Ersatzneubau der Höchstspannungsleitung

Neumarkt-Sankt Veit: Baugrunduntersuchungen ab dem 7. Dezember

Kleinrammbohrung
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Auch Kleinrammbohrungen werden durchgeführt, um Bodenproben zu gewinnen und die Festigkeit des Untergrundes zu bestimmen.

Neumarkt-St. Veit - Die TenneT TSO GmbH plant als verantwortlicher Übertragungsnetzbetreiber den Ersatzneubau der 380-kVHöchstspannungsleitung von Altheim bis St. Peter (Bundesgrenze). In diesem Zusammenhang werden voraussichtlich ab dem 7. Dezember Baugrunduntersuchungen in Neumarkt-Sankt Veit durchgeführt werden.

Die Meldung im Wortlaut


Anstehende Vorarbeiten (Baugrunduntersuchungen) 

Im Rahmen der weiteren Detailplanung werden vom Umspannwerk Altheim bis nach Matzenhof die Baugrundverhältnisse an den geplanten Maststandorten erkundet. Hierbei werden Baugrunduntersuchungen (Bodensondierungen und Probebohrungen) zur Ermittlung bodenphysikalischer Eigenschaften durchgeführt, um hierdurch notwendige Berechnungskennwerte für eine notwendige und ausreichende Fundamentstatik zu erlangen.


Im Vorlauf zu den Arbeiten zur Baugrunderkundung werden Ortsbegehungen sowie Vermessungs- und Absteckarbeiten erforderlich. In diesem Zusammenhang erfolgt auch das Befahren von Straßen und Wegen zur Erreichung der Untersuchungspunkte. Die Berechtigung zur Durchführung solcher Vorarbeiten ergibt sich aus § 44 des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG).

Die Maßnahmen dienen auch dazu, insgesamt für einen möglichst reibungslosen Bauablauf zu sorgen und somit die Beeinträchtigung  für die Eigentümer und/oder Pächter der betroffenen Flurstücke in der späteren Bauphase so gering wie möglich zu halten.

Die TenneT TSO GmbH hat das Ingenieurbüro Buchholz + Partner GmbH beauftragt, die erforderlichen Baugrunduntersuchungen durchzuführen. Für den An- und Abtransport aller für die Durchführung der Arbeiten erforderlichen Geräte, Werkzeuge, Fahrzeuge und Materialien müssen ggf. temporäre Abstellflächen in Anspruch genommen werden. Die nachfolgend beschriebenen Maßnahmen sind möglicherweise nicht in vollem Umfang an jedem geplanten Maststandort notwendig.

Welche Maßnahmen im konkreten Einzelfall durchgeführt werden hängt u.a. von den örtlichen Gegebenheiten, den wetterbedingten Bodenverhältnissen und den erzielten Zwischenergebnissen ab. Abhängig davon können auch weitere Untersuchungen, wie z.B. der Bau von Grundwassermessstellen, erforderlich werden.

Die Ergebnisse der Baugrunderkundung und der labortechnischen Analysen werden in einem geotechnischen Bericht  zusammengefasst. Zu den untersuchten Parametern zählen allgemeine bodenmechanische Eigenschaften, die  Wasserdurchlässigkeit des Bodens am geplanten Maststandort, die Schadstofffreiheit sowie Bodenkennwerte als Grundlage für  die weitere statische Fundamentplanung. Zudem wird unser Dienstleister, die SPIE SAG GmbH, Vermessungsarbeiten an den Maststandorten durchführen.

Maßnahmenbeschreibung

Je nach Beschaffenheit des Untergrundes werden verschiedene Maßnahmen zur Durchführung der Baugrunduntersuchung zur  Anwendung kommen. Nachfolgend aufgeführte Maßnahmen können hierbei notwendig werden:

1. Durchführung von Kleinrammbohrungen (KRB, Bohrdurchmesser = 40-80 mm)

Ein Unimog mit fest montiertem Bohrgerät.
  • mit allradgetriebenem Unimog mit fest montiertem Bohrgerät
  • geplante Sondiertiefe: ca. 6 – max. 10 m (je nach Untergrundbeschaffenheit)
  • Dauer der Sondierung: ca. ½ Tag je Standort
  • Ziel: Gewinnung von Bodenproben

2. Durchführung von Kleinrammbohrungen (KRB) und / oder Rammsondierungen mit der schweren Rammsonde (DPH)

  • Kleinbohrgerät auf Raupenfahrwerk zur Beurteilung des Untergrundes, Ausführung im Vorlauf zu den  verrohrten Erkundungsbohrungen
  • Geplante Sondiertiefe: ca. 6 – max. 10 m (je nach Untergrundbeschaffenheit)
  • Dauer der Sondierung: ca. ½ Tag je Standort
  • Ziel: Gewinnung von Bodenproben und Bestimmung der Festigkeit des Untergrundes

3. Durchführung von verrohrten Erkundungsbohrungen

Je nach Wetter und Geländebeschaffenheit kommen verschiedene Geräte zum Einsatz: Bohrlafette auf Kettenfahrwerk (9 – 21 t) zur Beurteilung des Untergrundes im Bereich des Maststandortes (Schichtenfolge, Bodenbeschaffenheit, anstehender Fels).

