestorben ist.

Filialkirche konnte die Trauergäste kaum fassen

Der Friedhof der Filialkirche von Feichten konnte die vielen Trauergäste nicht fassen, die gekommen waren, um sich von Christoph Eberl zu verabschieden. Blumen in Rot und in Weiß, den Vereinsfarben seines Lieblingsvereins, dem FC Bayern, schmückten das Grab. Seine Freunde vom 1. FC Werkssiedlung schließlich ließen den Sarg in das Grab sinken. Bayern-Fans in Fan-Bekleidung brannten Bengal-Feuer ab als letzten Gruß an Christoph Eberl, den nicht nur in Neumarkt-St. Veit viele vermissen werden.

In ganz Europa unterwegs gewesen

Denn als Vorsitzender des Bayern-Fanclubs „Red & White“ Neumarkt-St. Veit, dessen Mitbegründer er im Jahr 2010 war, pflegte der 38-Jährige beste Kontakte zu sämtlichen Bayern-Fanclubs der Region. Zusammen unternahm man Fahrten zu Spielen der Münchner in ganz Europa. Madrid, Paris, Barcelona – „Gio“ war keine Fahrt zu weit, um seinem Club nahe zu sein.

Zeitlebens seinem TSV Neumarkt-St. Veit treu geblieben

Die Leidenschaft am runden Leder lebte Christoph Eberl, der am 28. März 1984 auf die Welt gekommen ist, schon ab dem vierten Lebensjahr aus. Beim TSV Neumarkt-St. Veit fand er früh eine Heimat, seinem Verein blieb er bis zuletzt treu. Erst als Spieler, dann als Jugendtrainer.

Gerne als Fußballtrainer ausgeholfen

Noch im August dieses Jahres hat der Neumarkter sofort zugesagt, als ihn die Schanzer-Fußballschule kontaktiert hatte. Gerne stellte er sich bei hochsommerlichen Temperaturen auf das Feld, um den jüngsten Kickern Tipps zu geben und Tricks zu zeigen.

Neumarkt war immer schon Lebensmittelpunkt

Eberl besuchte die Grundschule in Neumarkt. Er machte seinen Quali an der Volksschule und startete eine Ausbildung zum Fliesenleger. Diese musste er aber abbrechen, weil sich damals in jungen Jahren schmerzhafte Rückenprobleme eingestellt hatten. Er begann eine Lehre als Einzelhandelskaufmann bei der Firma HeHaBa in Töging und wagte danach den Schritt in die Selbstständigkeit, hat im Außendienst Maschinen vertrieben.

Krankheiten warfen ihn immer wieder aus der Bahn

Schwere Verletzungen und Krankheiten warfen Christoph Eberl immer wieder aus Bahn. Umso glücklicher war „Gio“, als er im vergangenen Jahr als Kleinbusfahrer eine Anstellung bei Hinmüller Reisen antrat. 2021 war auch das Jahr, in welchem er das Familienleben an der Seite seiner Anita und deren Tochter Lilly genießen durfte und mit denen er bis zuletzt eng verbunden war. Einen großen Stellenwert in seinem Leben nahm auch sein Patenkind Katharina ein.

Empathisch und hilfsbereit

Christoph Eberl galt als empathischer Mann, der seine Heimatstadt liebte. „Nie wäre er von hier weggezogen“, erzählen seine Eltern Conny und Georg. Dass er seinen Lebensmittelpunkt in der Werkssiedlung gefunden hat, wo sein Haus stand, war kein Zufall.

Der Bayernschal war sein Markenzeichen: Mit Herzblut war Christoph „Gio“ Eberl bei seinem Verein. Jetzt starb der Vorsitzende des Neumarkter Fanclubs „Red & White“ überraschend im Alter von erst 38 Jahren.

Mit vier zum Fußballspielen begonnen

Schon als kleines Kind kickte er mit den Jungs aus der Siedlung, die ihm bis zu seinem Tod treue Weggefährten waren. Mit den Hallen- und Werkstattfreunden in Neumarkt-St. Veit, spielte er regelmäßig Schafkopf.

Sein großes Einfühlungsvermögen, sein großes Herz und sein offenes Ohr für die Belange seiner Freunde waren sehr geschätzt. Regelmäßig war er in der Allianz-Arena, organisierte Fanbusse, war in ganz Europa unterwegs, um seine Bayern siegen zu sehen. Auch für das Champions-League-Spiel in Mailand hatte er bereits Karten. Doch sein Gesundheitszustand ließ diese Reise nicht mehr zu.

Ein neuer Stern des Südens

Schon vor einigen Wochen hatte er geregelt, wie es nach seinem Tod weitergehen sollte. Als hätte er es geahnt, dass seine Zeit ablaufen würde. Seine Eltern mussten ihm versprechen, dass „Mia“, eine Golden-Retriever-Hündin, die er sich erst im März zugelegt hatte, bei ihnen gut versorgt werden würde.

Tiefe Erschütterung bei befreundeten Fan-Clubs

In der Nacht auf den 9. September schlief „Gio“ friedlich ein. Er hinterlässt viele Freunde, viele von benachbarten Bayern-Fanclubs, was auch die vielen Trauerbekundungen in der OVB-Heimatzeitung zeigen. „Gute Freunde kann niemand trennen“, würdigen die Bayern-Fanclubs „De Rodn Muidoafa“, die „Holzlandfuchse“ Pleiskirchen, „De Griabig‘n vo Niederquick“ sowie „Schubiduu“ die Zeit mit ihrem Gio.

„Stern des Südens“ wird nie untergehen

Der eigene Verein, „Red & White Neumarkt-St. Veit“ schrieb: Christophs rot-weißes Herz wird uns unglaublich fehlen und eine schmerzhafte Lücke hinterlassen“. Frei nach der Erkennungsmelodie des FC Bayern München sind sich die Fanclub-Freunde sicher: „Dein Stern des Südens wird niemals untergehen!“

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