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Die Schlacht von 1322

Letzte Schlacht ohne Feuerwaffen vor 700 Jahren – Brauchtumsverein erzählt, wie es wirklich war

In den vergangenen Jahren gedachte der Brauchtumsverein auf dem Schlachtfeld der Toten von 1322, heuer zum 700. Jahrestag wird in der Erhartinger Pfarrkirche eine Messe zelebriert. Von links, vorne, kniend: Michael Rieder, Leonhard Biermaier, Tobias Schwarz, Markus Hüther. Hinten von links stehend: Thomas Mück, Brigitte Hüther, Sylvia Unterhuber, Maria Atzinger, Michaela Schwarz und Christian Hans.
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In den vergangenen Jahren gedachte der Brauchtumsverein auf dem Schlachtfeld der Toten von 1322, heuer zum 700. Jahrestag wird in der Erhartinger Pfarrkirche eine Messe zelebriert. Von links, vorne, kniend: Michael Rieder, Leonhard Biermaier, Tobias Schwarz, Markus Hüther. Hinten von links stehend: Thomas Mück, Brigitte Hüther, Sylvia Unterhuber, Maria Atzinger, Michaela Schwarz und Christian Hans.

Erhartinger Ritter laden zur Gedenkmesse und reden über Veröffentlichungen von damaligen Zeitzeugen zum Schlachtverlauf. Weitere Aktion sollen am Wochenende folgen.

von Josef Padlesak

Erharting – Wenn in diesen Tagen der 700. Jahrestag des Streits von Mühldorf begangen wird, steht vor allem die nördlich von Mühldorf gelegene Region um Erharting im Mittelpunkt des ehemaligen Schlachtgeschehens vom 28. September 1322.

Vor genau 700 Jahren am 28. September wurde zum Beginn der Schlacht eine heilige Messe gefeiert um Gott gnädig zu stimmen und so für einen erfolgreichen Verlauf des Kampfes zu bitten. Heuer, zum 700. Jahrestag, wollen wir auch eine heilige Messe feiern, aber nicht wie damals um kriegerische Vorteile zu erreichen, sondern im besonderen Gedenken an die auf beiden Seiten getöteten Krieger. Dem historischen Anlass entsprechend lädt der Brauchtumsverein die Bevölkerung am Mittwoch, 28. September, um 19 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst in der Kirche St. Peter und Paul für die auf beiden Seiten in der Schlacht von 1322 getöteten Krieger in die Erhartinger Pfarrkirche ein.

Friedrich, der Schöne wurde für eine Nacht auf der Burg Dornberg interniert. Dieses Modell ist eine Rekonstruktion einer von Heimatforscher Herbert Matejka gefundenen Keramikplatte mit einer Reliefabbildung der Burg.

Wo war denn nun die Schlacht von 1322?

Im Anschluss an den Gottesdienst ist Zusammenkunft im Schützenheim der Erhartinger Dornbergschützen (ehemaliges Schulhaus). Die immer wieder gestellte Frage wo und wie dieser Kampf um die deutsche Königskrone ausgetragen wurde, wird bei der Veranstaltung aus mehreren voneinander unabhängigen Chroniken erörtert.

Eher negative Beurteilung von Ludwig der Bayer

Besonders interessant dürfte dabei sein, dass die ausgewählten Quellen aus einer Zeit stammen in der es noch lebende Zeitzeugen der Schlacht von 1322 gegeben hat. So berichtet der böhmische Chronist Peter von Zittau in den 1330er Jahren aus der Sicht der Truppen unter der Führung von König Johann von Böhmen von den Heldentaten der tapferen Ritter auf dem Erhartinger Schlachtfeld. In den Aufzeichnungen des Matthias von Neuenburg werden die fast schon übernatürlichen Heldentaten und der ungeheure Kampf- und Siegeswillen des unterlegen Friedrich des Schönen in den geschichtlichen Fokus gestellt, während Ludwig der Bayer in diesen Aufzeichnungen eine eher negative Beurteilung erhält.

Gefangenschaft dem Tod vorgezogen

Die Fürstenfelder Chronik, entstanden im bayerischen Kloster Fürstenfeld (1327/1328) stellt Ludwig als den Sieger der Schlacht in den Mittelpunkt und hebt seine königlichen Tugenden, hier im Besonderen die Milde gegenüber seinem gefangenen Widersacher, den er anstatt zu töten in Gefangenschaft nimmt und ihm so das Leben schenkt. Was alle Quellen neben den Beschreibungen der Tugenden der Heerführer und deren strategischer Kriegsführung gemeinsam haben, ist die Beschreibung der Gegend in der die Heere ihre Lager bezogen hatten und die übereinstimmende örtliche Bezeichnung des Kampffeldes.

Friedrich wurde in Dornberg interniert

Der im Kampf um die deutsche Königswürde unterlegene Friedrich wurde für eine Nacht auf der Burg Dornberg interniert und am darauffolgenden Tag nach Trausnitz in der Oberpfalz verbracht.

Weitere Aktion am Wochenende

Am Samstag, 1. Oktober, und Sonntag, 2. Oktober, folgen weitere hochinteressante Aktionen in Zusammenhang mit dem 700. Jahrestag der Schlacht von 1322, zum Beispiel am Samstag die Gefangennahme von Friedrich dem Schönen im Rahmen einer Schlachtfeldexkursion und am Folgetag die Überstellung nach Trausnitz in der Oberpfalz.

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