Nachgefragt in Kraiburg am Inn

So geht es einer Narrengilde in der derzeit faschingsfreien Zeit

Ein normales Training wird es für die Narrengilde Kraiburg vorerst nicht geben. Online-Behelfe könnten das auch nicht völlig ersetzen, berichtet Michael Achatz, 1. Abteilungsleiter der Narrengilde Kraiburg gegenüber innsalzach24.de.
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Ein normales Training wird es für die Narrengilde Kraiburg vorerst nicht geben. Online-Behelfe könnten das auch nicht völlig ersetzen, berichtet Michael Achatz, 1. Abteilungsleiter der Narrengilde Kraiburg gegenüber innsalzach24.de.

Kraiburg am Inn - Am 11.11. hätte es eigentlich losgehen sollen mit der Faschingssaison 2020/2021. Wir haben uns erkundigt, wie eine Narrengilde mit der anstehenden wohl faschingslosen Zeit umgeht.

„Damit sie nicht aus der Übung kommen und fit bleiben, gibt es für unsere Garden derzeit ein Online-Trainingsprogramm“, berichtet Michael Achatz, 1. Abteilungsleiter der Narrengilde Kraiburg gegenüber innsalzach24.de. „Das kann aber natürlich nur eine Übergangslösung sein. Das da jeder alleine daheim vor der Webcam trainiert kann nie die Trainingserfahrung beim direkten Zusammenwirken ersetzen.“


Narrengilde Kraiburg kann im „Lockdown Light“ nur eingeschränkt trainieren

Auch in Kraiburg am Inn hat man vorerst alle Pläne für die Faschingssaison 2020/21 begraben. Proklamation, Gardefestival, Faschingsbälle und natürlich die Faschingszüge. Das reichhaltige Programm, dass es sonst in der närrischen Zeit zu absolvieren gilt, wird es 2021 aller Voraussicht nach nicht geben. „Normalerweise läuft ab Ostern schon das Trainingsprogramm für die nächste Saison, aber das war heuer nur sehr eingeschränkt möglich“, berichtet Achatz.


Hoffnungsvoll habe man, als ein halbwegs normaler Trainingsbetrieb möglich war, ein Thema für die Saison 2020/2021 aufgestellt. „Da von Anfang an klar war, dass diese Saison nicht normal laufen wird, haben wir uns entschlossen, die ungewöhnliche Situation als eine Chance zu nehmen und etwas Neues zu wagen“, so Achatz. „‘Smartopia 2. 1 - Virus erkannt‘ ist eine Fortsetzung zur letztjähri­gen Show, die zeigen soll: Wir machen weiter, so weit es Corona zulässt. Wir trainieren voller Zuversicht, in der Hoffnung, eine atemberaubende Show zu liefern.“

Ein Video dazu, dass die Narrengilde anlässlich des sonst üblichen Starts in die Faschingszeit am 11.11. auf Facebook postete, sorgte für viel Begeisterung. „Mir standen die Tränen in den Augen ! Auf euch kann man echt richtig stolz sein!“, schrieb etwa Cornelia R.. „Gänsehaut“, kommentiert Bettina O.. „Geniale Idee insgesamt und das Video ist top!“, lobt Gabriele R..

Finanziell geht es derzeit noch

Mit all den Veranstaltungen der Faschingszeit fehlen derzeit auch die Einnahmen, beispielsweise aus Ticketverkäufen. „Finanziell geht es aber derzeit noch“, berichtet Achatz weiter. „Da wir noch keine Vorbereitungen für die nächste Saison gestartet hatten, gibt es auch kaum Kosten. Sollte es nächstes Jahr Auftritte geben, können wir auf einen reichhaltigen Schatz an Kostümen zurückgreifen. Wenn es schon früher losgegangen wäre und wir die laufende Saison Anfang des Jahres hätten abbrechen müssen, hätte das ganz anders ausgeschaut..“ Doch trotzdem sei die aktuelle Lage langfristig ein Problem.

„Wie gesagt, unser Gardeprogramm kann jede und jeder einzeln daheim nur schwer vernünftig proben“, betont Achatz. „Außerdem gehört, wie bei jedem Verein, auch das Beisammensein ‚in echt‘ statt über Video-Telefonat dazu.“ Doch es gäbe auch Lichtblicke. „Richtig toll war, dass die Zusammenarbeit und der Austausch mit den anderen Faschingsgilden im Landkreis sehr gut war“, schließt er. „Wir sitzen ja alle im selben Boot und haben uns gegenseitig abgestimmt und Ratschläge gegeben, wie man mit der aktuellen Situation am Besten umgeht.“

hs

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