  • geplante Bohrtiefe: ca. 20 – 30 m
  • Bohrdurchmesser: maximal ca. 178 mm (Außendurchmesser, Innendurchmesser: 146 mm), variabel je nach  Bohrverfahren
  • tägliche Bohrleistung: ca. 20 – 25 m
  • Ziel: Gewinnung von Bodenproben und Bohrkernen

4. Durchführung von Drucksondierungen (CPT)

Eine Drucksondierung dauert ungefähr zwei Stunden pro Standort.
  • mit Kettenfahrzeugen (ca. 22 t) zur Beurteilung des Untergrundes im Bereich des Maststandortes - geplante Sondiertiefe: ca. 20 m
  • Durchführung: eine Sonde wird über ein Gestänge (Durchmesser: ca. 40 mm) mit einer konstanten  Geschwindigkeit von 2 m/s bis zur Endtiefe gedrückt
  • Dauer der Sondierarbeiten: ca. 2h je Standort

Ort und Zeit der geplanten Maßnahmen

Der zeitliche Ablauf der Maßnahmen hängt von äußeren Umständen ab, z.B. von örtlichen Gegebenheiten und wetterbedingten  Bodenverhältnissen. Die von den geplanten Bohrungen betroffenen Flurstücke entnehmen Sie bitte der beigefügten Liste mit den zu untersuchenden Maststandorten und Flurstücknummern. Den Lage- und Grunderwerbsplänen der Planfeststellungsunterlagen sind die geplanten Maststandorte/Untersuchungsbereiche inkl. der geplanten Zuwegungen zu entnehmen.

Die von den geplanten Bohrungen betroffenen Flurstücke mit den zu untersuchenden Maststandorten und Flurstücknummern.

Die Genehmigungsunterlagen finden Sie auf der Internetseite der Regierung von  Niederbayern und unter dem Link für Abschnitt 1: Altenheim-Adlkofen und Abschnitt 2: Adlkofen-Matzenhof.

Die Zuwegungen über die Vegetationsfläche erfolgen über die kürzest mögliche Distanz. Es wird sichergestellt, dass hierbei der  kürzeste Weg mit den geringsten Beeinträchtigungen und Auswirkungen für den Eigentümer bzw. Bewirtschafter verwendet wird. Die Maßnahmen beginnen voraussichtlich am 7. Dezember und enden voraussichtlich am 5. Feburar 2021.

Entschädigung bei möglichen Flurschäden

Für die Arbeiten müssen Grundstücke sowie wald- und landwirtschaftliche Wege betreten bzw. befahren werden. Die  verwendeten Fahrzeuge (z.B. Raupenfahrzeug mit Gummiketten) sind so ausgestattet, dass eine mögliche Bodenverdichtung auf  ein Minimum reduziert wird. Dennoch können in Einzelfällen Flurschäden entstehen.

Sollte es zu Flurschäden kommen sucht TenneT gemeinsam mit den Betroffenen einvernehmliche Lösungen. Entsteht durch eine Maßnahme einem Eigentümer oder sonstigen Nutzungsberechtigten unmittelbare Vermögensnachteile, so hat TenneT eine angemessene Entschädigung in Geld zu leisten. Eine Dokumentation des Ausgangs- und des Endzustands der genutzten Flächen ist immer die Grundlage, um mögliche Schäden objektiv zu beurteilen und zu entschädigen.

Im Zuge der Baugrunduntersuchungen erfolgen noch keinerlei Waldeingriffe. Wenn Maststandorte im Wald für die Bohrfahrzeuge nicht erreichbar sind, werden die Probebohrungen zu einem späteren Zeitpunkt im Verfahren stattfinden. Oftmals sind die Geräte der ausführenden Firma hinreichend klein und mobil (Raupenfahrwerk), dass auch ohne Fällungen eine Beprobung vorgenommen werden kann.

Wir bedanken uns herzlichst für Ihr Verständnis und Ihre vertrauensvolle Mitarbeit.

 Pressemitteilung der TenneT TSO GmbH

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